Bodenseebibliotheken Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Jahrbuch des Landkreises Lindau 1987

Bibliographic data

fullscreen: Jahrbuch des Landkreises Lindau 1987

Structure type:
Periodical
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Jahrbuch des Landkreises Lindau
Subtitle:
Hrsg.: Heimattag für den Landkreis Lindau e.V.
Place of publication:
Bergatreute
Publisher:
Eppe
Scope:
Online-Ressource

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz408063912
Structure type:
Issue
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Jahrbuch des Landkreises Lindau 1987
Year of publication:
1987-01-01

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz408063912_1987

Article

Structure type:
Article
Author:
Bäckert, Horst
Title:
Eine Narrenzunft stellt sich vor
People involved:
Bäckert, Horst

Contents

Table of contents

  • Jahrbuch des Landkreises Lindau
  • Jahrbuch des Landkreises Lindau 1987
  • Contents
  • Preface
  • Die Lastschiffahrt, einst das wichtigste Gewerbe auf dem Bodensee
  • Die Lastschiffahrt in Wasserburg
  • Verse
  • Bayerische Bodenseeschiffahrt und Verkehr im 19. Jahrhundert
  • Der Untergang des bayerischen Bodensee­dampfers „Stadt Lindau“ vor 100 Jahren
  • Nonnenhomer Fischbrutanstalt: „Millionen­wiege“ für Bodenseefische
  • Eine Narrenzunft stellt sich vor
  • St. Martin in Legende, Bildkunst und Brauch
  • „Die Mitglieder haften solidarisch...“
  • Martin Walser und der Heimatgedanke
  • Verse
  • Die Leprosorienstiftung an der Rothach
  • Verse
  • Eine Dokumentation über Ankunft und Eingliederung der Heimatvertriebenen in Lindau/Bodensee
  • Zur Gründung des Schützenvereins Maierhöfen-Riedholz
  • Ein Stadtviertel unterm Schutz des Heiligen Geistes
  • Oberreute, der höchstgelegene Fremden­verkehrsort im Westallgäu, geht neue Wege im Fremdenverkehr
  • 80 Jahre Argentobelbrücke
  • Zur Geschichte des Pfarrhofes und der Pfarrei in Ellhofen/Allgäu
  • Verse
  • Sigmarszell 1944/45 - ein Stück Dorfgeschichte
  • Josef Schuster und Max Socher
  • Verse
  • Flurdenkmäler
  • Die „Edlen Herren von Raitenau“
  • Verse
  • Der Kreuzweg in der Pfarrkirche St. Ambrosius in Hergensweiler
  • Die Sanierung des Wasserburger Schlosses
  • Verse
  • Das jüngst entdeckte Kalendarium von Hergensweiler - eine Fundgrube für die Familienforschung des 15. Jahrhunderts
  • Die Allgäuer Alpwirtschaft im Wandel der Zeiten
  • Aus dem Leben der Alphirten vor hundert Jahren
  • Rückblick auf die Sennereigenossenschaft Mittelhofen-Rutzhofen
  • 580 Jahre Stockenweiler Weiher
  • Das Opfenbacher Urbar von 1564
  • Orts- und Stadtpflege - warum?
  • Wanderjahre eines Westallgäuer Schreiner­gesellen
  • Jahres-Chroniken der Gemeinden des Landkreises Lindau für das Jahr 1986
  • Kurzbiographien der Autoren dieses Jahrbuches

Full text

HORST BÄCKERT 
Eine Narrenzunft stellt sich vor 
Wie in fast allen schwäbisch-alemannischen Narrenstädten tritt im 
Mittelalter das Fasnachtsbrauchtum ausschließlich in Form von 
Verboten hervor. Aus dem im Lindauer Archiv gelagerten Quel 
lenmaterial ist ersichtlich, daß das Fasnachtsbrauchtum in Lindau 
hauptsächlich von den Zünften getragen wurde; denn die Verbote 
des Rates der Stadt Lindau richteten sich im Mittelalter nicht an 
Einzelne, sondern wurden den Zunftobmännern in corpore 
bekannt gegeben. Die Zunftobmänner mußten die Mitglieder der 
Zünfte über die Beschlüsse, die der Rat erlassen hatte, informieren. 
Die Ratsbeschlüsse gegen „Faßnachten und Mummereien, Purschen 
und Mummenschanz“ hängen in Lindau mit der starken Ver 
wurzelung des Protestantismus zusammen. Die Fasnacht in 
Lindau entwickelte sich daraus zwangsläufig etwas anders als in 
den übrigen Städten des Bodenseeraumes mit überwiegend katho 
lischer Bevölkerung. Auch die lange Zugehörigkeit zu Vorder 
österreich und von 1805 an zu Bayern, wirkte sich entsprechend 
aus. Erst in jüngster Zeit wurde die Fasnacht wieder auf das her 
kömmliche, heimatliche Brauchtum zurückgeführt, unter An 
knüpfung an nachweisbare Fasnachtsbräuche in Verbindung mit 
zeitgemäßen Elementen. 
Die Fasnachtsgestalten in Lindau unterscheiden sich nicht von 
anderen in Süddeutschland beheimateten Fasnachtsfiguren. Der 
Körper der „Vermummten“ ist mit Maske, „Häs“ (dem Gewand) 
und Handschuhen bedeckt; er ist „unkenntlich“ geworden und 
kann so seinen Schabernack mit den Mitmenschen treiben. Ver 
gleicht man diese Fasnachtsgestalten mit den teilweise immer 
„freier“ werdenen „Fasnachtskostümen“ in den Hochburgen des 
z. B. bayerischen Faschings oder auch des rheinischen Karnevals, 
wird begreiflich, daß unser Fasnachtsbrauchtum mit letzteren 
nicht verbunden ist. 
In den Ratsprotokollen des 14., 16. und 17. Jahrhunderts findet 
man das Wort „Fasnacht“ in verschiedenen Schreibweisen. Dieser 
Begriff wurde daher nach dem II. Weltkrieg wieder in Lindau hei 
misch gemacht, nachdem im frühen 18. Jahrhundert beginnend, 
immer stärker die Bezeichnung „Fasching“ aufgekommen war. 
Ältere Bürger Lindaus erinnern sich allerdings sehr genau, daß 
anfangs des 20. Jahrhunderts hier wieder der Begriff „Fasnet“ ver 
wendet wurde. 
In den Gebräuchen unterscheidet sich die Lindauer Fasnacht 
kaum von den benachbarten Bodensee- oder Allgäustädten, wenn 
man von bewußten Kleinigkeiten absieht, die sich auf das Wissen, 
eine bayerische Narrenzunft im schwäbischen-alemannischen 
Sinne zu sein, bezieht. Dies äußert sich beispielsweise in der Ver 
wendung des bayerischen Rautenmusters in Narrenfahnen und 
Narrengewändem oder in der Verwandtschaft einer unserer Fas 
nachtsgestalten, des „Pflasterbuzen“, mit den Perchten der 
Gebirgstäler, zu denen wir bewußt ein Bindeglied sein wollen. 
Der Träger der Lindauer Fasnacht, die „Narrenzunft Lindau/Bo 
densee e. V.“, pflegt das Fasnachtsbrauchtum, um einen beschei 
denen Beitrag zur Erhaltung heimatlichen Volksgutes zu leisten. 
Dazu war es notwendig, Nachweise zu erbringen, daß die Fasnacht 
auch in Lindau ein altes Brauchtum ist. 
In den Jahren von 1969-1973 wurden erstmals Quellenstudien 
betrieben und festgestellt, daß die älteste Aussage über den Begriff 
„Fasnacht“ in einer um 1300 handgeschriebenen Urkunde zu fin 
den ist. In dieser Urkunde, die im 38. Heft der „Schriften des 
Vereins für Geschichte des Bodensees“, Lindau, 1909, in einem 
Aufsatz, „Urkunden zur Geschichte der Stadt Lindau im Mittel 
alter“, von Dr. Joetze aus Wunsiedel, beschrieben wird, geht her 
vor, daß die Lindauer Chorfrauen Anspruch auf eine angemessene 
Verpflegung an bestimmten Fest- und Feiertagen hatten. Die 
Dießenhofener Klosterfrauen, die als Schiedsrichterinnen nach 
Lindau berufen wurden, bestimmten, daß den Lindauer Chor 
frauen nicht nur im Herbst, sondern vor allem vor der Fasnacht 
31
	        

Cite and reuse

Cite and reuse

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Issue

METS METS (entire work) MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF (compressed) PDF (full size) DFG-Viewer OPAC
TOC

Article

PDF (compressed) PDF (full size) RIS

Image

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Issue

To quote this record the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Article

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Image

To quote this image the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Jahrbuch Des Landkreises Lindau 1987. 1987-01-01.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What is the fifth month of the year?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.