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Heimat / Vorarlberger Monatshefte 1931

Bibliografische Daten

fullscreen: Heimat / Vorarlberger Monatshefte 1931

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Heimat
Untertitel:
Vorarlberger Monatshefte
Publikationsort:
Innsbruck
Verlag:
Heimat-Verl.
Größe der Vorlage:
Online-Ressource

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz408015381
Strukturtyp:
Ausgabe
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Heimat / Vorarlberger Monatshefte 1931
Veröffentlichungsjahr:
1931-01-01

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz408015381_1931

Abschnitt

Strukturtyp:
Abschnitt
Titel:
Heft 2

Artikel

Strukturtyp:
Artikel
Autor:
Helbok, Adolf
Titel:
Mensch und Volk (Schluß)
Beteiligte Personen:
Helbok, Adolf

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Heimat
  • Heimat / Vorarlberger Monatshefte 1931
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis
  • Heft 1
  • Heft 2
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis
  • St. Martin aus Wolfurt. 15. Jahrhundert
  • Der ehemalige Tabakbau in Frastanz
  • Vorarlbergs Anteil am Bodenseeufer
  • Adrian von Friz
  • Mensch und Volk (Schluß)
  • Gefährdung der deutschen Kulturlandschaft
  • Der alte Bartl
  • Der grüne Esel
  • Bücherschau
  • Heft 3
  • Heft 4
  • Heft 5
  • Heft 6 und 7
  • Heft 8
  • Heft 9
  • Heft 10
  • Heft 11
  • Heft 12

Volltext

54 übersichtlicher Warte in sie eingegriffen worden wäre? Man mag über solche Möglichkeiten streiten, die Frage nach der Instanz aufwerfen, man kann aber zugeben, daß damals ein Eingriff, ganz allgemein gesprochen, auch eine a n- 
d 
e 
r e Wegrichtung hätte geben können» Als Volk der europäischen Mitte stehen wir am stärksten von allen Na- 
turnen 
unter einem vielartigen Jdeendruck von außen her. Das hat ja gerade 
die 
Entwicklung unseres Nationalbewußtseins gezeigt. Während es in Frank­ 
reich, 
getragen von der sozialen Bewegung des dritten Standes, zum Ge- 
danken 
der 
Nationalsouveränität emporwuchs, ging sein Werdegang in Deutsch- 
land 
viel 
langsamer vor sich, „weil er immer so viel und so Heterogenes in 
sich 
zu 
verarbeiten 
hatte",1) und immer mit dem Gedanken des Universalismus 
zu 
kämpfen 
hatte. 
Friedrich Meinecke hat deutlich den Kampf der nationalen 
und 
übernationalen, 
universalen Ideen aufgedeckt, der auf dem Wege bis 
zum 
heutigen, 
noch 
gar 
nicht so festen deutschen Nationalbewußtsein liegt. 
Angesichts 
solcher 
Dinge 
fragt 
der in nationalen Belangen Besorgte immer 
wieder 
nach 
Wegen, 
hier 
von 
oben 
her einzugreifen. 
Große 
Linien 
der 
Volkspflege, 
aufgefangen aus den Früchten der natio- 
nalen 
Forschung, 
die 
ihrerseits 
immer 
wieder von außen her vor ihre Auf- 
gaben 
gestellt 
wird, 
müssen 
strukturechte 
Gemeinschaften zu fördern trachten, 
strukturfremde 
Dinge 
hingegen 
vor 
einem 
allzu starken Hereinbrausen zurück- 
zuhalten 
suchen. 
Wir 
wollen 
gewiß 
der 
Segnungen der internationalen Kultur 
nicht 
entbehren, 
können 
es 
nicht, 
wollen 
aber 
darauf bedacht sein, daß wir 
sie 
unserer 
Volksstruktur 
gemäß 
umbauen, 
assimilieren. 
Da wir hier eine aus- 
nahmsweise 
Stellung 
haben, 
müssen 
wir 
auch 
ausnahmsweise Wege suchen. 
Kehren 
wir 
zur 
Eingangsbetrachtung 
zurück! 
Das 
Volk ist bodeube- 
schränkt, 
der 
einzelne 
nicht. 
Ersteres 
gewinnt 
mehr 
vom 
Boden, seiner Be- 
schaffenheit 
und 
seiner 
Umgebung, 
letzterer 
mehr 
von 
seiner 
menschlichen Um- 
welt. 
Mehr 
als 
die 
wenigen 
Jahre 
der 
Schule 
ist 
das 
Leben 
in 
der Volks- 
gemeinschast 
sür 
ihn 
entscheidend. 
Der 
größte 
schöpferische 
Mensch, 
der ein- 
samste 
Genius 
ist 
nicht 
denkbar 
ohne 
das 
Volk. 
In 
ihm 
wurzelt 
er 
körperlich, 
geistig, 
feelisch. 
Aus 
ihm 
holt 
er 
feine 
schöpferische 
Kraft. 
Ein 
Volk 
vermag 
aber 
seine 
Erziehungsaufgabe 
am 
Menschen, 
das 
ist 
dessen 
Aufschließung 
für 
das 
Volksganze, 
um 
so 
größer 
zu 
erfüllen, 
je 
struktur- 
klarer 
es 
selbst 
ist. 
Der 
höchste 
Mensch 
in 
struktureller 
Beziehung 
ist 
der 
große 
Staatsmann; 
können 
höchste 
Menschen 
in 
geistiger 
oder 
künstlerischer 
Richtung 
auch 
aus 
einem 
Wirrsal 
der 
Struktur 
emporsteigen, 
wie 
uns 
Goethe 
gezeigt 
hat, 
Staatsmänner 
können 
es 
nur, 
wenn 
sie 
gesteigerte 
Strukturklarheit 
ihres 
Volkes 
sind. 
*) 
Meinecke, 
Weltbürgertum 
und 
Nationalstaat, 
1915, 
S. 
25. 25.
	        

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