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Heimat / Vorarlberger Monatshefte 1931

Bibliographic data

fullscreen: Heimat / Vorarlberger Monatshefte 1931

Structure type:
Periodical
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Heimat
Subtitle:
Vorarlberger Monatshefte
Place of publication:
Innsbruck
Publisher:
Heimat-Verl.
Scope:
Online-Ressource

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz408015381
Structure type:
Issue
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Heimat / Vorarlberger Monatshefte 1931
Year of publication:
1931-01-01

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz408015381_1931

Section

Structure type:
Section
Title:
Heft 6 und 7

Article

Structure type:
Article
Author:
Helbok, Adolf
Title:
Zur Geschichte des „Agrarkommunismus" unserer alten Bauerndörfer
People involved:
Helbok, Adolf

Contents

Table of contents

  • Heimat
  • Heimat / Vorarlberger Monatshefte 1931
  • Title page
  • Contents
  • Heft 1
  • Heft 2
  • Heft 3
  • Heft 4
  • Heft 5
  • Heft 6 und 7
  • Title page
  • Contents
  • Kloster Viktorsberg
  • Waldschlößle
  • Dr. Albert Ritter
  • St. Arbogast
  • Nibelungenjahr
  • Altmontfort
  • Der Geist der Gotik im künstlerischen Schaffen des Vorderlandes
  • Zwei Vorderländer Maler
  • Jakob Jon
  • Franz Fidelis Jubele - ein Vorarlberger Abenteurer
  • Zur Geschichte des „Agrarkommunismus" unserer alten Bauerndörfer
  • Die Handwerkszunft in Götzis
  • Über die Entwicklung der Stickerei-Jndustrie in Götzis und im Vorderlande
  • Rückkehr
  • Heft 8
  • Heft 9
  • Heft 10
  • Heft 11
  • Heft 12

Full text

194 sie einen Blick in die karolingische Flurverfassung tun dürfen, so verdanken 
wir dies dem Umstand, daß die Bedürfnisse des hochentwickelten römischen 
Vermessungsdienstes im Wege römisch-rechtlicher Anschauungen im Urkunden- 
roesen 
Zur Geltung kamen. Die spätrömische Geodäsie verfügte ja sogar über 
Wissenschaftliche Abhandlungen und Lehrbücher, und es ist durchaus begreif- 
lich, 
daß 
es 
zum Wesen jeder rechtmäßigen Besitzübertragung gehörte, daß 
einwandfreie 
Lageangaben damit verbunden wurden. Das damalige deutsche 
Recht 
forderte 
dies entsprechend den allgemeinen Verhältnissen noch nicht, 
es 
genügten 
hier 
die 
Urkundenzeugen, die bei der Handlung zugegen waren 
und 
im 
Streitfalle 
jederzeit die nötigen Angaben machen konnten. Wenn 
die 
rätoromanischen 
Urkunden zwar auch regelmäßig Zeugen anführen, so 
erforderte 
dies 
die 
deutsche 
Auffassung vom Beweisverfahren, denn das Land 
stand 
unter 
deutscher 
Verwaltung. Die Urkunde hatte ihren römischen Eha- 
rakter 
als 
Schriftzeuge 
verloren, 
denn sie wurde, wie ich nachgewiesen habe, 
nicht 
von 
jener 
Person 
geschrieben, 
die sich als ihr Schreiber ausgibt. Der 
römische 
Schriftbeweis 
war 
also 
in 
die 
deutsche Zeit nicht mehr durchgedrun- 
gen, 
wohl 
aber 
römisch-rechtliche 
Einrichtungen, wie die Lageangabe des Gutes, 
weil 
sie 
dem 
römischert 
Formular 
angehörten. 
Die 
streifenartige 
Gewannflur 
ist 
damit 
für 
die karolingische Zeit erwiesen. 
Wenn 
Rübe?) 
in 
seinem 
Werke 
über 
die 
Franken die Auffassung vertrat, 
daß 
das 
fränkische 
Vermessungswesen 
ihre 
ganze 
Staatsverwaltung voll- 
kommen 
durchsetzte, 
so 
scheint 
mir 
Brandi 
ihm 
mit 
Recht entgegengetreten 
zu 
sein, 
denn 
hätte 
er 
recht, 
so 
müßte 
gerade 
in 
unserem 
Gebiete stärkster rö­ 
mischer 
Kontinuität 
und 
nachweisbar 
starker 
fränkischer 
Einflußnahme doch 
etwas 
davon 
zu 
bemerken 
sein. 
Die 
Urkunden 
im 
Nordteil 
des 
Landes mit 
ihren 
Pauschalangaben 
über 
den 
Besitz 
zeigen 
zum 
mindesten, 
daß 
jene ver- 
muteten 
Einrichtungen 
nicht 
Boden 
zu 
fassen 
vermochten. 
Der 
Nachweis der 
streifenartigen 
Gewannflur 
für 
die 
Karolingerzeit 
legt 
die 
Vermutung 
nahe, 
daß 
dort, 
wo 
damals 
schon 
die 
Flur 
voll 
ausgebaut 
war, 
der 
Flurzwang 
de- 
stand. 
Es 
ist 
eine 
Aufgabe 
künftiger 
Forschung, 
diesen 
Dingen 
erst 
nachzu- 
gehen. 
Man 
hat 
ja 
bet 
der 
früheren 
Auffassung 
keine 
Veranlassung 
gehabt, 
die 
Quellen 
nach 
der 
Frage, 
wann 
der 
Flurzwang 
entstanden 
sei, 
zu 
befragen. 
Dafür 
aber, 
daß 
die 
von 
mir 
vertretene 
Ansicht, 
die 
Gewannfluren 
mit 
Gemenglage 
des 
Besitzes 
seien 
eine 
Folge 
von 
Erbteilungen 
und 
des 
Flur- 
ausbaues, 
die 
heutigen 
Gewannfluren 
seien 
also 
nicht 
eine 
Gründung 
der 
Germanen, 
stimmt, 
treten 
heute 
Beweise 
auf 
der 
Seite 
der 
Archäologie 
hervor. 
Die 
neuerliche 
Durcharbeitung 
der 
Württembergischen 
Reihertgräberinventare 
durch 
Beeck 
ergibt 
nämlich, 
daß 
die 
großen 
und 
berühmten 
©emartrtdörfer 
der 
Jn- 
genorte 
Württembergs 
nicht 
als 
solche, 
sondern 
als 
meilerartige 
kleine 
Gruppen- 
siedlungen 
gegründet 
wurden. 
Jeder 
dieser 
kleinen 
Weiler 
hatte 
seinen 
eigenen 
Friedhof 
und 
alles 
spricht 
dafür, 
daß 
der 
Besitz 
dieser 
Bauern 
geschlossen 
war.2) 
Die 
Franken, 
1904. 
2) 
XV. 
Bericht 
der 
röm.-germ. 
Komm. 
1923/24 
S. 
45. 45.
	        

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