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Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1940-002

Bibliografische Daten

fullscreen: Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1940-002

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Tirol-Vorarlberg
Publikationsort:
Innsbruck
Verlag:
[s.n.]
Größe der Vorlage:
Online-Ressource

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz407595562
Strukturtyp:
Ausgabe
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1940-002
Veröffentlichungsjahr:
1940-002-01

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz407595562_1940_002

Artikel

Strukturtyp:
Artikel
Autor:
Stolz, Otto
Titel:
Der Arlberg in der Geschichte
Beteiligte Personen:
Stolz, Otto

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Tirol-Vorarlberg
  • Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1940-002
  • Inhaltsverzeichnis
  • Titelseite
  • Von den Schönheiten des Winters in Tirol-Vorarlberg
  • Sippenzeichen aus Tirol und Vorarlberg
  • Der Arlberg in der Geschichte
  • Beherrscher des Ski
  • Unsere Gebirgsjäger
  • Tiroler Holzschnitzkunst
  • Wir suchen einen Berg
  • Der Schnee als Künstler
  • Skilift am Arlberg
  • Liftikus und Liftika
  • Anzeigenteil

Volltext

itt Ser C} efc 
V on Otto Stolz 
Hohe Gebirge wie die Alpen sind im ganzen für den Verkehr immer und überall ein Hindernis, aber umso 
stärker treten in ihnen die wenigen Linien hervor, die einen einigermaßen brauchbaren Durch- und Übergang 
gestatten, die Talfurchen und besonders deren Verbindungen, die Pässe. Einer der wichtigsten derselben ist der 
Arlberg, der den Inn und den Rhein, die zwei größten Flüsse und Talgebiete auf der Nordseite der Alpen 
in ost-westbcher Richtung miteinander verbindet. Er diente aber im Laufe der Geschichte nicht allein dieser 
ost-westlichen Verkehrsverbindung, sondern auch der nord-südlichen, indem er das Oberrheingebiet durch das 
Oberinntal auch mit der Reschen- und Brennerstraße verknüpft. So hat der Arlberg in der Verkehrsgeschichte 
eine bedeutsame Stellung, aber auch in der Siedlungs- und Staatengeschichte. Das soll hier im Überblicke 
betrachtet werden. 
In der Zeit des altrömischen Weltreiches lag der Arlberg in der Mitte der Provinz Rätien, die über das 
obere Rhein- und Inn-, wie das Etschgebiet sich erstreckte. Daß damals über den Brenner und die Scharnitz 
eine Hauptreichsstraße gegangen ist, wird durch alte Meilensteine und Postverzeichnisse bezeugt, für den Arl 
berg aber nicht. Das kann aber natürlich nicht besagen, daß der Paß damals überhaupt nicht begangen worden 
ist, waren ja seine Fußpunkte Perjen bei Landeck und Bludenz zur Römerzeit besiedelt, wie Bodenfunde zeigen. 
Bei der Einwanderung der germanischen Stämme der Baiern und Schwaben in die Alpen im 5. und 6. Jahr 
hundert nach der Zeitwende wurde der Arlberg eine Grenze ihrer Stammes- und Herrschaftsbereiche einerseits 
im Inntal und andererseits im Rhein-Ill-Tal. Aber auch darüber haben wir keine direkten Nachrichten aus jener 
Zeit selbst, sondern das müssen wir aus der späteren Ausbreitung der Landesherrschaft und besonders der Mund 
art der Bevölkerung erschließen, denn am Arlberg scheidet sich die bajuwarisehe und alemannische Mundart 
auch heute noch. 
Die staatliche Verbindung zwischen Deutschland und Italien — sie standen seit den Zeiten Karls des Großen 
unter ein und demselben Römischen Kaiser Deutscher Nation — sowie in anderer Weise die Kreuzzüge hatten 
ja schon seit langem einen gewissen Verkehr über die Alpen gebracht und den Rittern und Pilgern folgten bald 
auch die Kaufleute auf dem Fuße. Venedig, das neben Genua schon längst Handelsbeziehungen mit dem Orient 
angeknüpft hatte, suchte nun, besonders seit der Mitte des 13. Jahrhunderts, einen möglichst direkten Anschluß 
auch an das Rheingebiet zu gewinnen und dazu war der Arlberg in Fortsetzung der Reschen- und Brenner 
straße sehr geeignet. 
Seit damals tritt auch der Name Arlberg, der ja gewiß viel älter ist, erstmals in der schriftlichen Über 
lieferung auf. Er kommt von Arl, das ist das alpine Krummholz, auch die manchmal gebrauchte Form „Adler 
berg“ weist auf diese Herleitung und nicht etwa auf Aar oder Adler. So stiftete im Jahre 1218 der Graf von 
Montfort, der damals die Landesherrschaft vom Bodensee aufwärts bis zum Arlberg innehatte, dem Johanniter 
orden einen Grundbesitz in der Stadt Feldkirch und außerdem in dem „Walde an dem Arle“, das ist das spätere 
Klösterle und Stuben, dafür daß er die über den Paß gehenden Pilger betreue. Städte und Märkte entstanden 
18
	        

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Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1940-002. 1940-002-01.
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