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Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-06

Bibliographic data

fullscreen: Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-06

Structure type:
Periodical
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Kultur
Subtitle:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft
Place of publication:
Dornbirn
Publisher:
Verein KULTUR - Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048
Structure type:
Issue
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-06
Year of publication:
1987-06-01

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048_1987_06

Article

Structure type:
Article
Title:
Ing. mit Mag. Sieghard Paier

Contents

Table of contents

  • Kultur
  • Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-06
  • Title page
  • Contents
  • Fremdenverkehr - befremdlich verkehrt
  • Allgemeine Anmerkungen zur Veränderung der Volks-Kultur durch den Massentourismus
  • Ing. mit Mag. Sieghard Paier
  • Landesgalerie: Keiner weiss was, das dafür aber ganz genau
  • Blintimus Blinsky läßt aufheulen
  • "Waldheim ist ein Gottesbeweis...."
  • Nachruf auf den Cineclub Zoom oder die Macht der Multinationalen Verleiher und die Ohnmacht der Provinzkinos
  • Neue Dornbirn-Publikationen
  • Kein Denkmal für Sisyphus errichten
  • Platentips: Tödliche Waffen!
  • Reaktionen
  • Interview mit Sarah Kirsch
  • Filmnotizen
  • Der literarische Beitrag: Florentine Stock "Berliner Zeiten"
  • Magazin

Full text

12 
KULTUR 
*n 
,VL 
f 
Sieghard Paier 
Mit dem Direktor des Landesfrem 
denverkehr sverbandes, Mag. Sieg 
hard Paier, führte Peter Füßl das 
folgende Gespräch über diverse 
Aspekte des Tourismus in Vorarl 
berg. 
KULTUR: Welche Bedeutung kommt Ih 
rer Meinung nach dem Tourismus in 
Vorarlberg heutzutage zu, und wel 
che Tendenzen lassen sich fest 
stellen? 
PAIER: Der Tourismus ist heute der 
zweitwichtigste Wirtschaftszweig 
in Vorarlberg nach der Industrie. 
Er führt zu einem regionalen Ein- 
kcmmensausgleich: während die 
Bergregionen früher an der Armuts 
grenze leben mußten, hat ihnen der 
Tourismus einen Wohlstand be 
schert, wie ihn auch die Indu 
strieregionen in den Tälern aufzu 
weisen haben. Gleichzeitig hat der 
Fremdenverkehr in Form des Neben 
erwerbs die Berglandwirtschaft ab 
gesichert, die ansonsten fast aus 
gestorben wäre - heute wären unse 
re Bergtäler verkarstet. Weiters 
ist der Fremdenverkehr der dritt- 
wichtigste Arbeitsplatzsicherer in 
Vorarlberg nach Industrie und Ge 
werbe - er sichert 18.000 Arbeits 
plätze. Außerdem ist er als "Steu 
erzahler” von großer Bedeutung, er 
bringt dem Bund, dem Land und den 
Gemeinden 1,6 Mrd. Schilling an 
Steuern. Das entspricht etwa dem 
Steueraufkommen der Industrie. Die 
Geneinden lösen im Landesschnitt 
jeden 4. Schilling aus touristi 
schen Steuern. HJ‘- 
heute müssen wir trachten, daß das 
quantitative Wachstum - sei es im 
Bereich des Hotelbaus, des Lift 
baus oder von Verkehrsbauten - zu 
Ende kommt, und daß ausschließlich 
ein qualitatives Wachstum statt 
findet. 
BSjUR: diese - vor allem Mle Sie denn die 
auch in finanzieller Hinsicht 
positiven Seiten des Tourismus hat 
natürlich kaum jemand etwas einzu 
wenden. Allerdings gibt es auch 
Probleme, etwa mit dem Umwelt 
schutz . Was von der einen Seite 
als Nächtigungszuwachs bejubelt 
wird, wird von der anderen als 
zusätzliche Umweltbedrohung aufge 
faßt. 
PAIER: Es ist natürlich klar, daß 
die Entwicklung der touristischen 
Infrastruktur Eingriffe in Natur 
und Umwelt erforderlich gemacht 
hat.Die positiven Seiten des Frem 
denverkehrs haben eben ihren Preis 
gehabt. Heute jedoch wissen wir 
mehr denn je - das hängt auch mit 
dem gestiegenen Umweltbewußtsein 
der Gäste zusammen daß der 
Fremdenverkehr langfristig nur 
überleben eine; 
relativ heile Umwelt verweisen 
kann. Heute sitzen wir also mit 
den Umwelt Schützern in einem Boot, 
Situation ein, wenn es um den wei 
teren Ausbau des Verkehrsnetzes 
oder des Schipistenbaus geht? Wird 
es da noch sehr viel an zusätzli- 
cher Infrastruktur brauchen, wird 
; noch viel Natur dran glauben müs 
sen? * 
PAIER: Wir glauben, daß das Stra 
ßennetz in Vorarlberg, so weit es 
den Fremdenverkehr betrifft, mehr 
oder weniger seinen Endausbau er 
reicht hat. Was noch wichtig wäre 
für den Fremdenverkehr sind Orts 
umfahrungen, damit die Lebensqua 
lität in den Gemeinden nicht nur 
für die Gäste, sondern vor allem 
auch für die Einheimischen wieder 
ansteigt. 
KULTUR: Und der Schipistenbau? 
Hier ist ja das Problam, daß im 
Winter jene Natur zerstört wird, 
die man im Sommer als heil prä 
sentieren möchte.
	        

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