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Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-03

Bibliografische Daten

fullscreen: Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-03

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Kultur
Untertitel:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft
Publikationsort:
Dornbirn
Verlag:
Verein KULTUR - Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048
Strukturtyp:
Ausgabe
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-03
Veröffentlichungsjahr:
1987-03-01
Information:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-03

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048_1987_03

Artikel

Strukturtyp:
Artikel
Autor:
Längle, Ulrike
Titel:
Der literarische Beitrag: Der Baalschem von Michelstadt
Beteiligte Personen:
Längle, Ulrike

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Kultur
  • Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-03
  • Titelseite
  • Fürstentum Liechtenstein - eine Begegnung der dritten Art!
  • Inhaltsverzeichnis
  • Das Liechtensteinische Landesmuseum
  • Die Liechtensteinische Musikschule
  • XVII. Internationale Meisterkurse
  • Die neue Eigenproduktion des TAK.SEAN O'CASEY: Das Ende vom Anfang
  • Chronologie einer politischen Enttäuschung
  • Alemannia non Cantat
  • Aufstand der Kulturen
  • Dornbirner STATT Geschichten
  • Blintismus Blinsky: Ein waschechter Vorarlberger
  • Magazin
  • TfV - Schwerpunkt Nationalsozialismus
  • Reaktionen
  • Der literarische Beitrag: Der Baalschem von Michelstadt
  • Angst, Antrieb & Hemmung
  • ÖIE: Entwicklungspolitische Hcohschulwochen 1987 Entwicklung - Rüstung - Frieden
  • Jeunesse Bludenz
  • Die vorletzte Seite

Volltext

DER LITERARISCHE BEITRAG 
1 inylandesgeschicht1iches und li 
terarisches Kuriosum und einen bis 
jetzt völlig unbekannten Beitrag 
zum Ihema "Vorarlberg in der Lite 
ratur" stellt die folgende Episode 
aus der 'kulturgeschichtlichen Er 
zählung '"Der Baalschem von Michel 
stadt" von Judäus dar, die erst 
mals 1907 in Frankfurt am Main er 
schienen ist. In Form einer Folge 
von abenteuerlichen Episoden, von 
denen eine in Vorarlberg spielt, 
werden die Taten des Wunderrabbis 
(= Baal-Schau) Seckel Löw Wormser 
geschildert, der von 1822 - 1847 
Rabbiner in Michelstadt im Oden 
wald war. Seinem Andenken ist das 
seit 1979 bestehende jüdische Mu 
seum in der Michelstädter Synagoge 
gewidmet. Wie berühmt dieser Wun 
derrabbi noch heute ist, zeigt 
sich etwa darin, daß ein Artikel 
im 'Aufbau', der in New York er 
scheinenden Zeitschrift der deut 
schen Juden in den USA, vom 27.2. 
1987 vom Michelstädter Museum und 
Rabbi Löw Wormser handelt. 
Hinter dem Pseudonym Judäus ver 
birgt sich der 1849 in Michelstadt 
geborene Dr. phil. Herz Ehrmam, 
über den die einschlägigen Lexika 
nur spärliche Informationen lie 
fern: er studierte in Heidelberg, 
arbeitete in Karlsruhe und seit 
1877 als Lehrer und Rabbiner in 
Kassel, 1918 starb er in Lübeck. 
Ehrmann war Verfasser mehrerer Ab 
handlungen und 'kulturhistorischer 
Erzählungen', die in unterhalten 
der Form über jüdische Bräuche in 
formieren, u.a. "Der Raw", Frank 
furt am Main 1913/14, "Eine unge- 
kannte Welt. Erzählungen aus dam 
jüdischen Familienleben", Frank 
furt am Main 1907 und einer 
Streitschrift zur Frage des damals 
verbotenen Schächtens.Sie erschie 
nen alle in mehreren Auflagen und 
wurden in den vergangenen Jahren 
in der Schweiz wiederaufgelegt. 
Ehrmann war ein Vertreter der or 
thodoxen, gegen liberale Strömun 
gen gerichteten Tendenz im Juden 
tum, worauf schon das programmati 
sche Pseudonym "Judäus" hinweist. 
Die hier abgedruckte Episode von 
der Ostermesse in Dornbirn 1830 
und dem jüdischen Bischof ist hi 
storisch nicht belegbar, im Gegen 
satz zu anderen Gestalten des Ri 
ehes, die tatsächlich gelebt ha 
ben: Das Generalvikariat in Feld 
kirch war von 1829 nach den Abgang 
Bischof Galuras bis 1832 unbe 
setzt. Es entspricht auch nicht 
den Tatsachen, daß in "Tirol", wo 
zu auch Vorarlberg zählte, keine 
Juden lebten; so bestand damals 
bereits die Hohenemser Judenge 
meinde. Auch der Wechsel in der 
Bezeichnung des Bischofsitzes — 
einmal spricht Ehrmann vom Bischof 
von Feldkirch, dann von Chur, 
schließlich sogar von Dornbirn (!) 
- deutet darauf hin, daß der Ver 
fasser ihm vage bekannte Fakten 
kombiniert hat. 
Die Erzählung von der Dombimer 
Ostermesse bildet den Schluß des 
Buches und schildert die entschei 
dende aufklärende Unterhaltung 
zwischen Rabbi Seligmarm, einem 
Schüler des Baalschem und dem 
reichen venezianischen Juden Ga 
briel Manasse, dem bekehrten Bi 
schof. 
Für den Hinweis auf Judäus und 
wertvolle Hilfe bei der Beschaf 
fung von Informationen danke ich 
DDr. Karl Heinz Burmeister. 
Ulrike Längle 
3tTIT
	        

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