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Montfort : Zeitschrift f. Geschichte u. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02

Bibliographic data

fullscreen: Montfort : Zeitschrift f. Geschichte u. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02

Structure type:
Periodical
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Montfort
Subtitle:
Zeitschrift für Geschichte, Heimat- und Volkskunde Vorarlbergs
Place of publication:
Dornbirn
Publisher:
Vorarlberger Verl.-Anst.
Scope:
Online-Ressource

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz278241670
Structure type:
Issue
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Montfort : Zeitschrift f. Geschichte u. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02
Year of publication:
1989-02-01

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz278241670_1989_02_mont_05_10_02

Article

Structure type:
Article
Author:
Gisinger, Arno
Title:
Der „Kampf um Bregenz": Ein „episches Finale"?
People involved:
Gisinger, Arno

Contents

Table of contents

  • Montfort
  • Montfort : Zeitschrift f. Geschichte u. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02
  • Title page
  • Contents
  • Mag. Dr. Reinhold Bernhard zum Gedenken
  • Ökologie und Heimatbücher
  • Die spätmittelalterlichen Fresken am ehemaligen Bregenzer Gesellenspital
  • Das „Marienlied" in Vorarlberg
  • Der Mailänder oder Lindauer Bote
  • Ob blaue Strümpfe einer berühmten Vorarlbergerin zustehen
  • Der Musiker Elias Klein aus Jöhlingen
  • Geburtlichkeit und Sterblichkeit in Vorarlberg 1750-1850
  • Der „Kampf um Bregenz": Ein „episches Finale"?
  • Schrifttum

Full text

aufgelösten deutschen Truppen relativ zügig. 
Doch auch die Amerikaner kamen schnell voran. 
So mußte es schließlich am 22. April 1945 zu 
einer grundsätzlichen Regelung der Vormarsch 
routen und zu einer „Grenzziehung" zwischen 
Franzosen und Amerikanern kommen. Die Ak 
tionszone der französischen I. Armee sollte der 
Westen Österreichs (zwischen Bodensee und Ho 
fen mit Fernziel Landeck/Reschen) sein, während 
die amerikanische 7. Armee sich in Richtung 
Innsbruck/Brenner orientierte. 13 Die Besetzung 
Westösterreichs durch die französischen Truppen 
erfolgte nach einer Anordnung De Lattres vom 
28. April schließlich in zwei Teiloperationen: 
während die 1. Panzerdivision über Immenstadt 
nach Landeck vorstieß, erhielt die 5. Panzerdivi 
sion den Befehl, entlang der Schweizer Grenze 
durch das Illtal Richtung Arlberg zu marschie 
ren. 14 Unterstützt wurde sie dabei von der 
4' D.M.M. sowie der 2 e D.I.M. 
Am 29. April (um 20.30 Uhr) konnte eine 
Patrouille der C.C.4 der 5' D.B. die Grenze bei 
Hohenweiler überschreiten; die französischen 
Truppen standen damit auf österreichischem Ge 
biet und bereiteten die Einnahme der ersten 
österreichischen Stadt — Bregenz — vor. 15 
Auf ihrem Vormarsch durch den süddeutschen 
Raum bis in das Bodenseegebiet innerhalb weni 
ger Wochen waren die beiden französischen Ar 
meekorps durch das 1 er Corps Aerien Franqais 
unterstützt worden. Dieses 1. Luftarmeekorps be 
stand aus drei Jagdbombergeschwadem (P—47; 
I t2re , 3 e und 4' escadre), einem Aufklärungsge 
schwader (33' escadre) sowie zwei Geschwader 
mittlerer Bomber (B—25; 31' und 34' escadre). 16 
In der ersten Phase, der Überschreitung des 
Rheins (Ende März/Anfang April), spielten zu 
nächst die Aufklärer eine wichtige Rolle in der 
Erkundung der Vormarschrouten. Die Überque 
rung des Rheins wurde dann durch das 3he 
escadre und das 4' escadre, die zu diesem Zeit 
punkt noch in Luxeuil stationiert waren, unter 
stützt. 17 Mit dem weiteren Vormarsch wurden 
jeweils auch die Luftwaffeneinheiten näher zur 
Front verlegt. Anfang April wurde das 1. Ge 
schwader, das bis dahin in Colmar stationiert 
war, nach Straßburg-Entzheim verlegt; und die 
beiden anderen Geschwader rückten nach Col 
mar nach. Während die Bomber nur relativ selten 
202 
zum Einsatz kamen, dabei meistens Versorgungs 
oder Munitionsdepots zerstörten oder wie am 
10. April gegen Schweinfurt zusammen mit den 
Amerikanern Angriffe flogen, wurden die Jagd 
bomber neben Begleitflügen für Bomber und Auf 
klärer zur taktischen Unterstützung der Boden 
truppen eingesetzt. Sie griffen meist Eisenbahn 
züge und deutsche Nachschubkonvois durch 
Bordwaffenbeschuß oder leichtere Bombarde 
ments an. Durch diese „sweeps" und „straffings" 
sollten sie die letzten Widerstände brechen. 18 
Die beiden Armeekorps wurden auf ihrem Vor 
marsch relativ gleichmäßig von der Luftwaffe 
unterstützt. Am 20. April zeichnete sich in dieser 
Hinsicht jedoch eine Wende ab. Die Direktiven 
für den 21. April hatten zunächst vorgesehen, 
50 Prozent der Kräfte für das 2. Armeekorps und 
nur 35 Prozent für das 1. Armeekorps einzuset 
zen. ln einer Berichtigung hieß es dann, daß alle 
Einsätze der Unterstützung des 1. Armeekorps 
dienen sollten. 19 Ab diesem Zeitpunkt wurden 
praktisch alle verfügbaren Mittel des 1 er C.A.F. für 
das Vorrücken des 1. Armeekorps nach Vorarl 
berg eingesetzt.™ Am 24. April erhielten die Auf 
klärer den Auftrag, in einem „Photo-Programm" 
das Gebiet Lindau - Kempten - Garmisch - 
Landeck — Feldkirch (und damit erstmals auch 
Teile Vorarlbergs) zu erkunden. 21 Den Fliegerstaf 
feln wurde mitgeteilt, daß das 1" C.A. möglichst 
rasch zum Bodensee vorstoßen werde und daß 
dabei insbesondere die 5' D.B. von den Jagdbom 
bern unterstützt werden sollte. 22 Daneben sollten 
sie vor allem den deutschen Materialnachschub 
auf der Rückzugsroute verhindern und die letzten 
„feindlichen Elemente" im Schwarzwald auf- 
lösen. 23 
In diesem Zusammenhang ist auch der Tiefflie 
gerangriff auf den Lauteracher Bahnhof am 
25. April zu sehen: Die französischen Flieger 
hatten einen Lazarettzug, der unter Rot-Kreuz- 
Tamung vier Waggons Sprengstoff mitführte, 
vom Schwarzwald bis nach Lindau verfolgt. Von 
Lindau wurde der Zug nach Bregenz verschoben 
und von dort nach Lauterach abgestellt. Am 
Morgen des 25. April griffen die Jagdbomber den 
Zug und damit die Bahnhofsgegend in Lauterach 
an. Zahlreiche Personen aus der Nachbarschaft 
wurden vom Angriff überrascht und kamen dabei 
ums Leben. Insgesamt forderte dieser Angriff über
	        

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