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Montfort : Zeitschrift f. Geschichte u. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02

Bibliografische Daten

fullscreen: Montfort : Zeitschrift f. Geschichte u. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Montfort
Untertitel:
Zeitschrift für Geschichte, Heimat- und Volkskunde Vorarlbergs
Publikationsort:
Dornbirn
Verlag:
Vorarlberger Verl.-Anst.
Größe der Vorlage:
Online-Ressource

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz278241670
Strukturtyp:
Ausgabe
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Montfort : Zeitschrift f. Geschichte u. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02
Veröffentlichungsjahr:
1989-02-01

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz278241670_1989_02_mont_05_10_02

Artikel

Strukturtyp:
Artikel
Autor:
Gmeiner, Emmerich
Titel:
Die spätmittelalterlichen Fresken am ehemaligen Bregenzer Gesellenspital
Beteiligte Personen:
Gmeiner, Emmerich
Niederstätter, Alois

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Montfort
  • Montfort : Zeitschrift f. Geschichte u. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis
  • Mag. Dr. Reinhold Bernhard zum Gedenken
  • Ökologie und Heimatbücher
  • Die spätmittelalterlichen Fresken am ehemaligen Bregenzer Gesellenspital
  • Das „Marienlied" in Vorarlberg
  • Der Mailänder oder Lindauer Bote
  • Ob blaue Strümpfe einer berühmten Vorarlbergerin zustehen
  • Der Musiker Elias Klein aus Jöhlingen
  • Geburtlichkeit und Sterblichkeit in Vorarlberg 1750-1850
  • Der „Kampf um Bregenz": Ein „episches Finale"?
  • Schrifttum

Volltext

Die spätmittelalterlichen Fresken am ehemaligen 
Bregenzer Gesellenspital 
VON EMMERICH GMEINER UND ALOIS NIEDERSTÄTTER 
Als am Montag, dem 1. Juni 1908, Maurer die 
Renovierungsarbeiten am Haus Eponastraße 8 in 
der Bregenzer Oberstadt, dem ehemaligen Gesel 
lenspital, in Angriff nehmen wollten, kamen sie 
auch schon ins Stocken. Unter dem losen Putz, 
den es abzuschlagen galt, kamen Spuren einer 
ungewöhnlichen Fassadenbemalung zutage. 
Nach einem vorsichtigen Entfernen der Putzreste 
wurden - wie die Vorarlberger Landes-Zeitung 
bereits einen Tag später im Lokalteil berichten 
konnte - „Fresken bloßgelegt, die das Bild des hl. 
Christophorus, die Wappen von Bregenz, Mont 
fort etc. zeigen und aus dem 15. Jahrhundert 
stammen dürften. Herr Lehrer Haider hat unter 
Aufwendung großer Sorgfalt und Mühe die Fres 
ken bloßgelegt, die durch die frischen Farben 
überraschen. Der Museumsverein wird sich die 
ses wertvollen Fundes annehmen." 1 
Über Initiative des damaligen Landesarchivars 
Viktor Kleiner wurde der „Malermeister" Florus 
Scheel aus Feldkirch beauftragt, die Freskomale 
reien freizulegen und zu fixieren, 2 Um sie vor 
schädlichen Witterungseinflüssen zu schützen, 
wurde damals ein Kupferdach angebracht. 
Im Zuge einer Gesamtsanierung des Hauses im 
Jahr 1963 erfuhr das Fresko durch den akademi 
schen Restaurator Hans Bertle eine zweite Re 
staurierung. 
Der unbekannte Verfasser eines Beitrags in der 
Landes-Zeitung 2 datierte die Entstehung des Fres 
kos in die Zeit von 1370 bis 1400 und führte es 
auf dieselbe Hand zurück, die die kurz zuvor 
wiederentdeckten Fresken in der St. Michaels 
und der Martinskapelle geschaffen hat. Die Datie 
rungsversuche der folgenden Jahrzehnte waren 
zum Scheitern verurteilt, da sie jeweils ohne 
Berücksichtigung der Bau- und Besitzgeschichte 
des Hauses und der Herrschaftsverhältnisse in der 
Stadt Bregenz unternommen wurden. So datierte 
Viktor Kleiner die Entstehung des Freskos in die 
zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts und schrieb es 
dem Bregenzer Maler Hieronymus Geser zu. 4 Ein 
unbekannter Verfasser datierte das Fresko 1957 
an den Anfang des 15. Jahrhunderts 5 und Oscar 
Sandner läßt es in seinem Stadtführer von 1973 
im beginnenden 16. Jahrhundert entstanden sein. 6 
1988 ist das Wandgemälde im Zuge einer 
gründlichen Restaurierung durch den akademi 
schen Restaurator und Bildhauer Frambert Wall- 
142 
Beyerfels verstärkt ins öffentliche Interesse ge 
rückt, so daß es angebracht ist, sich damit erneut 
zu beschäftigen. 
Die Ursprünge des Hauses Eponastraße 8 in der 
Bregenzer Oberstadt, an dessen straßenseitiger 
Nordostfassade die Wandbilder aufgemalt sind, 
gehen auf das Kloster Mehrerau zurück. 1375 
erwarb das Kloster ein Haus am Platz beim 
oberen Tor, 1424 folgte ein weiteres angrenzendes 
Haus. An der Stelle dieser Objekte errichtete das 
Kloster in den folgenden Jahren das nachmalige 
Haus Eponastraße 8. 7 Damit ist bereits ein erster 
Ansatz für die Datierung geliefert, aufgrund der 
Baugeschichte des Objekts kann das Fresko kei 
nesfalls vor 1424 entstanden sein. 
Weitere Anhaltspunkte ergeben sich aus dem 
ikonographischen Befund, vor allem aus einer 
Analyse der Wappenbilder. Links findet sich eine 
Darstellung des hl. Christophorus, der das Jesus 
kind auf seinen Schultern durch das Wasser trägt. 
Der hl. Christophorus war ein beliebtes Motiv des 
ausgehenden Mittelalters, mit ihm verband sich 
die Vorstellung, daß derjenige, der morgens sein 
Bildnis sieht und es andächtig betrachtet, an 
diesem Tag nicht mehr zu Tode kommen könne. 8 
Rechts des hl. Christophorus ist der hl. Petras, 
der Patron der Mehrerau, mit seinem Attribut, 
dem Schlüssel, abgebildet. Vor ihm kniet ein Abt 
— natürlich jener des Klosters Mehrerau - mit 
dem Stab in der Hand. Zwischen den beiden 
Figuren symbolisiert ein Altar - pars pro toto - 
die Benediktinerabtei Mehrerau. Die Bildgruppe 
Petras-Altar-Abt repräsentiert den Besitzer des 
Hauses, die Benediktinerabtei Mehrerau. 
In weiterer Folge schließen sich nach rechts 
sechs Wappenschilde an. Das Wappenbild des 
ersten Schilds war fast vollständig unkenntlich. 
Aus einigen Farbresten darf jedoch mit völliger 
Sicherheit geschlossen werden, daß sich an dieser 
Stelle das apokryphe Wappen der alten Grafen 
von Bregenz, das nachmalige Bregenzer Stadtwap 
pen, befunden hat. Es wurde anhand anderer 
spätmittelalterlicher Vorlagen - der Zürcher 
Wappenrolle 9 , des Kelchs von S. Stefano in Mura- 
no 1407, des Donaueschinger Wappenbuchs von 
1433“ - rekonstruiert. 
Das von links nach rechts zweite Wappen zeigt 
eine rote Fahne in goldenem Schild, als Helmzier 
eine Infel. Dieses Wappen wurde bislang regelmä-
	        

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