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Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees u. seiner Umgebung 2019 (137)

Bibliographic data

fullscreen: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees u. seiner Umgebung 2019 (137)

Structure type:
Periodical
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung
Place of publication:
Ostfildern
Year of publication:
1869
Publisher:
Thorbecke

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz408032952
Structure type:
Periodical volume
Collection:
Bodensee Bibliotheken
URN:
urn:nbn:de:gbv:601-95006
Title:
Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees u. seiner Umgebung 2019
Volume,Issue,Number:
137
Place of publication:
Ostfildern
Year of publication:
2019
Publisher:
Thorbecke

Physical location:
Konstanz, Kommunikations-, Informations-, Medienzentrum (KIM)
Shelfmark:
7 gsa 2/s23a-137
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz014854767_2019

Article

Structure type:
Article
Author:
Derschka, Harald
Title:
Ein authentischer Briefwechsel? : die Korrespondenz der Äbtissin Hildegard von Bingen mit Bischof Herrmann von Konstanz
People involved:
Derschka, Harald

Contents

Table of contents

  • Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung
  • Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees u. seiner Umgebung 2019 (137)
  • Title page
  • Table of contents
  • Tätigkeitsbericht des Präsidenten
  • Bericht über die 131. Hauptversammlung am 16. September in Feldkirch
  • Der Festakt zum Einhundertfünfzigsten Gründungsjubiläum des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung
  • Helmut Maurer (1936-2018)
  • Eine Ikone der Fasnacht am Bodensee : zur NS-Vergangenheit des Konstanzer und Stockacher Fasnachters Willi Herrmann
  • Das Tägermoos : ein Konfliktstoff von 1945 bis 1955
  • Konstanz am Bodensee : ein Zentrum jüdischen Lebens in der Französischen Besatzungszone
  • Ein "Landesverräter" aus St. Gallen : Ernst S. (1919-1942)
  • Ein unbekannter Gartenplan : ein Quellenfund im Fürstlich Quadt'schen Archiv in Isny
  • Johann Nepomuk Zürcher (1780-1844) : der frühe Kulturkampf in Kanton und Diözese St. Gallen
  • Aus einem Reisetagebuch : Franciso de Miranda (1750-1816) bereiste 1788 den Bodenseeraum
  • Das Rahlenschlösschen der Abtei Weissenau : ein theosophisch-freimaurerisches Gesamtkunstwerk samt Garten der Aufklärung?
  • Ein authentischer Briefwechsel? : die Korrespondenz der Äbtissin Hildegard von Bingen mit Bischof Herrmann von Konstanz
  • Siggingertal im Linzgau : eine untergegangene Ortschaft des Lorscher Codex?
  • Zwei Theodulf-Bibeln aus der Konstanzer Dombibliothek : frühmittelalterliche Belege für karolingische Herrscherreisen nach Italien
  • Buchbesprechungen
  • Buchanzeigen
  • Verein für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung

Full text

Harald Derschka 
EIN AUTHENTISCHER  BRIEFWECHSEL? 
Die Korrespondenz der Äbtissin Hildegard von Bingen mit 
Bischof Hermann von Konstanz 
Das 12. Jahrhundert zählt zweifellos zu den besonders fruchtbaren und ereignis- 
reichen Zeiten der europäischen Geschichte. Damals fanden in allen wichtigen Belangen 
durchgreifende Veränderungen statt; innerhalb weniger Generationen verwandelte sich 
die Lebens- und Gedankenwelt so fundamental wie davor nicht und danach auf Jahrhun- 
derte hinaus nicht mehr. Ein anhaltendes Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum er- 
möglichte einerseits das Entstehen der europäischen Städtelandschaft und ihres Bürger- 
tums, andererseits trug es die Entfaltung der höfischen und ritterlichen Kultur. In der 
Kunst und der Architektur erlebte die Romanik ihre späte Blüte, doch wurde sie bereits, 
von Nordfrankreich ausgehend, von der Gotik abgelöst. Die Dialektik, also die Kunst des 
rationalen Argumentierens, war die Leitwissenschaft dieser Zeit; sie erlaubte es, das 
Recht, die Philosophie und die Theologie zu verwissenschaftlichen. Zugleich organi- 
sierte sich der Wissenschaftsbetrieb selbst in den ersten Universitäten. Auf der politisch- 
herrschaftlichen Ebene setzte der allmähliche Aufstieg der Nationalstaaten ein; und mit 
den Kreuzzügen griff Europa erstmals weit über seine Grenzen hinaus. 
So eine Zeit formt markante Persönlichkeiten wie Kaiser Friedrich I. Barbarossa, 
König Richard Löwenherz, Abt Bernhard von Clairvaux oder Petrus Abaelardus und He- 
loisa. Zu ihnen zählt die streitbare Äbtissin Hildegard von Bingen (1098–1179), die ihren 
Zeitgenossen als Visionärin und Prophetin bekannt war und deren naturkundliches Werk 
in unserer Zeit eine fragwürdige Umgestaltung und Vermarktung als sogenannte »Hilde- 
gard-Medizin« erlebte. Hildegards Hauptwerk sind drei große Visionsschriften, in denen 
sie die Bilder und Worte, die sie sah und hörte, zusammenhängend als Offenbarungen 
Gottes deutete; sie zählen zu den bedeutendsten Texten der christlichen Visionsliteratur 
überhaupt. Ferner hinterließ Hildegard ein beachtliches Werk als Dramatikerin und als 
Dichterin. Aus dem Bewusstsein, ein Werkzeug Gottes zu sein, bezog sie die Autorität, in 
Tagesfragen Stellung zu beziehen, wobei sie konsequent den Standpunkt des traditionel- 
len benediktinischen Mönchtums und der christlichen Offenbarung vertrat. 
Zu Hildegards Werken gehört eine 
Briefsammlung.1 
Als Korrespondenzpartner 
erschei nen darin meist geistliche Männer und Frauen, gelegentlich auch Laien, darunter
	        

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