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Konstanzer Zeitung, Jg. 1858 (30)

Bibliografische Daten

fullscreen: Konstanzer Zeitung, Jg. 1858 (30)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung
Publikationsort:
Ostfildern
Veröffentlichungsjahr:
1869
Verlag:
Thorbecke

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz408032952
Strukturtyp:
Ausgabe
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees u. seiner Umgebung 2010
Veröffentlichungsjahr:
2010-01-01

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz014854767_2010

Artikel

Strukturtyp:
Artikel
Autor:
Niederstätter, Alois
Titel:
Jahresbericht des Präsidenten über das Vereinsjahr 2008/09
Beteiligte Personen:
Niederstätter, Alois

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Konstanzer Zeitung
  • Konstanzer Zeitung, Jg. 1858 (30)
  • Extra-Beilage: Telegraphische Depesche. Paris, 14. Januar 1858
  • Gesellenverordnung für die Stadt Konstanz
  • Rede seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs beim Schluss der Ständeversammlung am 4. Mai 1858
  • Extra-Beilage: Ein Wort über die Kreuzlinger und Paradieser Vorstadt
  • Extra-Beilage: Entgegnung auf den Artikel der Extra-Beilage zur "Konstanzer Zeitung", betitelt: "Ein Wort über die Kreuzlinger und Paradieser Vorstadt"

Volltext

Konstanzer Zeitung. 
Nr. 8. 5. Jannuar 1888. 
it Postaufschlag 3 . 
ments⸗Preis: halbjährlich 2 A., für das Großherzogthum Baden und die Schweiz m 
—8 fuͤr die —æã — oder deren Raum 3 kr., bei wiederholter Einrüdung 2 kr. 
Dienstag, 
aWdacbitcbbWclltt ud!Mcdb Md!¶MbehltukbMebecbakiakctt 
Deutschland. 
Baden. 
Karlsruhe, 2. Januar. Gestern Nachmittag war 
Cour bei Ihren Koͤnigl. Hoheiten dem Großherzog und 
der Großhetzogin und hierauf große Hoftafel 
Karlsruhe, 2. Januar. Das großh. Regierungs⸗ 
hlatt Nr. 62 vom 31. Dezember v J enthält eine Be⸗ 
fanntmachung des großh. Finanzministeriums vom 28. 
Novemder v. J., die Laͤnge der Staats⸗ und wichtigeren 
Vizinalstraßen betreffend. 
Bapern. 
Augsburg, 30. Dezember. Der Zopfabschneider ist 
noch nicht eingefangen, aber die Verhaftungen von Leu⸗ 
sen, die man faͤlschlich fuͤr die Schuldigen haͤlt, mehren 
iich. Der Magiftrat hat dagegen folgende Bekannt⸗ 
machung erlassen: „In juͤngster Zeit wiederholen sich die 
Faͤlle, daß von Civil⸗ und Milltaͤrpersonen Arretixungen 
ohne triftige Gruͤnde vorgenommen, und dadurch Zusam⸗ 
menrottungen, mitunter selbst Mißhandlungen der Arre⸗ 
irten veranlaßzt wurden. Es wird demnach bekannt ge⸗ 
macht, daß Diejenigen, welche eine solche Arretlung un⸗ 
befugter Weise oder ohne gegründete Ursache vornehmen, 
oder veranlassen, oder dazu aufreizen, kuͤnflig selbst zur 
Haft gebracht und mit aller Strenge bestraft werden 
vürden. Ebenso wird hiermit Jedermann gewarnt, sich 
nicht durch verdächtiges Herumschleichen oder schnelles 
daufen, namentlich des Nachts, dem Verdacht und der 
Arretirung durch die Polizeimannschaft auszusetzen“ Lei⸗ 
her ist gestern Abend eine solche Verhaftung vorgenom⸗ 
men worden. Ein hiesiger Bürgerssohn wurde in dem 
Augenblick, als er eine Klosterkirche verließ, von mehre⸗ 
xen Polizeidienern festgenommen, und da sich das Ge—⸗ 
ruͤcht verbreitet hatte, man sei endlich des Uebelthäters 
sJabhaft, versammelte sich eine außerordentliche Menge 
Volks, von dem Manche auf den Ungluͤcklichen mit 
Schirmen, Stöcken ꝛc eindrangen und riefen: „Schlagt 
ihn todt den Hund!“ Auf die Polizei gebracht und 
dvort verhoͤrt, mußte er in kurzer Zeit wieder entlassen 
verden. Die Mahnung des Magistrats hat also wenig 
Fruͤchte getragen. Mittlerweile hört man von neuen 
Anfällen. So ruchlos dieses Beginnen ist, so ist doch 
zu erwarten, daß fernere Verhaftungen ohne Mißhand⸗ 
sung der Verdaͤchtigen vorgenommen, und üuͤberhaupt 
darin mit Vorsicht vorgegangen werde, denn die Miß—⸗ 
handlung eines Unschuldigen ist doch das Aetgste, was 
geschehen kann. 
offerirt. Man fuͤrchtet es würden dieser Suspension 
noch mehrere aus gleichen Gründen auf dem Fuß folgen. 
Mainz, 31. Dezember. Auch in New-York ist die 
Theilnahme an dem Ungluͤcke, das die Stadt Mainz 
betroffen, sehr groß. Es wurde ein Comitee gewaͤhlt, 
am eine allgemeine Collekte in der ganzen Union zu 
»eranlassen. In den ersten zwei Tagen nach Veroffent⸗ 
ichung eines Auftufs wurden in New-York bereits 400 
Dollar gespendet. An milden Gaben werden im Ganzen 
etwa 290,000 fl. eingegangen sein. 
Sachsen⸗Weimar. 
Aus Thüringen, 31. Dezember. Bis vor einigen 
Jahren traten unsere jungen Leute, adeligen und buͤrger⸗ 
ichen Standes, wenn sie auf Avancement dienen woll⸗ 
en, vorzugsweise in das kön preuß. Militär. Seit den 
etzten gluͤcklichen Kaͤmpfen des oͤsterreichischen Heeres in 
Ungarn und Italien hat sich dieses geaͤndert, indem zum 
zrößten Theil jetzt Diejenigen, welche sich in den aus⸗ 
aͤndischen Kriegsdienst begeben wollen, sich in den Rei⸗ 
jen des oͤsterteichischen Heeres aufnehmen lassen. Der 
Brund dazu ist lediglich in dem durch jene Kriege ge⸗ 
deigerten und erhöhten Ansehen der österreichischen Hee⸗ 
esmacht und in den stattgefundenen Verbesserungen der 
Eintichtungen derselben zu finden. 
Preußen. — 
Koblenz, 29. Dezember. Wir haben noch keinen 
Frost, aber dennoch stockt in Folge des niedern Wasser⸗ 
tandes die Schifffahrt auf unseren beiden Stroͤmen fast 
zänzlich. Diese Stille im Verkehr auf den Stroömen theilt 
ich dem Verkehrsleben im Allgemeinen hier mit, und 
demnach bietet unsere sonst so freundliche Stadt jetzt ein 
angefälliges Bild. Inzwischen gewäͤhrt doch der niedere 
Wasserstand einen Vortheil für die Schifffahrt, indem 
derselbe zur Wegräumung der in den Strombetten lie⸗ 
zenden schweren Steinbloͤcke, woran so manches Schiff 
chon scheiterte und so manches Zugtau zerriß, benutzt 
vird. Einer von den in den letzten Tagen aus dem 
Rhein weggeräumten Bloöcken wog bei einer Länge von 
si / Fuß, bet 3 Fuß Breite und 21/, Fuß Dicke gegen 
80 Ceniner. 
Desterreich. 
Wien, 28 Dezember Die „Oftid. Post“ schreibt: 
„Seit der glotreichen Befreiung Wiens aus der Gewalt 
der belagernden Türken war kein Eteigniß für die Neu⸗ 
zestaltung der Stadt von solchem Einftusse, wie das 
zroße kaiserliche Weihnachtsgeschenk, welches die Demo⸗ 
irung der Basteien, die Ausfüllung der Schanzgraͤben, 
die Etweiterung der inneren Stadt auf einem Terrain 
»on beinahe fuͤnfhunderttausend Klaftern anordnet. Das 
aiserliche Handbillet vom 20. Dez. bildet einen großen 
und neuen Abschnitt in der Geschichte der Residenz Erst 
eht tritt Wien ebenbürtig in die Reihe der großen Welt— 
taͤdte. Die alten Schanzwaälle, welche die Stadt erstick⸗ 
en, werden fallen und mit ihnen jenes aufgedrungene 
Borurtheil, welches Stadt und Vorftädte bisher trennte 
und die Wohnungen, Magazine, Kauflaͤden innerhalb 
der Bastionen aristokratischer, vornehmer und werthvoller 
erfcheinen ließ als jene in den schönsten, gesundesten und 
brellesten Sttaßen, deren Faͤcher sich außerhalb des Gla⸗ 
Hefssen. 
Mainz, 29. Dezember. Das Boͤrsenspiel hat aber⸗ 
mals ein Opfer gefordert. Die hiesige Weinhandlung 
Georg Dael hat mit einer Passtvasumme von 322,000 fl. 
hre Zahlungen eingestellt Die Verluste entstanden 
hauptsaͤchlich aus der verunglückten Speculation in Darm⸗ 
tädter Berechtigungsscheinen (Enkel), indem der Chef 
der Firma Mitglied des vielgenannten Consortium war. 
Die Darmstaͤdter Bank ist Hauptgläubiger mit einer 
Forderung von 117,000 fll, auch ein Frankfurter Bank⸗ 
daus erleidet einen nicht unbetraͤchtlichen Verlust Dem 
Vernehmen nach werden indeß den Glaͤubigern 50 Proc.
	        

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Konstanzer Zeitung, Jg. 1858. J. Wagner, 1858.
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