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8. Jahrgang (1871)

Bibliografische Daten

fullscreen: 8. Jahrgang (1871)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Deutsches Schiffahrtsmuseum Bremerhaven
Titel:
Hansa : Schiffahrt, Schiffbau, Häfen
Untertitel:
Schiffahrt, Schiffbau, Häfen
Publikationsort:
Hamburg

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=722238312
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Deutsches Schiffahrtsmuseum Bremerhaven
URN:
urn:nbn:de:gbv:601-50
Titel:
8. Jahrgang
Band, Heft, Nummer:
1871

Signatur:
online
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=7222383128

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
April
Band, Heft, Nummer:
4

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Hansa : Schiffahrt, Schiffbau, Häfen
  • 8. Jahrgang (1871)
  • Gesamtindex
  • Januar (1)
  • Februar (2)
  • März (3)
  • April (4)
  • Mai (5)
  • Juni (6)
  • Juli (7)
  • August (8)
  • September (9)
  • Oktober (10)
  • November (11)
  • Dezember (12)

Volltext

Es kann aber nicht oft genug wiederholt werden dass dieRheder nicht verlangen auf Kosten der Ge- sainmtheit zu lukriren. Sieerwarten nur eine theil- weise Verg�tung f�r solche Sch�den die der Krieg ihnen �ber das Alle treffende Mass hinaus zugef�gt hat. Sie haben eben so gut wie alle Andern ihre S�hne ins Feld geschickt ihre Einquartierungslast ge- tragen ihr Gesch�ft zum Stillstand verurtheilt ge- sehen. Aber kein Beruf ist so direct alsderihrige und hatte nun meinen Irrthum gewahrend zur�ck- zukreuzen. Man geht daher am sichersten wenn man was sicli ohne Gefahr thun l�sst w�hrend der Nacht ankert und ruhig den Morgen abwartet. Endlich fand ich die richtige Stelle und ankerte nun etwa eine halbe Seemeile von der K�ste entfernt in 5 Faden Tiefe in gutem Ankergrund. Champerico der Ausfuhrhafen der etwa 4 5 Deutsche Meilen landeinw�rts belegenen Stadt Reate Handwerker nicht befohlen seine Werkstatt zu schlies- sen oder demFabrikanten sein Etablissement in den Ruhestand zu setzen oder dem Landmann seinen Acker brach liegen zu lassen. E r hat aber dem Rheder gesagt lass dein Schiff imHafen liegen oder ich nehme es dir weg. Champerico. In Ber�cksichtigung des Umstandes dass die Westk�ste Guatemalas meistens noch eine v�llige terra incoguita f�r die Deutsche Segelschifffahrt mehr und mehr anBedeutung gewinnt d�rften einige Bemer- kungen �ber obigen noch so wenig bekannten Lade- platz manchem Leser der Hansa willkommen sein. Im Herbste des Jahres 1868 von Antwerpen aus nach San Jose deGuatemala bestimmt bem�hteich mich in den Besitz einer guten Karte von der Mexi- den beiden kleinen D�rfern Barra de Justan und Barra de Chiapou meinen Beobachtungen zufolge in 14 12 N. 9229 3 W. Meine Karte verzeichnet den angedeuteten Platz in 14 45 N. 92 25 W. Auch fehlten die auf der Karte angegebenen tief einge- schnittenen Buchten vielmehr verlief derStrandin ziemlich gerader Linie von San Jose bis Champerico WNW. streichend. Soweit das Auge reicht ist der K�stensaum sehr niedrig gleichm�ssig mit Urwald bedeckt stellenweise von kleinen seichten Lagunen unterbrochen. Diese Monotonie der K�ste macht das Auffinden des Nestes ziemlich schwierig. Die K�ste isthiar jedoch ganz rein nur ist der Verkehr mit dem langsam ansteigenden Lande sehr erschwert durch zwei auf einander folgende Bran- dungen die sich am Ufer brechen. Unmittelbar am Strande stehen zwei armselige H�tten dieeine ganz aus Holz erbaut die .andere aus einfachen Pallisaden- 66c vom Kriege betroffen worden. Der Feind hat dem leo liegt nun in Wirklichkeit in derMitte zwischen kanischen Westk�ste zu gelangen. Danun in Ant- w�nden bestehend diemit Schilf �berdeckt sind. werpen eine solche nicht zu haben war wurde nach Da es in Champerico an allen Vorrichtungen London telegraphirt und bald kam denn auch von und Bequemlichkeiten zum Laden fehlt so ist man daher eine recht abgelagert aussehende Kartean gen�thigt Leichterfahrzeuge und Arbeiter von San betitelt West Coast of Central-Amerika No. 157 Jose mitzunehmen. Diese Leichter vermittelnnun Leadenhall-Street London. Nach n�hererBesichtigung ergab sich als unzweifelhaft dass mit der Karte durch Aufkleben der Jahreszahl 1868 ein etwas gewaltsamer Verj�ngungsprocesP vorgenommen worden war. J e - denfalls erwies sich die Karte sp�ter als entschieden falsch Gl�cklich i n San Jose angekommen erhielt ich Aus den Mittheilungen meines Consigne es ergab sich nun dass deraus zwei H�tten bestehende Ort Champerico etwa 80 Seemeilen nordwestlich von San Jose liege. Man sagte mir ich solle nur immer l�ngs der K�ste steuern bis ich zwei H�user bemerke und daneben eine Flaggenstange von welcher bei meiner Ann�herung eine norddeutsche Flagge gezeigt werden w�rde. Ungl�cklicherweise passirte i c h diese Stelle zur Nachtzeit und kam daher viel zuweit n�rdlich den Verkehr mit dem Lande aber selbst in der guten Jahreszeit November bis Mitte Juni wird dieser Ver- kehr in Folge der durch unruhige Witterung hohen Braudung oft wochenlang unterbrochen. In den �brigen Monaten h�ren dieVerschiffungen ganz auf da eine Landung dann ganz unm�glich wird. Champerico ist �berhaupt nur ein Ladeplatz ge- l�scht wird hier Nichts. Die Verschiffungsartikel be- stehen namentlich in Caffee. Cochenille Gummielasti- cum und trockenen Fellen. Meine Ladung bestand nur in Caffee derinS�cken vonca.130 H anBord ge- schafft wurde. Die dabei benutzten Leichterfahrzeuge sind ungef�hr 32 Fuss lang 10 Fuss breit 5 Fuss hoch und mit 10 Mann besetzt. Etwa 2 Fuss �ber dem Kiel ist eine Erh�hung von Planken angebracht die zum Lagern des Caffees bestimmt ist. Trotz der sch�tzenden Persenningdecke wird doch ein Theil der Ladung nass und muss dann auf dem Verdeck des Schiffes getrocknet werden. Jeder Leichter ladet un- gef�hr 60001B Caffee. Liegen die Lauschen l�ngs- seits des Schiffes so geschieht es leicht dass durch die heftigen Schwankungen der Leichter beim Ueber- nehmen der Ladung einige S�cke Caffee verloren gehen und d a die Versicherung der Ladung beginnt sobald die Lanschen vom Lande abstossen so werden die Kapit�ne ersucht die Connossemente mit dem Vermerke zu unterzeichnen dass so und so viel S�cke an derLadung fehlen. Champerico zu versegeln und hier die Ordre nach dort eine Ladung Caffee einzunehmen. Der Zeichner meiner Karte hatte offenbar noch keine Ahnung von der Existenz dieses ber�hmten Hafenplatzes gehabt denn vergebens suchte i c h diesen Namen a u f der- selben und eben so fruchtlos waren dieStudien meiner Englischen Segel-Anweisungen welche letztere ehrlich genug waren einzugestehen dass ihr Witz nur bis San Jose reiche und dort v�llig zu Ende sei. In den Sailing Directions for the West-Coast of North America by James lmray 1868 heisst es Seite 78 w�rtlich From San Jose the coast trends northwestward 270 miles to the entrance of the great lagoons of Tehuantepec. Of all this coast we possess no information whatever. Auch die soeben erschienene zweite Auflage von Findlays Directory for the Navigation of the North Pacific 1870 �berspringt die ganze K�stenstrecke von San Jose bis Tehuantepec. Etwas ausf�hr- licher ist A. S. Becher aber dieOrtschaften entstehen und verschwinden an jener K�ste in k�rzesten Zeitr�umen j e nach- dem der Dampter es lohnend findet dort anzulegen oder nicht. Die beste Karte von Guatemala ist noch immer die amtliche Mapa generale de Guatemala von unserm Landsmann Max von Sonnenstein in ihr liegt �brigens Champerico in 14 Ni N . zwischen Panama und der K�ste. Im Sommer gehen und 920 0 W. Klagen �ber Ungenauigkeit der betreffenden Englischen Karten sind schon imMarz vorigen Jahres h�chsten Orts von der Seewarte aus bekannt gegeben hoffentlich er- barmt sich bald eine Bundes-Aufnahme jener von uns so viel befahrenen K�ste. Anmerk. der Redaction. K�ste ist �brigens fast ausschliesslich in Deutschen Mein Aufenthalt i n Champerico dauerte vo m 11. M�rz bis zum 12. April 1869 w�hrend dieser Zeit erhielt ichmeine Ladung aus1300S�cken Caffee bestehend. Ausser meiner Aurora ankerten hier z u gleicher Zeit die Franz�sische Bark Mexican und eine Hamburger Bark. Die Panama Railroad Compagnie unterh�lt drei Dampfer von 6 bis700 Tons in best�ndiger Fahrt diese Dampfer bis Champerico woselbst sie alle 14 Tage anlaufen w�hrend sie i m Winter nur bis San Jose gehen. Der ganze Handel an dieser

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