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Anleitung zum Methodischen Studium der Homöopathie

Bibliografische Daten

fullscreen: Anleitung zum Methodischen Studium der Homöopathie

Strukturtyp:
Monografie
Sammlung:
Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie e.V.
Autor:
Lorbacher, A.
Titel:
Anleitung zum Methodischen Studium der Homöopathie
Untertitel:
für junge Aerzte welche un dieselbe eindringen und sich ernstlich damit beschäftigen wollen
Beteiligte Personen:
Lorbacher, A.
Publikationsort:
Leipzig
Veröffentlichungsjahr:
1883
Verlag:
Schwabe

Physikalischer Standort:
Europäische Bibliothek für Homöopathie (EBH), Köthen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=342617882

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
III. Praktische Anwendung.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Anleitung zum Methodischen Studium der Homöopathie
  • Titelseite
  • Einleitung
  • I. Vorbedingungen und Vorbereitungen für das Studium.
  • II. Das Studium selbst.
  • III. Praktische Anwendung.

Volltext

22 
Ausdauer erfordert, allein ohne dieselben kann man einmal nichts Ordent- 
liches im Leben erreichen. Wir homöopathischen Aerzte haben vor 
Allem die Pflicht, darauf zu bestehen, da es leider oft genug vor- 
gekommen ist, und noch vorkommt, dass junge Aerzte nach oberfläch- 
licher oft nur kurze Zeit dauernder Beschäftigung mit der Homöopathie 
glauben das Recht zu haben, sich homöopathische Aerzte zu nennen, und 
unter diesem Titel mancherlei Dinge treiben, welche mit der Homöo- 
pathie nichts gemein haben, und häufig, da aus Unkenntniss der Sache 
die guten Erfolge ausbleiben, sich genöthigt sehen, zu nichthomöo- 
pathischen Mitteln, unter denen auch die Morphiumspritze figurirt, zu 
greifen. Diese Leute sind es, welche unseren Gegnern die Handhabe 
zu der Beschuldigung geben, dass die homöopathischen Aerzte unter 
dem Schilde der Homöopathie nur nichthomöopathische Mittel anwen- 
den. So sehr uns daran gelegen sein muss, unter den jungen Aerzten 
Propaganda für unsere Sache zu machen, so kann uns jedoch nur mit 
solchen gedient sein, welche wenigstens den guten Willen und das Streben 
haben, die obengestellten Forderungen zu erfüllen. Denn nur an solchen 
werden wir würdige Vertreter unserer Sache gewinnen. 
§ 13. Krankenjournal. Für den angehenden homöopathischen Arzt 
ist die Führung eines ordentlichen Krankenjournals von grösster Wichtig- 
keit, wenn er in der Homöopathie Fortschritte machen will. 
Zum Unterschiede von dem Krankenjournal eines allopathischen 
Arztes, welches gewöhnlich nur die Personalien des Kranken und den 
Krankheitsnamen enthält, muss der homöopathische in das seinige ein- 
tragen: 
1. Möglichst genaue physische und psychische Beschreibung des 
Kranken. 
2. Anamnese. 
3. Aetiologie in dem oben bezeichneten weiteren Sinne. 
4. Die hauptsächlichsten subjektiven und objektiven Symptome, und 
zwar in übersichtlicher Form, wobei die charakteristischen, wie sie 
oben angeführt sind, besonders durch irgend ein Zeichen hervorgehoben 
werden. 
So entwickelt sich vor seinen Augen ein übersichtliches lebendiges 
Krankheitsbild, welches ihn in den Stand setzt, etwa übersehene Punkte 
und die in Betracht kommenden Mittel schnell herauszufinden und den 
Verlauf der Krankheit genau zu beobachten, indem er die täglich vor- 
kommenden Veränderungen an betreffenden Stellen nachträgt. Er kann 
es dann mit Leichtigkeit verfolgen, wenn das Krankheitsbild eine andere 
Gestalt annimmt, und wird den Zeitpunkt, in welchem zur Wahl eines 
anderen Mittels zu schreiten ist, nicht so leicht verfehlen. Einige in 
23 
dieser Art genau verfolgte Fälle werden ihm für seine weitere praktische 
Ausbildung eine tüchtige Grundlage geben, und er wird allmählich eine 
Anzahl ordentlicher und brauchbarer Erfahrungen sammeln, sich selbst 
und Anderen zum Nutzen. 
Zum Schlüsse noch einige Worte über die Apotheke. Für den 
Anfang genügt es, wenn der homöopathische Arzt die oben angeführten 
Polychreste in 3 Verdünnungen, einer niederen, einer mittleren und einer 
höheren, vielleicht der 3., 6. und 12. bis 30., vorräthig hat und zwar in 
Tropfen, Streukügelchen resp. Verreibungen. Die Streukügelchen kann 
er der Sicherheit wegen sich selbst befeuchten. In ein mit denselben 
gefülltes 2-Drachmen-Glas tröpfelt er 10 Tropfen, schüttelt es tüchtig, 
und stellt es, nachdem er den Kork gelockert hat, auf den Kopf, damit 
die von den Kügelchen nicht aufgesaugte Flüssigkeit ablaufen kann. 
Nach 3 Tagen schüttet er die Kügelchen zum Trocknen zwischen Fliess- 
papier, füllt sie dann wieder in das ausgetrocknete Glas, welches mit 
einem neuen Pfropfen fest verschlossen wird. Auf diese Weise auf- 
bewahrt behalten sie Jahre lang ihre Wirksamkeit. 
Die Medikamente werden am Besten in wohlverschlossenen Kästen 
an einem möglichst geruchfreien und trockenen Orte aufbewahrt. Uebri- 
gens sind die nach den Grundsätzen der Homöopathie hergestellten Prä- 
parate durchaus nicht so empfindlich gegen Gerüche, wie von Hahne- 
in ann und den älteren Homöopathen angenommen wurde.
	        

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Lorbacher, A. Anleitung Zum Methodischen Studium Der Homöopathie. Schwabe, 1883.
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