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Vom Jahre 1815 bis 1848 (9,2)

Bibliographic data

fullscreen: Vom Jahre 1815 bis 1848 (9,2)

Structure type:
Multivolume work
Collection:
Sonstige gemeinfreie Werke
Author:
Struve, Gustav
Title:
Gustav Struve's Weltgeschichte in neun Büchern
People involved:
Struve, Gustav
Place of publication:
New York
Year of publication:
18XX
Publisher:
Verl. von Gustav Struve

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=1733295739
Structure type:
Volume
Collection:
Sonstige gemeinfreie Werke
Author:
Struve, Gustav
Title:
Vom Jahre 1815 bis 1848
People involved:
Struve, Gustav
Volume,Issue,Number:
9,2
Place of publication:
New York
Year of publication:
1860
Publisher:
Verl. von Gustav Struve
Scope:
S. 465 - 980

Physical location:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Shelfmark:
Ge 160/9
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=1733295984

Chapter

Structure type:
Chapter
Title:
4. Die Zeiten der s. g. heiligen Allianz (1815-1830)

Contents

Table of contents

  • Gustav Struve's Weltgeschichte in neun Büchern
  • Vom Jahre 1815 bis 1848 (9,2)
  • Title page
  • 4. Die Zeiten der s. g. heiligen Allianz (1815-1830)
  • 5. Die Revolution von 1830 und 1831
  • 6. Die Zeiten der erneuerten „heiligen Allianz“ (1830- 1848)
  • 7. Die Nordamerikanischen Freistaaten
  • 8. Die übrigen Länder und Völker der Erde
  • 9. Ideenwelt
  • Inhalts-Verzeichnis
  • Alphabetisches Wörterverzeichniß
  • Schlußwort
  • Uebersichtliche Tabelle für das Revolutions-Zeitalter ...

Full text

310 
Geschichte der Neuzeit von G. Struve. 
Morea. Der Wütherich schickte Schiffsladungen gefangener Griechen als Sklaven nach 
Egypten und oerwandelte Morea in eine Wüstenei. Zugleich rückte Redschid Pascha 
hom Norden vor und eroberte im Verein mit Ibrahim Pascha Missolunghi (Ende April 
1826). Athen fiel (17. August 1826) in die Gewalt Redschid Pascha's. Doch in der 
Akropolis behaupteten sich noch die Griechen. 
Je furchtbarer diese Schläge waren, desto lauter erschallte der Schrei der Entrüstung 
üher die Niederträchtigkeit der christlichen Regierungen durch ganz ECuropa. Lord Cochrane 
eilte mit einigen Schiffen den Griechen zu Hülfe. Sir Richard Church leistete denselben 
zute Dienste. Jener wurde von der Nationalversammlung in Trözene zum Oberbefehls⸗ 
haber der Scemacht ernannt, dieser an die Spitze des Landheeres gestellt. Dieselbe Ver⸗ 
ammlung ernannte (14. April 1827) den Grafen Kapodistrias auf sieben Jahre zum 
Regenten des griechischen Freistaates. So schrecklich die Lage der Griechen auch war, 
eetzten sie doch ihren Widerstand gegen die Türken und Egypter fort. Die Pforte glaubie 
schon, die Griechen unterworfen zu haben. Mit unerhörtem Uebermuthe wies sie all 
Vermittelungsvorschläge Rußland's, England's und Frankreich's zurück und trieb dadurhh 
diese Mächte weiter, als sie Anfangs zu gehen entschlossen waren. So kam es (20. Oꝛ⸗ 
tober 1827) zur Schlacht von Navarino, in welcher die tuͤrkisch⸗ egyptische Flotte vernichtet 
wurde. 
Am.18. Januar 1828 langte Graf Kapodistrias in Nauplia an. Am 29. Augus 
1828 setzte der französische General Maison vierzehntausend Mann an's Land und zwans 
dadurch die Egypter, abzuziehen. So war Griechenland von den dringendsten Gefahren, 
womit es der außere Feind bedroht hatte, gerettet. Doch im Innern des Landes dauett 
die Gährung fort. Kapodistrias verstand es nicht, sich die Achtung und Liebe der Griechen 
zu erwerben. Er war zu lange im Dienste des russischen Czaaren gestanden, als daßu 
fähig gewesen wäre, Griechenland nach republikanischen Grundsätzen und frei von russischen 
Vorurlheilen zu leiten. Sein Starrsinn und seine Gewaltthaͤtigkeit führten höchst bedenklide 
innere Kämpfe herbei. Am 9. October 1831 fiel er unter den Händen Constantins 
Mauromichalis und dessen Neffen, Georg's Mauromichalis. 
Mittlerweile hatten die drei Seemaͤchte vermittelst Protokolls vom 3. Februar 1830 
Griechenland zu einem unabhängigen Staate erklärt. Zuerst sollte der Prinz Leopold von 
Sachsen-Koburg die griechische Krone tragen. Als dieser aber, nachdem er dieselbe ange 
nommen hatte, später ablehnte, trat, vermittelst eines am 7. Mai 1832 abaeschlosenn 
Vertrages, Prinz Otto von Baiern an dessen Stelle. 
Ueber die Gränze des jungen Staates war lange Zeit gestritten worden. Am Enn 
wurde dieselbe durch eine vom Meerbusen von Arta über das Othrysgebirge bis zum Gohr 
zon Volo etwa unter dem 39. Grade nördlicher Breite gezogene Linie festgestellt. Griechen 
land umfaßt demnach die ehemaligen Provinzen Morea und Rumelia oder Livadia nehh 
einigen angränzenden Gegenden, oder den Peloponnes, das alte Mittel-⸗Griechenland rde 
Hellas im engern Sinne des Wortes, und den im Süden des Othrys belegenen Theil vn 
Thessalien oder Phthiotis, endlich die Insel Cubda oder Negroponte, den groͤßten Theil de 
Cykladen und einige der westlichen Sporaden, im Ganzen achthundert und sechsundachti 
Quadratmeilen 
Um die Insel Candia, das Creta der Alten, wurde ein langer, blutiger Kambpf gefühn 
Am Ende blieb sie den Türken. Von dem classischen Griechenland wurde demnach, du 
Fläͤchenraume nach, kaum die Haͤlfte vom türkischen Joche befreit. 
Wenn das Königreich Griechenland mit dem baierischen Otto an dessen Spizzd 
das Endresultat des langjährigen Kampfes betrachtet werden müßte, so könnte man daß 
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Struve, Gustav. Vom Jahre 1815 Bis 1848. Verl. von Gustav Struve, 1860.
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