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Unser Oberschlesien (1968)

Bibliographic data

fullscreen: Unser Oberschlesien (1968)

Structure type:
Periodical
Collection:
Landsmannschaft der Oberschlesier
Title:
Unser Oberschlesien
Subtitle:
Organ der Landsmannschaft der Oberschlesier e.V., Bundesverband Bonn, Rh.
Place of publication:
Frankfurt, M.
Year of publication:
1951
Publisher:
Unser Oberschlesien

Physical location:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=010038280
Structure type:
Periodical volume
Collection:
Landsmannschaft der Oberschlesier
Title:
Unser Oberschlesien
Subtitle:
Organ der Landsmannschaft der Oberschlesier e.V., Bundesverband Bonn, Rh.
Volume,Issue,Number:
1968
Place of publication:
Görlitz
Year of publication:
1951
Publisher:
Senfkorn-Verl.

Physical location:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=010038280_1968

Periodical issue

Structure type:
Periodical issue
Title:
August 1968
Volume,Issue,Number:
15

Contents

Table of contents

  • Unser Oberschlesien
  • Unser Oberschlesien (1968)
  • Januar 1968 (1)
  • Januar 1968 (2)
  • Februar 1968 (3)
  • Februar 1968 (4)
  • März 1968 (5)
  • März 1968 (6)
  • April 1968 (7)
  • April 1968 (8)
  • Mai 1968 (9)
  • Mai 1968 (10)
  • Juni 1968 (11)
  • Juni 1968 (12)
  • Juli 1968 (13)
  • Juli 1968 (14)
  • August 1968 (15)
  • August 1968 (16)
  • September 1968 (17)
  • September 1968 (18)
  • Oktober 1968 (19)
  • Oktober 1968 (20)
  • November 1968 (21)
  • November 1968 (22)
  • Dezember 1968 (23)
  • Dezember 1968 (24)

Full text

Verlagsort Wiesbaden 
| Y6814 D 
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ES BO k a EN 
Prgan der Landsmannschaft der Oberschlesier e. V. - Bundesverband 
Oberschlesier als Vorbild! 
Bonn/Rhein — 18. Jahrgang — Nr. 15 vom 1. August 1968 
— 
ii 
Bewahrung der kulturellen Eigenart in der Heimat - Die seit 1945 in 0/S angesiedelten 
Zuwanderer aus Ostpolen und die ukrainischen Neusiedler passen sich ihnen in allem an 
Die Kirche in 
"u= 180 Pleß 0/5 
(hvp) Die Oberschlesier und die Deut- 
schen im südlichen, polnisch verwalteten 
Ostpreußen bewahren nicht nur ihre kul- 
jurelle Eigenart, sondern sie bieten den 
seit 1945 angesiedelten Zuwanderern aus 
Ostpolen in vieler Hinsicht ein Vorbild, 
indem diese polnischen und ukrainischen 
Neusiedler sich mehr und mehr ihren Sit- 
tjen und Gebräuchen anpassen bzw, diese 
übernehmen. Dies stellte Dr. Jozef Burszta 
in einer Abhandlung über das Thema: 
„Probleme der kulturellen Integration auf 
dem Lande in den Westgebieten“ fest, die 
in dem polnischen Jahrbuch für Soziologie 
1967) veröffentlicht worden ist. 
Danach halten die „Autochthonen“ — wie 
lie in der Heimat verbliebenen Deutschen 
jenannt werden — an den Bindungen un- 
‚ereinander fest, pflegen ihre besonderen 
Zräuche wie etwa bei Hochzeiten und an 
Festtagen, und sie legen ihren polnischen 
und ukrainischen Nachbarn gegenüber ein 
ausgeprägtes „Selbstgefühl“ an den Tag. 
las sich auch auf besondere Leistungen in 
wirtschaftlicher Hinsicht gründet. Als be: 
nerkenswert wird es bezeichnet, daß die 
»olnischen und ukrainischen Neusiedler 
ıuch bestimmte Formen der Landbestel- 
ung und überhaupt der Arbeitsgestaltung 
‚on den „Autochthonen“ übernehmen. Dies 
‚ei weniger bei den Zuwanderern aus Zen- 
ralpolen, wohl aber bei denen aus Ost- 
ıolen zu beobachten. In dieser Weise 
zerlaufe also die „kulturelle Integration“ 
jas diesjährige Bundestreffen der Ober- 
;chlesier in Essen u. a. folgendes: 
„Die Heimattreffen bekommen ein neues 
zesicht und einen neuen Inhalt. Das war 
ı Essen klar erkennbar. 
Wir Alten sind nur noch das tragende 
s‚erüst, an dem die Jugend empor 
ankt. Viele Alte waren enttäuscht dar- 
ber, daß sie ihre vertrauten Freunde 
ınd Bekannte aus der Heimat nur noch 
n sehr geringer Zahl begrüßen konnten 
An deren Stelle aber ‚füllte die zweite 
zeneration die entstandenen Lücken un 
Haltet der Heimat die Treue! 
MORE N 
in Mehrfaches auf, und auch die dritte 
Eee war in ihrer zahlenmäßigen 
stärke nicht zu übersehen. 
Die Behauptung des Ostens, daß mit den 
ılten Vertriebenen das Heimatbewußtsein 
zu Grabe getragen wird, fand in Essen 
:ine klare Widerlegung. Die 
P’reue zur Heimat stirbt nicht, sondern 
Mindet in den Nachgeborenen eine Neube- 
'ebung und Ausweitung, die selbst übeı 
lie Erwartung der immer Zuversichtli- 
hen weit hinaus geht. 
Diese Tatsache allein genügt schon, um 
las Essener Treffen als markantes Doku- 
nent für heimatliche Treue und Verbun- 
jenheit herauszustellen . .. 
Ein Glanzpunkt des Sonntags war‘ deı 
;ath. Gottesdienst in der Grugahalle, die 
rotz der 7 000 Sitzplätze überfüllt war, ob- 
zleich der Hauptstrom der‘: mit Bussen 
ınd Eisenbahn Anrollenden noch. lange 
ılcht das Ziel..erreicht hatte... Bischof 
Jengstbach, ‚Essen, zelebrierte. mit unse- 
‚en bekannten: OS-Prälaten unter der As- 
jistenz weiterer OS-Geistlicher ein RPon- 
ifikalamt mit Predigt: Die. Erhabenhei‘ 
lieser Opferfeier kann nur der ermessern 
ıer dabei gewesen ist. Das war St. Anna 
)jerg in neuem Gewande, Patronatsfes! 
Kirchweih) der Großkirchen Oberschle- 
äens, das Credo heimatlicher Glaubens: 
Treue.“ 
Kein Gewaltverzicht der Sowiets 
Zum Verlauf der Verhandlungen zwischen Bonn und Moskau 
Moskau hat auf die Bemühungen der 
Jundesrepublik, einen Austausch von Ge- 
valtverzichtserklärungen zu erreichen, da- 
nit geantwortet, daß es bekundet hat, die 
3owjetmacht werde „notfalls“ unter Be- 
‚ufung auf die Artikel 53 und 107 der 
Zharta der Vereinten Nationen eine In- 
ervention gegenüber West-Berlin und ge- 
zenüber Westdeutschland vornehmen. Das 
ist — kurz gesagt — das betrübliche Er- 
zebnis der seit geraumer Zeit andauern- 
len Verhandlungen zwischen Bonn und 
Aoskau, mit denen die Bundesregierung 
arreichen wollte, daß auch der Kreml sich 
ıu jedwedem Verzicht auf Gewaltanwen- 
jung bekennen würde. Die Sowjetführung 
ıat in dem seither geführten Notenwech- 
;jel zwar in allgemeinen Wendungen da‘ 
‚Prinzip der Nichtanwendung von Ge 
walt“ gebilligt, sie hat aber gleichzeitig 
zweierlei getan, um die Möglichkeit eine. 
Jjewaltanwendung für sich selbst offen zu 
2alten: Sie hat zunächst den Austausch 
von Gewaltverzichtserklärungen von deı 
‚unmöglichen Bedingung“ abhängig ge 
macht, daß Bonn u. a. die Teilung Deutsch 
‚ands bzw. die „Souveränität der DDR 
anerkennt, und sie hat des weiteren dar 
zuf hingewiesen, daß nach den erwähnter 
Artikeln der UN-Charta die Siegermächte 
n jedem Falle das „Recht“ hätten, Zwangs- 
naßnahmen gegenüber einem ehemaliger 
Feindstaat zu ergreifen, um die Ziele de‘ 
Xriegskoalition durchzusetzen, e 
-Das alles ist nun enthüllt worden, nach: 
lem , Bundesalßenmihister. :Willy Brand’ 
ich veranlaßt gesehen. hat, eine Dokumen: 
‚ation zum. Verlauf der deutsch-sowjeti: 
chen Verhandlüngen über den Austausch 
‚on Gewaltverzichtserklärungen herauszu: 
zeben,. Zwar war zwischen Bonn und Mos- 
cau diesbezügliche Geheimhaltung verein: 
art ‚worden; aber der Kreml hat durct 
Veröffentlichung seiner letzten einschlägi: 
zen Note diese Vereinbarung gebrochen 
So. blieb Bonn nichts anderes ‚übrig, als 
die „Flucht in die Öffentlichkeit“ anzutre- 
ten. Denn . die. Sowjetführung hatte mit 
ihrer Publikation den Versuch gemacht, 
Bonn den „Schwarzen Peter“ für das Schei- 
‚ern der Verhandlungen zuzuschieben, Die 
‚Dokumentation“ beweist denn auch, daß 
Moskau von vornherein nicht geneigt war, 
zich des Mittels der‘ Androhung und An- 
wendung von Gewalt gerade auch -gegen- 
über der Bundesrepublik Deutschland zu 
oegeben. . 
Nun muß allerdings eingeräumt werden, 
laß es von Anfang an wenig aussichtsreich 
var, den Kreml zu einem Verzicht auf 
eine außerordentlich starke Position zu 
‚eranlassen; eine Position, die er durch 
ne gewaltige Rüstung auf atomarem und 
zonventionellem Gebiete erlangte, aber 
auch nachdrücklich zur Geltung bringen 
will. Das. Gewaltverzichtsangebot Bonns 
var für Moskau recht‘ „uninteressant“. 
Schon auf Grund einer schlichten „Güter- 
abwägung“ kam der Kreml zu 'dem Er- 
zebnis, daß. Bonn von ihm etwas haben 
wollte, was für die Bundesrepublik von 
aunschätzbarer Bedeutung gewesen wäre, 
ıhne dafür irgendetwas zu „bieten“, was 
für Moskau von erheblichem Werte sein 
würde, Für Bonn war ohne jeden Zweifel 
das Streben nach GewaltverzichtserKlärun- 
zen nichts als ein Ausdruck aufrichtiger 
Triedensbereitschaft, Moskau aber er- 
ichien das als bloße Bemühung, die Posi- 
jon der Bundesrepublik auf diplomati- 
schem Wege: abzuschirmen, ‚nachdem : die 
Schutzfunktion: des- westlichen Bündnisses 
jjch‘ als zunehmend fragwürdig erweist. 
/Dabei ist auch zu berücksichtigen‘ daß 
ler Kreml offensichtlich die Überzeugung 
zewonnen hatte, Bonn strebe im Einver- 
nehmen mit Paris und Washington so et- 
was wie eine „Auflockerung des Sowjet- 
blocks“ an, indem es sich darauf konzen- 
riere, die „Selbständigkeitsregungen“ in 
Bukarest und in Prag — womöglich auch 
anderswo — zu fördern oder zumindest 
auszunutzen. Daß von durchaus maßgeb- 
licher deutscher Seite erst kürzlich wieder 
arklärt wurde, man werde alles vermei- 
len, was zur Festigung der sowjetischen 
Dbergewalt in Ostmitteleuropa beitragen 
<önnte, ist'in der Sowjetführung sicher- 
lich als Beweis für eine deutsche Ostpoli- 
tik betrachtet worden, die unter dem Na- 
nen „Entspannung“ gegen die sowjetischen 
‚nteressen zu ‚handeln suche. Was .also 
ıätte Bonn in Sachen „Gewaltverzicht“ 
ınderes ‚erwarten können als eine faktische 
Absage? Wenn der Kreml schon durch 
.Tinweis auf die Niederschlagung des un- 
garischen Aufstandes im Jahre 1956 Prag 
mit. einer militärischen Intervention ge- 
äiroht hat, obwohl es sich unverbrüchlich 
zum Warschauer ‚Pakt bekennt, so mußte 
. 4 
Oder-Neiße niemals Grenze! 
Volkspolnisches 
Wie gewohnt: Hetze, Lüge und 
in bekannter hetzerischer Manier be- 
„ichtete das Zentralorgan der polnischen 
Kommunistischen Partei in Warschau, die 
‚Trybuna Ludu“, über die diesjährige ge- 
waltige Heerschau der Oberschlesier am 
22, und 23. Juni in Essen. Mit gewohnter 
Lügen und Verzerrungen versuchte sie da! 
sindrucksvolle Bekenntnis unserer Lands: 
leute zu ihrer deutschen Heimat Ober: 
schlesien. als. „revanchistische Kundge- 
bung“ abzutun. . 
In ihrer Ausgabe‘ Nr. 173 vom ‘24. 6. 6€ 
lasen wir; .. . 
„Gegen die Anerkennung der Oder- 
Neiße-Grenze' und ' für das Alleinvertre- 
tungsrecht der Bundesrepublik sprachen 
sich in Essen führende Bonner Politiker 
aus.. Auf einem großen Bundestreffen der 
revanchistischen Landsmannschaft der 
Oberschlesier sprach am Sonntag der par- 
lamentarische Staatssekretär im Bundes- 
<anzleramt Baron Guttenberg, Er erklär: 
te, man ‚sollte nicht auf Rechtspositionen 
verzichten, d. h. auf Ansprüche darauf 
daß die Grenze erst in einem Friedens 
vertrag geregelt wird. Der CDU-Politiker 
;prach sich. gegen jede Anerkennung der 
DDR“ aus. 
Der Vorsitzende dieser revanchistischen 
Organisation, Czaja, forderte die Durch- 
setzung des Rechtes der Oberschlesier auf 
hre Heimat im Osten. 
Auf dem Bundestreffen sprach auch der 
Minister für Gesamtdeutsche Fragen, 
Wehner. Er sagte: „Die Bundesregierung 
veabsichtigt auch weiterhin im Namen des 
jzanzen deutschen Volkes aufzutreten“, Da- 
durch hat er erneut die Forderung der 
3Zundesrepublik auf das Alleinvertretungs- 
zecht hervorgehoben. 
Der Vorstand der SPD hat eine Gruß- 
depesche an die Teilnehmer des „Tages 
äer Oberschlesier“ gesandt. Sie war von 
Brandt, Wehner und Schmidt unterzeich- 
net und wies auf die gemeinsamen Grund- 
zätze der revanchistischen Organisationen 
and der SPD-Führung hin. 
In Essen sprach der Bonner Vertriebe- 
nen-Minister v. Hassel und verlangte eine 
Revision der Ergebnisse des 2. Weltkrie- 
ges, Er sprach sich kategorisch gegen die 
Anerkennung der Oder-Neiße-„Grenze“ 
Aus. N 
In ihrer Ausgabe Nr, 174 vom 25. 6. 68 
schrieb die Warschauer „Trybuna Ludu“ 
unter der Überschrift „Die schlesi- 
schen .Landsmannschaftler 
verzichten nicht auf Re- 
zanche“ folgendes: „Unter der Schirm- 
Echo auf Essen 
Verleumdungen aus Warschau 
ıerrschaft des Landesarbeitsministers von 
Jordrhein-Westfalen fand auf dem Esse- 
ıer Ausstellungsgelände das Bundestref- 
‚en der Deutschen aus Oberschlesien statt 
)aran nahmen 120000 Vertriebene teil 
line ziemlich starke Gruppe neofaschi: 
tischer Agitatoren aus der NPD verteilte 
‚evisionistische Flugblätter und demon- 
trierte mit Transparenten wie „Wir ver- 
ichten auf die Verzichtler“. 
Zum Bundestreffen kamen die Bonner 
Ainister Wehner und v.. Hassel sowie 
;taatssekretär .v. Guttenberg. Wehner 
;onzentrierte sich auf Angriffe gegen die 
DDR“, vor allen' Dingen‘ -aüf“ die inelen 
>aßbestimmungen.. Er erklärte mit allem 
Nachdruck, daß die friedliche Ordnung in 
Zuropa die Lösung des Deutschlandprö- 
ılems im Sinne Bonns verlangt.“ 
Weitere Pressestimmen 
Beitrag zum „Tag der Oberschlesier“ 
Im Juli-Heft des „Coseler Heimatblaties“ 
"hreibt Landsmann Johannes Martini über 
Die Vorgänge jenseits des Böhmerwaldes 
Zu den Auseinandersetzungen zwischen Moskau und Prag um die „Liberalisierung“ in der CSSR 
Die Auseinandersetzungen zwischen zegenüber der tschechoslowakischen „Bru 
Moskau und Prag um die „Liberalisierung“ dierpartei“ im Sinne hat. 
n der CSSR sind für die westliche Welt Es bleibt also zu untersuchen, warum 
leshalb von ganz besonderem Interesse, lie Sowjetunion bisher noch nicht „mit 
weil die Entwicklungen in Prag und vor :2iserner Faust“ zugeschlagen hat, um das 
ıllem deren Echo im gesamten „sozialisti. widerspenstige Prag „zur Räson zu brin- 
chen Lager“ zeigen, welche Schwierigkei- zen“. Die Antwort auf diese Frage bietet 
‚en die UdSSR bei der Aufrechterhaltung "ugleich hinreichenden Aufschluß über die 
‚hres Anspruchs hat, die führende Macht :ktuelle Situation im weltpolitischen Maß- 
m Weltkommunismus zu sein, Nachdem tab. 
)jereits Peking diesen .Führungsanspruch Zunächst muß der Kreml in Rechnung 
les Kremls seit Jahren bestreitet, hat sich tellen, daß Prag in seinem Ringen um 
ıun ergeben, daß eine ganze Reihe vor „‚rößere Selbständigkeit nicht allein steht 
<ommunistischen Parteien in Europa unG ’ito hat alle ihm zu Gebote stehenden 
ınderswo die Rolle Moskaus auf jene wußenpolitischen Möglichkeiten ausgenutzt, 
Tunktion beschränken möchte, wie sie die |ım die Prager Reformer zu stützen und 
/ereinigten Staaten in der Atlantischer m die Sowjetführung von einem massi- 
\llianz ausüben; Auch die Sowjetunion, ‚en Eingreifen abzuhalten. Bukarest hat 
;oll sich damit begnügen, Schutz- und ‚ffenbar seine Sympathien für Prag be- 
zarantiemacht für den äußersten Notfall rundet, und auch Budapest — obwohl Mit- 
eines west-östlichen Konflikts zu sein, für ınterzeichner des Warschauer Protestbrie- 
ıenen Fall also, der niemals eintreten wird, ‘es — soll Moskau beschworen haben, es 
joweit es von den westlichen Mächten ab- nöge doch Mäßigung zeigen und zunächst 
sängt. Auch deshalb, weil dem so ist, wird „warten. Aber trotzdem sollte niemand 
‚on Moskau eine betonte Zurückhaltung ‚enem Wunschdenken anheimfallen, das 
n allen jenen Fragen erwartet, die mit ‚u der fragwürdigen Argumentation ge- 
der Kontrolle seiner Klientel etwas zu tun ‘hrt hat, die besagt, daß Moskau „ein- 
1aben. ach nicht in der Lage wäre, ganz Ost- 
In diesem Zusammenhange ist es nun Mitteleuropa vom Schwarzen Meer bis hin 
:llerdings besonders aufschlußreich, dal ach Eger zu besetzen“, Der Vorwände, 
Aoskau offensichtlich nicht gewillt ist, sol- Olches zu tun, gibt es genug, und sie sind 
hen Wünschen stattzugeben. Der „Protest- !llesamt bereits in dem „Brief aus War- 
rief“, den der Kreml — unterstützt von Chau“ aufgezeichnet worden, Mit der Pa- 
Varschau, Ost-Berlin, Budapest und So- 'ole, es gelte „die sozialistische Ordnung 
ia — an Prag gerichtet hat, zeigt, daß die viederherzustellen . lassen sich ‚auch sehr 
jowjetführung am liebsten die gesamte eitgehende Maßnahmen „begründen“, 
’SSR militärisch besetzt halten würde und Immerhin ist die Gefahr, daß sich nach 
jaß sie sich entsprechende Schritte vor- inem gewaltsamen sowjetischen Ein: 
‚ehält. Nicht anders zu verstehen ist deı chreiten in Prag das „sozialistische Lager‘ 
Jinweis darauf, daß nach Ansicht der Teil- weiterhin aufgesnaltet, indem sich eine 
ıehmer auf der „Warschauer Konferenz“ 
n der Tschechoslowakei bereits eine Si- 
uation entstanden sei, „in der die Bedro- 
‚ung der Grundlagen des Sozialismus die 
‚emeinsamen Lebensinteressen der übri- 
‚en sozialistischen Länder gefährdet“, wie 
ienn in dem Schreiben aus Warschau auct 
nit besonderem Nachdruck erklärt worder 
it, es sei eine „völlig grundlose Beschul- 
.‚igung“, wenn gesagt worden sei, die An- 
vesenheit sowjetischer Truppen in Böh- 
nen und Mähren stelle eine Verletzung 
ler Souveränität der CSSR dar. Und wenn 
bschließend gesagt worden ist, es sei „not- 
vendig“, einen „entschiedenen und kühner 
\ngriff gegen die rechtsgerichteten und 
‚ntigozialistischen Kräfte (in Prag) zu füh- 
en“,‘ vor allem ‚aber die Massenmedien 
rneut unter scharfe Zensur zu stellen, so 
:ann man sich vorstellen,‘ was Moskaı 
zanze Reihe :kommunistischer Parteier 
ıach Belgrad hin orientieren würde, eir 
ırnstlicher Hinderungsgrund für Moskau 
ler den Kreml dazu zwingt, vorerst eint 
zewisse Zurückhaltung zu üben. Hinzt 
zommt noch ein weiterer, der mindesten! 
»benso gewichtig ist: Moskau möchte dit 
Interschrift der. Bundesrepublik Deutsch: 
and unter den Atomsperrvertrag haben 
ınd es befürchtet offenbar, ' daß dann 
wenn es gegen einen eigenen Bündnispart- 
ner, eben die CSSR, vorgeht, niemand im. 
Westen mehr Bonn mit hinreichender Be- 
zründung unter Druck setzen könnte, um 
lie deutsche Unterschrift zu erzwingen 
jenn es wäre dann. klar, daß die Sowjet- 
ınion trotz aller ihrer gegenwärtigen Lip 
jenbekenntnisse zur allgemeinen Abrü 
itung doch der potentielle Aggressor ist 
Die Weigerung maßgeblicher Kreise be- 
‚sonders in den Unionsparteien, eine über- 
stürzte Unterzeichnung des Sperrvertrags 
ins Auge zu fassen, wirkt sich somit be- 
reits zugunsten der Reformbestrebunger 
.n ostmitteleuropäischen Ländern aus, Isi 
lie Unterschrift erst einmal vollzogen 
raucht Moskau in dieser Hinsicht nich! 
nehr Rücksicht auf die Weltmeinung zu 
aehmen. 
Nimmt man alles in allem, so ergeber 
.ich aus der Auseinandersetzung zwischer 
Aoskau und Prag bzw. zwischen den sog 
Reformkommunisten“ und der „Achse 
Moskau—Warschau—Ost-Berlin“ die fol 
zenden Schlußfolgerungen für eine kon- 
;itruktive deutsche Ostpolitik: Zunächst 
ınd vor allem erscheint es angesichts der 
jowjetischen Beschuldigung, daß speziell 
zon. westdeutscher Seite auf den Gang der 
Zreignisse in Prag eingewirkt worden sei 
als zweckmäßig, daß alles vermieden wird 
das diese These stützen könnte. Es sollte 
jdeutlich gemacht werden, daß die Vor- 
zänge jenseits des Böhmerwaldes als eine 
‚innere Angelegenheit des sozialistischen 
Lagers“ betrachtet werden, in die sich die 
3undesrepublik nicht „einzumischen“ ge- 
jenkt. Zum anderen aber sollte klarge- 
tellt werden, daß selbstverständlich das 
sowjetische Verhalten gegenüber einem 
Vachbarlande der Bundesrepublik 
Jeutschland zugleich unter dem Gesichts- 
gunkt der Sicherheit Westeuropas, ja deı 
jesamten Atlantischen ‚Allianz beurteili 
verden muß. Denn wer wollte bezweifeln 
laß ein „offensives“ Vorgehen der Sowjet. 
macht gegen Prag alles andere sein würde 
‚ls eine Re-undung sowjetischer Friedens- 
iebe und Entspannungsbereitschaft. 7 
‚Dr. Erich.Tanke 
»s sich als vergebliche Hoffnung erweisen, 
laß der Kreml sich gegenüber der Bundes- 
:;epublik völlig anders verhalten . würde. 
Es wäre also völlig unangebracht, ob des 
;owjetischen Verhaltens in der Angelegen- 
neit des Austauschs. von Gewaltverzichts- 
»rklärungen irgendwie „enttäuscht“ zu 
jein: Der Kreml hat auch hier nichts als 
narte „Realpolitik“ getrieberi, d. h. er hat 
‚um Ausdruck gebracht, daß er sich die 
Anwendung -aller möglichen Druckmittel 
s‚egenüber der Bundesrepublik vorbehält, 
ınd er hat dies auch deshalb. getan, weil 
er damit seiner eigenen Klientel deutlich 
machen will, wie weit er gehen könnte, 
wenn diese sich anschicken ‚sollte, den von 
der Sowjetmacht gesetzten Rahmen zu 
sprengen. Dr, Erich Janke 
Katholikentag in Essen 
Katholische Heimatvertriebene, Sowjet- 
zonenflüchtlinge — Spätaussiedler komm\ 
zum 82. Deutschen Katholikentag nach Es- 
sen. Alle sind zur Teilnahme aufgerufen. 
Im Gesamtprogramm der Veranstaltung 
findet am Tag der Begegnung, Sonnabend, 
7. September 1968, 10.00 Uhr, im Gru- 
z a-Stadion zu Essen unser Gottes- 
Jienst der Vertriebenen statr 
unter dem Leitwort: „Ordne unsere Tage 
ın deinem Frieden“. 
Liturge und Prediger: H. H, Bischo: 
Heinrich Maria Janssen, Hildesheim, 
’n Konzelebration mit heimatvertriebener 
Priestern. 
Wir singen heimatliche Kirchenlieder., 
Der Ostdeutsche Kammerchor-Köln un- 
‚er Leitung von Professor Gotthard 
Speer — mit einer Bläsergruppe — singt 
las Marienproprium von Heino Schubert 
Össen, 
Es ladet herzlich ein 
im Auftrage der Arbeitsgemeinschaf: 
zatholischer Vertriebenen-Organisationen 
Oskar Golombek, Apost. Protonotar 
Spätauss’°dlerstrom rückläufig 
Im Jahre 1967 waren 26 475 Spätaussied- 
er in die Bundesrepublik Deutschland 
zjekommen, die jüngste Statistik, die das 
Bundesvertriebenenministerium vorlegt, 
‚erichtet für das erste Halbjahr 1968 nur 
ıber eine Zahl von 9781 Spätaussiedlern, 
während für den gleichen Zeitraum des 
ahres 1967 die Zahl 12 829 betragen hatte. 
‚Der Vergleich der Zahlen für die Monate 
April bis Juni mit denen des Vorjahres 
»rgibt“, wie es in der Verlautbarung heißt, 
einen Rückgang um 30 bis 45 Prozent“. 
Aus den deutschen Ostgebieten und dem 
neutigen Polen kamen in den ersten sechs 
Monaten des Jahres 1968 4796 Deutsche, 
aus der Tschechoslowakei 3483, aus Ru- 
mänien 209. S.-Uu. €
	        

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