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Unser Oberschlesien (1967)

Bibliographic data

fullscreen: Unser Oberschlesien (1967)

Structure type:
Periodical
Collection:
Landsmannschaft der Oberschlesier
Title:
Unser Oberschlesien
Subtitle:
Organ der Landsmannschaft der Oberschlesier e.V., Bundesverband Bonn, Rh.
Place of publication:
Frankfurt, M.
Year of publication:
1951
Publisher:
Unser Oberschlesien

Physical location:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=010038280
Structure type:
Periodical volume
Collection:
Landsmannschaft der Oberschlesier
Title:
Unser Oberschlesien
Subtitle:
Organ der Landsmannschaft der Oberschlesier e.V., Bundesverband Bonn, Rh.
Volume,Issue,Number:
1967
Place of publication:
Görlitz
Year of publication:
1951
Publisher:
Senfkorn-Verl.

Physical location:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=010038280_1967

Periodical issue

Structure type:
Periodical issue
Title:
Januar 1967
Volume,Issue,Number:
1

Contents

Table of contents

  • Unser Oberschlesien
  • Unser Oberschlesien (1967)
  • Januar 1967 (1)
  • Januar 1967 (2)
  • Februar 1967 (3)
  • Februar 1967 (4)
  • März 1967 (5)
  • März 1967 (6)
  • April 1967 (7)
  • April 1967 (8)
  • Mai 1967 (9)
  • Mai 1967 (10)
  • Juni 1967 (11)
  • Juni 1967 (12)
  • Juli 1967 (13)
  • Juli 1967 (14)
  • August 1967 (15)
  • August 1967 (16)
  • September 1967 (17)
  • September 1967 (18)
  • Oktober 1967 (19)
  • Oktober 1967 (20)
  • November 1967 (21)
  • November 1967 (22)
  • Dezember 1967 (23)
  • Dezember 1967 (24)

Full text

Seite 2, Nr. 1 vom 5. Januar 1967 
Wachgerüttelt. . . 
Starker Zuwachs bei den 
Landsmannschaften 
Im politischen Denken unseres Volkes 
scheint sich, wie auch die Wahlen in Hes- 
zen und Bayern zeigten, eine Wandlung 
zu vollziehen. Die ständige Diskrimi- 
nierung jeder vaterländischen Haltung, 
die antideutschen Sendungen in Funk- 
und Fernsehen und die Hetze gegen die 
Vertriebenen in diesen Massenmedien hat 
offenbar eine Reaktion ausgelöst, die von 
den dort tätigen Funktionären, intellek- 
tuellen Besserwissern und Verzichtler und 
billigen Meinungsmachern sicher nicht 
erwartet wurde. Die. dauernde Beriese- 
lung mit unsinnigen Selbstbesudelungs- 
parolen, wie sie Leute vom Schlage eines 
Literaten ala Krämer-Badoni selbst am 
Volkstrauertag in Saarbrücken unter dem 
Protest aller anständigen Deutschen ex- 
emplierten, haben weitere bisher zurück- 
haltende Menschen wachgerüttelt. 
Auch in der landsmannschaft- 
lichen Bewegung wird diese Tat- 
sache beobachtet. Der Zugang von Mit- 
gliedern in der Landsmannschaft der 
Oberschlesier ist in den letzten Monaten 
beachtlich gestiegen. Auch das Bundes- 
organ der Landsmannschaft Ostpreußen, 
„Das Ostpreußenblatt“, berichtet über 
eine auffallende Steigerung in der Bei. 
trittsbewegung. In einem Bericht dieser 
Zeitung heißt es u. a.: „Zahlreiche Lands. 
leute, die sich bisher zurückhielten odeı 
uninteressiert schienen, melden sich neuer. 
dings als Mitglieder an. Besonders starke 
Zunahmen wurden in Schleswig-Holstein. 
aber auch in Süddeutschland, vor allem 
ın Stuttgart, Nürnberg und München ver- 
zeichnet. - 
Während die Mitgliederbestände lange 
Zeit hindurch gleic@, geblieben oder durch 
Todesfälle und Wezxzug sogar hier und 
da Rückgänge zu bemerken waren, ist 
jetzt seit kurzem eine deutlich steigende 
Tendenz zu beobachten — zweifellos alt 
Folge der Verzichtspolitik, die uns vom 
Ausland wie auch von bestimmten deut- 
schen Kreisen zugemutet wird, 
Es kann kein Zweifel bestehen, daß 
dieses neu erwachende Interesse — das 
sich nicht nur bei unseren ost- und west- 
preußischen Landsleuten, sondern auch in 
anderen Landsmannschaften zeigt — eine 
xJare Willenskundgebung gegen die Stim- 
mungsmache in verzichtpolitischen Krei- 
sen und bei den Massenmedien ist. Die 
Diskussion um die Denkschrift der EKD 
dürfte dabei ebenso mitgewirkt haben 
wie der neuerdings bekanntgewordene 
Druck einzelner ausländischer Stellen auf 
Jie Heimatvertriebenen, 
Mehrfach erklärten neu eintretende 
Landsleute, daß sie bisher aus Gleich- 
zültigkeit oder auch aus Zeitmangel ihrer 
Landsmannschaft ferngeblieben seien 
Durch die von anderer Seite laut ge- 
iußerte Ablehnung unserer berechtigten 
Ansprüche auf die Heimat seien sie ver- 
anlaßt worden, auch ihre Stimme mit 
in die Waagschale zu geben.“ 
Lastenausgleich im Jahre 1967 
„Die Mittel für dıe Hauptentschädigung 
Aäch dem Lastenausgleich für das: 1967 
zusprechen nach Angaben des Bundesaus- 
Aeichsamtes in der Größenordnung etwa 
Jenen des Jahres 1966. Nach dem Wirt- 
schafts- und Finanzplan des Ausgleichs- 
'onds für 1967, der in Einnahmen und 
Ausgaben mit 3,8 Milliarden DM ab- 
schließt, sind für die Hauptentschädigung 
380 Millionen DM und für die Kriegs- 
schadenrenten 1,7 Milliarden DM ange- 
setzt. Für die Hausratsentschädigung sind 
x Millionen, für Aufbaudarlehen 100 
Millionen DM vorgesehen, 203 Millionen 
IM sollen nach dem Altsparergesetz aus- 
gezahlt werden, 
Neuer KP-Chef für Oppeln 
{mid) Wie die Zeitung „Sztandar Mlo- 
iych“ berichtet, ist der bisherige 1. Se- 
zretär des Wojewodschaftskomitees der 
jolnischen KP in Bromberg, Miskie- 
wicz, zum neuen KP-Chef im Gebiet 
Dppeln ernannt worden. Sein Vorgän- 
zer auf diesem Posten, Wojas, habe 
im seine Entlassung gebeten. Gründe 
*+ür diese Umbesetzung wurden von der 
Zeitung nicht genannt, 
Neues aus Kattowitz. 2787000 Einwoh- 
ner zählt gegenwärtig Kattowitz, meldet 
lie Zeitung „Dziennik Zachodni“. (Im 
Jahre 1939 wohnten in Kattowitz 132 000 
Menschen.) 
Der alte Plan vom Oder - Donau -Schiffahrisverkehr 
Keine polnische Erfindung — Von Georg Knoshalla, fr. Mitarbeiter beim Wasserstraßenamt in Oppeln 
Die Westzeitungen veröffentlichten lung vor den Schleusen, deren Unter- dern in Viehwagen „erübrigt“ die Selbst 
ingst einen interessanten Artikel unter !räben, vor den Staunadelwehren, Häfen ‚estimmung. 
ler Überschrift „Neuer Binnen- ınd sonstigen Strombauwerken, die all- In der Tat ergibt sich eine vollkom 
aafen für. Ratibor geplant“ Äährkchen Schiffansammlungen, verur- nene Übereinstimmung zwischen den- 
vörtlich wie folgt: „Den Bau eines neuen ‘acht durch tiefbeladene Talkräne, zum enigen, welche die Annexion fremder 
3innenhafens an der Oder in Ratibor schaden des vornehmlich damals enor- 3ebiete vermittels der Austreibung per- 
ıennt die „Trybuna Opolska“ als eine nen Kohlenumschlags in den Häfen von ‚ektionieren wollen, und den anderen, 
ler größten Investitionen der Zukunft losel und Gleiwitz in Oberschle- welche die Vertriebenen dazu bereden 
Der Plan soll verwirklicht werden, so: ‚len, bis talwärts nach Oppeln oder der wollen, auf ihre Rechtsansprüche zu ver- 
jald der 40akm große. Stausee südlich dündung des Odernebenflußes Glatzer- ‚ichten: Der Eifer, der darauf verwandt 
/on Ratibor fertig ist. Mit dem hier ge Veiße, sogar bis unterhalb Breslau, der wird, abzustreiten, daß es so etwas, wie 
peicherten Wasser soll die Oder auch ıntiefsten Wasserstelle der Oder. über- „in Recht auf die angestammte Heimat 
vährend Trockenperioden schiffbar .ge- ıaupt. - . 'ebe, — obwohl es im Recht auf Frei- 
alten werden. Bis 1985 hofft man, wie Der Coseler-Hafen war 1945 der ügigkeit der UN-Charta der Menschen- 
sus der Zeitung weiter hervorgeht, die ‚weitgrößte Binnenhafen im Gesamt- echte verankert ist —, läßt erkennen, 
3roßbaupläne an der Oder verwirklicht Jeutschland. Die Oder ist 944km lang, wie groß die Bereitschaft ist, „vollzogene 
u haben. Dann soll auch die Bevölke- ı4von sind 780 km schiffbar, — auf der ’atsachen“ anzuerkennen, ungeachtet‘ des. 
'ungszahl von Ratibor die‘ 60 000-Grenze n Tag. und Nachtschleusungen ununter- en, daß es sich dabei um die Folge einer 
‚Treichen. Gegenwärtig. wohnen in der ‚rochen in Drei-Arbeitsschichten bis zu ‚nmenschlichen Handlungsweise, .. eines 
tadt 36 500 Menschen. 00 Tonnen beladene Frachtkähne mit /erbrechens gegen die Mensch- 
Für die Oder-Wasserbaue berseeladung verkehrten. ; ichkeit, handelt. Darauf könnte also 
2 allgemeinen interessant Die wasserarme Quelle der Oder an- SO ist zu folgen — auch jeder speku- 
is sei daher folgendes bemerkt, nämlich. onst, die im mährischen Odergebirge in ieren, der künftig die Massenaustrei- 
laß die im Raum Ratibor und der ler Tschechei entspringt, vermag mit Un- ung „zur Regelung territorialer Fragen 
judeten seinerzeit vom Deutschen Reich erstützung ihrer ersten und ‚ersiehigsten MNwendet, * * & 
sutfundierten Regulierungspläne nach ebenflüsse die volle Schwimmtiefe nicht Doch damit nicht genug: Zahlreiche 
lem zweiten Weltkrieg unterbrochen wur- u gewährleisten, verfere Denbarhlungen been daß die 
len. Zwanzig Jahre später zeigt sich, daß i ebaut i riebge A\ustreibung ganzer Bevölkerungen ein 
ler Bau der vorgesehenen Stauanlage an Pr m Wr SHOES ıöchst „nützliches“ Verfahren ist: So 
ler Oder bei Ratibor doch noch fortge- ind Turawa, von denen sich die ober- ann beispielsweise vorgebracht werden, 
efzt zu werden scheint, Ein schwierige: ‚te  Reichsverkehrsverwaltung (Oder- ‘aß derjenige, der Austreibungen vorge- 
ınd ebenso kostspieliges Problem seither ‚trombauverwaltung) die völlige Besei- !0ommen hat, nunmehr „versöhnungs- 
ror dem schon unsere alten und bewähr. igung der durch die Versandungen ent- ereit“ sei, wohingegen diejenigen, die 
en Oderwasserbauer vor mehr als Hun- ‚tandenen; Schiffahrtsverkehrsstockungen Von der Austreibung betroffen) meinen. 
lerten von Jahren standen. Denn diese ‚ersprach; konnten mit ihren Abflußmen- /ersöhnungsbereitschaft müsse doch wohl 
Torhaben bereiteten Staatsfinanzsorgen, en aus der Glatzer-Neiße und des Oder- len Willen zur Wiedergutmachung ein- 
vobei auch immer wieder die turbulenten ‚ebenflußes Malapane jedoch die unter- ’eschließen, beschuldigt werden können, 
£riegszeiten hinderten, die alten Pläne ‚alb Breslau versommertliegenden je huldigten einem verderblichen „Re- 
reiter voranzutreiben. “0 "rachtkähne mit ausreichender Wasser- ”anchismus“, seien also moralisch min- 
Der Bau des Oder-Donau-Ka- bflußmenge .weitens nicht versorgen, a n a 
als gehört zu den ältesten aller Oder- or Inbetriebstellun: i » n N . 
egulierungsprobleme. Die Oder: sollte um Ostellung der beiden Sroßen |urchsetzen, worum es eigentlich geht 
a der Nähe des Coseler-Hafens in Ober- per hundertprozentig seit den 20er Jahren 6 Anerkennung des Unrechte. Das er 
chlesien über Schiffshebewerke, Stauan- in Selbstregulierungssystem, das :den 1nert natürlich an jenen Strauchdieb 
agen und Wasserwege durch das Sude Zies im. Oderstrom behielt und haupt- cr Cinem Geistlichen seine Uhr weg- 
engebiet (Tschechei) mit der Donau ver ächlich zwischen den Buhen. abwarf »ahm und sich späterhin über dessen 
yunden werden. Die praktischen Vorpla- . . unchristliches“ Verhalten beklagte; weil 
ungen auf dem Gebiete von Erdbohrun- ‚Fin in seinen Anfängen stehendes ‘ich der Beraubte an die Polizei gewandt 
‚en, Bodenuntersuchungen und privat- ichiffshebepontonprojekt vermochte leicht ınd sein Eigentum zurückgefordert hatte. 
genen Patenten der Wasserwirtschaft :inen beladenen 1000 Tonnen Kahn mit \ber nach gültiger „evangelischer Ethik‘ 
lienend, wurden bei Ratibor und in der 4,60 Meter Volltiefgang über die Min- ıatte der Wegelagerer nämlich recht. 
*schechoslowakei seit den 20er Jahren lesttiefen der Oder schwimmen zu lassen Doch noch weit mehr Beispiele ließen 
'om Deutschen Reich aus durch einen Die (vom Verfasser des Artikels eigen: ‚ch anführen, welche beweisen, wie 
äerfür geeigneten und weitbekannten »etriebene und ausgewertete) langfristi- „weckmäßig“ die Massenaustreibunger 
;*rombauexperten (Nikolaus Asmus- en Wetter- und Wachswasser-Vorher- ls Mittel der internationalen Politik sind. 
‚en — Oppeln ft) umfassend durchge- sagen der Oder und Nebenflüsse waren "7elingt es beispielsweise den Opfern deı 
ührt und ausgewertet. ıutzbringend für die Oderanlieger und \ustreibung, einen angemessenen Lebens- 
Nach der durchgeführten Kanalisierung las Zutalschwimmen der versommert- ınterhalt zu finden, so kann gesagt wer- 
nd Schiffbarmachung der ‚oberen Oder liegenden beladenen Kähne sowie für [en, daß es ihnen doch gut gehe, und 
3reslau -— Ratibor) in den Jahren 1892/ len gesamten Stauregulierungsbaubetrieb je sozusagen nur aus Übermut und Rach- 
895, als rach dem ersten Weltkrieg der Im Zeitalter der Elektrisierung be- '‘ucht auf ihren Ansprüchen bestünden, 
schiffsverkehr auf der Oder zum Coseler- jinnt man die Fahrzeuge auf dem Wasser elingt ihnen das aber nicht, leben sie 
Iafen und auf dem Klodnitzkanal zum ınd auf dem Lande zunehmend. fort- n Not und Elend, kann umgekehrt dar- 
Heiwitzer-Hafen durch einen erfahrenen ichrittlicher zu gestalten. Es bleibt nun !uf hingewiesen werden, daß sie gar nicht 
ınd mitaufbaufördernden Schiffahrtsex- ‚ine Zukunftsfrage, ob überhaupt und Vürdig gewesen seien, in dem Lande zu 
jerten (Konrad Langosch) gewaltig wann der jahrhundertealte Traum unse- vohnen, aus dem sie . verjagt wurden: 
nstieg, erstreckten sich zwangsläufig nach :er Oderbauexperten Wirklichkeit würde, .S sei nun in weitaus arbeitsameren 
edem Hochwasser und im Frühjahr nach — die. Ostsee und Oder mit der Donau dänden. Und letztendlich bleibt immer 
ler Schneeschmelze aus den Odergebir- und dem Schwarzen Meer für einen ren- loch jene These übrig, die der sowje- 
‚en und. Eisgang, ıınfolge Stromversan- iablen Schiffahrtsverkehr zu verbinden. ‚ische Außenminister Molotow in der 
»rsten Nachkriegszeit schon benutzte: Daß 
nan doch den Vertriebenen nicht‘ zu- 
nuten ‘ könne, in ihre Heimat‘ zurück- 
ukehren, da‘ sie doch schon hinreichend 
zelitten hätten, Sa 
So sind die Massenaustreibungen, wie 
nan sieht, ein sehr „praktisches“ Unter- 
ıaehmen: Sie haben zumindest den Vor- 
'‚eil, daß sie schon recht frühzeitig die 
normative Kraft des Faktischen“ ent- 
vickeln, was um so eindrucksvoller ist, 
venn darauf verwiesen werden kann, daß 
lie Vertriebenen doch zwangsläufig mit 
ler Zeit dahinsterben, wodurch sich das 
sanze Problem — falls es überhaupt eines 
ei — gewissermaßen von selbst löse, 
vährend doch gleichzeitig neue Genera- 
ionen heranwüchsen, die — je nachdem 
— entweder nichts mehr von der Heimat 
hrer Vorfahren wissen wollten odeı 
:ben deshalb an ihr festhielten, weil das 
„and doch eben wenigstens die Heimat 
ler Eltern geworden sei. 
Aus alledem geht hervor, daß man 
‚eradezu von einem „umfassenden Nut- 
:‚en“ der Massenaustreibungen für die 
enigen sprechen kann, die sie durchge- 
ührt haben. Man hat die Vertreibung 
ron Millionen Menschen „human und 
ordentlich“ genannt, und deshalb wird 
man sie nach dem „europäischen Muster 
ron 1945/46“ wohl auch anderswo in deı 
Welt praktizieren. zumal der Protest und 
lie’ warnende Mahnung der. deutschen 
Istvertriebenen offensichtlich kaum Be- 
‚chtung findet: Sonst würde nämlich nicht 
UNSER OBERSCHLESIEN 
DE kl 
Erik Blumenfeld vor der V 
„Die Welt“ meldete Nr. 291 vom 14. 
amber 1966: 
In der Versammlung der Westeuropä- 
«hen Union (WEU) hat der Bundestags- 
„geordnete Erik Blumenfeld/Ham- 
urg (CDU) ein neues Berlin-Statut ge- 
ordert und zur Frage der deutschen 
irenzen erklärt, daß . 
„selbst in Deutschland viele jetzt er- 
kennen, daß eine Friedensordnung in 
Europa nicht möglich sein wird, wenn: 
man das Recht gewisser Staaten, ge- 
wisse Territorien zu besetzen, be- 
weifelt“. „0 8 
Eine solche. Friedensordnung könne 
allerdings nur „durch freie und sou- 
veräne Verhandlungen“ gefunden weT= 
den, 
Zu. den‘ „gewissen Staaten“ rechnet 
Ierr Blumenfeld offenbar Polen, zu 
len „gewissen Territorien“ sicher auch 
ınser Oberschlesien. , ‘ 
Wen erstaunt noch die „öffentliche Mel- 
ıung“- unserer Verbündeten, wenn ein 
MdB auf. offenem Markt einen - Teil 
Deutschlands zum Ausverkauf anbietet? 
Dann wundert män sich über die Er- 
%olge der NPD! 5 5 % 
eben unter Bezugnahme auf die Austrei- 
Jungen. die Anerkennung der Oder-Neiße- 
Linie gefordert werden können. 
Dr. Erich Janke 
Ein Breslauer Nachfolger von Brandt 
Als Nachfolger des stellvertetenden 
3undeskanzlers und Außenministers Willy 
3randt ist der am 22, Januar 1915 in Bres- 
au als Sohn eines Geheimen Oberkon- 
storialrats geborene Heinrich Albertz 
um Regierenden Bürgermei- 
‚ter von Berlin gewählt worden. 
Als SPD-Politiker wurde Albertz 1948 
‚unächst Vertriebenenminister und dann 
;ozialminister in Niedersachsen, 1955 
jenatsdirektor beim Senator für Voölks- 
ildung in Berlin, dann Chef der Senats- 
zanzlei, 1961 Innensemator und 1963 
‚chließlich Bürgermeister und Stellver- 
‚reter des Regierenden Bürgermeisters. 
Der neue Regierende Bürgermeister ist 
ıach wie vor aktiv in der Vertriebenen- 
ırbeit tätig. 
Jrgan der Landsmanaschaft A der Oberschlester a. V. 
Hnzige oberschlesische Zeitung Im Bundesgebiet - 
lerausgeber: Die .. Landsmannschaft "der 
Yberschlesier e, V., Bundesverband Bonn 
A Rhein, Kaiserstr. 173 — Verantwortlich für 
len Gesamtinhalt: J. K. Gorzolla in Wies- 
aden, Herausgeber der „Bielitz-Bialer Bes- 
:idenbriefe, der Kreisblätter für Groß- 
;trehlitz, Loben-Guttentag, Rosenberg: .O/S, 
owie. des „Königshütter. Heimatblattes“, des 
Laurahütfter Heimatblattes“ des „Tarnowit- 
er Kreisblattes“ des Hindenburger Heimat- 
‚riefes® des „Neuen oberschlesischen Wan- 
ierers* und der „Oppelner Zeitung”. Erwin 
Chmielorz, Wiesbaden, Wilhelmstr. 42. ; 
Schriftleitung :„Unser Oberschlesien“: 
Zgon Maschler, Wiesbaden, Wilhelm- 
Iauff-Straße 8, Telefon 43349, 
Verlag: Druck- und Verlagshaus Chmielorz, 
Viesbaden, Wilhelmstraße 42. Telefon 3 96 71, 
'ernschreiber: WBN 04-186 648. . 
/ostscheckkonto: 7490 Frankfurt am Main. 
Jruck: Pressehaus Geisel Nachf.,. Wiesbaden, 
3ahnhofstraße 33. Telefon 3720 81-83. #* 
Unser Oberschlesien“ erscheint zweimal im 
Monat, Bezugspreis beim. Bezug im Post- 
eitungsdienst monatl. 2,20 DM einschließlich 
0 Pf. Beförderungs- und Vermittlungs- 
‚ebühr im Streifbandbezug monatl. 2,20 DM 
inschließlich Porto. und- Versandkosten, 
jur Zeit gilt Anzeigenpreisliste Nr. 3. — 
ırtikel, die mit dem Namen des Verfassers 
‚der seinen Initialen gezeichnet sind, stellen 
‘ie Meinung des Autors dar, nicht aber un- 
‚edingt die Meinung des Verlages und der 
tedaktion. Unverlangt eingesandte Manu- 
kripte können nur zurückgesandt werden, 
venn Rückporto beiliegt. Bei Störung durch 
ıöhere Gewalt keine Ersatzansprüche, _ 
\nzeigenverwaltung beim Verlagin‘ A 
Wiesbaden, Wilhelmstraße 42, 
Redaktionsschluß für die nächste 
Ausgabe ist der 9. Januar 1967 
‚nr 
Kulturt der LdO in M 
Lebhafte Diskussion über wichtige Aufgaben und Vorhaben in der Zukunft 
Am 16, und 11.. Dezember führten der wurden der Wahrheit entsprechend dem 
3Zundesverband der L. d. O. und der Lan- nteressierten Hörerkreis geboten, .. 
desverband Nordrhein-Westfalen im Der Oberschlesische Trachtenchor, Kre- 
Jurchgangswohnheim in Massen b. ield, brachte mit seinem Chorleiter Heinz 
Unna gemeinsam eine Kulturtagung 5tronczyk im Festsaal Ausschnitte 
durch, die von der Thematik her als US Pa Kanada-Programm, Darüber 
abwechslungsreich angesehen wer- wu e in der „vorletzten Ausgabe unserer 
recht abw Zeitung ausführlich berichtet. Für die 
den konnte. Trotzdem wurde der Rah- °agung bedeutet dieser Programmpunkt 
nen einer fruchtbaren Ganzheit nicht jne erfreuliche Auflockerung. 
gesprengt, In die Leitung teilten sich Bun- . z R & 
deskulturreferent ‚Labus und Landes- M4 a Ten Seele ner8i einst gl 3 S T 
kulturreferent Willner. vitz leitend tätig, sprach über den 
= lisenkunstguß in Oberschlesien und seine 
Das einleitende Referat von Dem 3reitenwirkung. Seine überzeugenden 
Labus, das „die kulturpolitische Situa: U . 
N an “ Ausführungen unterstrich der Redner 
jon in der Landsmannschaft der Ober- | ch eine ausgewählte Dia-Serie in einer 
;chlesier“ zum Inhalt hatte, zeigte die | eigenen Dit ehchen A 
Aufgaben auf, die uns gestellt sind. Es 5 VW ) * $ 
bleiben die Sammlung und Pflege der Da gleichzeitig 64 Eisenkunstgüsse aus 
rulturellen Werte durch schöpferische einer jetzigen Gießerei, der Grundstock 
Dersönlichkeiten und bürgerschaftliche Üür unsere Wanderausstellung, gezeigt 
Kräfte. Es gilt weiter, unsere Landsleute verden konnten, war das Interesse an 
kulturell zu betreuen und die Bedeutung liesem Vortrag besonders verständlich. 
jes deutschen Ostens für das ganze Auch der Bericht über die Kanada: 
Deutschland und nicht. zuletzt für das zeise von Gerhard Willner, eben- 
Abendland darzustellen. Dabei wurden 'alls durch eine ausgezeichnete Farbdia- 
ine Reihe von westlichen Einzelfragen Serie unterstützt, fand lebhaften Beifall 
ıngesprochen, die jene Vorhaben fördernd „lastisch erlebten hier die Tagungsteil- 
ler hemmend beeinflussen, aehmer eine andere Welt, die von Super- 
Dr. Kroker hatte das Thema „Was ‚ativen strotzt. Und viele meinten zu spä- 
jeder Deutsche von dem Verhältnis er Stunde: „Das müßte man auch einmal 
Deutschlands zu seinen östlichen Nach- rleben!“ 
jarn wissen Sollte“ gewählt. Er scheute Einer Feierstunde gleich war der Vor- 
nicht, auch heiße Eisen anzufassen, ver- rag von Dr. Wolfgang Schwarz zu 
urteilte die Zwecklüge von der Erbfeind- ‚erten, der über „Ostdeutsche Literatur 
zchaft zwischen Deutschland und Polen ıeute — ein exemplarisches Kapitel über 
and rechnete mit den Verzichtpolitikern lie moderne Art, als Dichter die Welt 
sachlich aber auch mit allem Ernst ab. x sehen“ sprach. So kann vom Sachlichen 
Alle diesbezüglichen Probleme, die im ınd auch vom Gefühl her gelenkt nur 
Zaum stehen, einschließlich der Vertrei- .in Dichter über Dichter sprechen, Auch 
ung als einem völkerrechtlichen Delik‘ lie Frage, die in sich ein wenig Tragik 
‚nthält, wo nämlich bei manchen unsere 
Jichter das landsmannschaftliche Bewußt- 
‚ein bleibt, erhielt in einer folgenden Dis. 
russion ihre eindeutige Antwort, 
In zwei Arbeitskreisen versuchte man 
‚ann, noch anstehende Fragenkomplexe 
mu lösen und sich über wesentliche Auf- 
saben und Vorhaben der Zukunft einig 
-u werden. Hier dürften schon in Kürze 
rreifbare Ergebnisse zu erwarten Sein, 
la sich zu den Kulturreferenten ein be- 
atender Ausschuß gesellt. 
Die Auswertung des Tagungsergebnisses 
‚atte der Landesvorsitzende von Nord- 
'hein-Westfalen, Dr. Hollund er, über- 
nommen. Zu Beginn seiner Ausführungen 
vidmete er Dr. Wenzel Jaksch ein 
3edenken und zeichnete das Bild des 
Verstorbenen als eine der liebenswerte- 
ten und treuesten Persönlichkeiten, die 
'emals der Sache der Vertriebenen ge- 
Äient haben. ) 
Sein Schlußwort gipfelte in dem Anruf, 
ä“ch beharrlich in dem Recht auf Heimat 
ınd Wiederkehr in die Heimat verpflich- 
et zu fühlen. 
Eine Tagung, wohl wert sich ähnlichen 
Veranstaltungen würdig anzuschließen, 
/and im Dienste der Heimat einen all- 
seits befriedigenden Abschluß. 
hl 
Ostdeutsche Kulturpreise1967 
mid) Die Termine für die Feiern an- 
äßlich der Überreichung der Ostdeutschen 
Sulturpreise 1967 stehen fest. Als Auf- 
akt der jeweils 14 Tage vor Pfingsten 
ıngesetzten „Eßlinger Begegnung“ findet 
lie- festliche Überreichung des. Johann- 
Venzel-Stamitz-Preises und das Festkon- 
ert am 27. April statt, wieder im Wei 
ien Saal des Stuttgarter Neuen Schlosses 
im 28. April werden die Georg-Dehio: 
>reise in Eßlingen übergeben. Da Pfing 
iten in dem kommenden Jahr auf einen 
jehr frühen Termin fällt, wird die Düs- 
jeldorfer Feier mit Überreichung der 
Andreas-Gryphius-Preise diesmal zuletzt, 
m 26, Mai, stattfinden, 
Heimatliche Krippentradition 
Unser Beitrag in der 
Weihnachtsausgabe 1966 
Der Beitrag „350 Jahre Weih- 
.achtskrippe in Oberschle- 
‚‘ien“ in der letzten Weihnachtsausgabe 
ınserer Zeitung stammte aus der Feder 
les ostdeutschen Volkskundlers, des in- 
‚ernational bekannten Krippenforschers 
\lfred Karasek, der die Forschungs- 
;telle Karasek für ostdeutsche Volkskun- 
le in 8242 Bischofswiesen, Moossiedlung, 
eitet. Der uns der Bielitz-Bialaer Sprach- 
nsel stammende, in Ost-Oberschlesien 
sufgewachsene Forscher ist u. a. Träger 
les Coppernicus-Preises der Universität 
3reslau von 1943, des Georg-Dehio-Prei- 
jes der Künstlergilde Eßlingen von 1966 
ind der Agnes-Miegel-Plakette für 1965. 
Unsere Leser sind aufgerufen, über 
ıeimatliche Krippenerinnerungen und 
aun neu geschaffene Krippen für das 
zünftige Schlesische Krippenbuch an die 
‚bige Forschungsstelle, an die Forschungs. 
telle für ostdeutsche Volkskunde, Prof. 
Alfons Perlick, 46 Dortmund, Rhein- 
anddamm 203, oder an Konrektor Josef 
Danz, 7 Stuftgart-Fasanenhof, Markus- 
Schleicher-Straße 25 zu berichten. 
Karl Schodrok 77 Jahre. Seinen 77. 
jeburtstag feiert am 12. Januar der lang- 
ährige verdienstvolle Leiter des Kultur- 
verks Schlesien und Herausgeber der 
Fierteljahresschrift „Schlesien“, unser 
‚andemann Schulrat i. R. Karl Schod- 
'o0k in Würzburg, Herrenstraße 1. 
® 
Schriften der Landsmannschaft 
 } 
der Oberschlesier 
Folgende Bücher können bei der Ge- 
schäftsstelle der Landsmannschaft . der 
Überschlesier e. V., 53 Bonn, Kaiserstr. 173, 
yestellt werden: 
Werkheft 1) „Die Volksabstimmung in 
)berschlesien“ von Schulrat Rother (2 
\uflage) Preis 1.- DM. 207 
Werkheft 2) „St. Barbara und die Berg- 
eute“ von Dr. Ilgner, Preis 0.60 DM. 
z. Z. vergriffen) a. ; ; "3 
Werkheft 3) Joseph v. Eichendorffs Be- 
genntnis zur Heimat“ von Schulrat Scho- 
irok, Preis 0.60 DM. ; 
Werkheft 4) „Aus der Geschichte Ober- 
schlesiens“ von Dr. Ulitz, (2. Auflage), 
Preis 2.- DM. . 
Werkheft 5) „Aus der Geographie Ober. 
schlesiens“ von Willner, Preis 1.80 DM. '. 
Werkheft 6) „Oberschlesien im politi- 
schen Kraftfeld der Geschichte“ von Prof. 
Dr Brzoska, Preis 1.80 DM + 
Werkheft 7) „Sitte und Brauch in Ober- 
jchlesien“ von Prof. Perlick, Preis 1.50 DM 
Werkheft 8) „Das deutsche Antlitz Ober- 
schlesiens“ vom Prof. Dr. Brzoska, Preis 
3- DM. 
Werkheft 9) „Das christliche Ober- 
schlesien“ von Prof Dr. Brzoska. Preis 
‘80 DM. . 
Oberschlesisches Liederbuch „Wie’s da- 
heim war“, 2 erweiterte Auflage, bearbei- 
tet von Hermann Janosch und Rudolf 
Noide, Preis 3.50 DM. : 
„Oberschlesische Miniaturen“ [I Teil, 
‚on H. Aschmann, Preis 1.- DM 
„Oberschlesische Miniaturen“ IL. Teil, 
von H., Aschmann, Rreis 1.50 DM.
	        

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Unser Oberschlesien. Senfkorn-Verl., 1951.
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