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Unser Oberschlesien (1967)

Bibliographic data

fullscreen: Unser Oberschlesien (1967)

Structure type:
Periodical
Collection:
Landsmannschaft der Oberschlesier
Title:
Unser Oberschlesien
Subtitle:
Organ der Landsmannschaft der Oberschlesier e.V., Bundesverband Bonn, Rh.
Place of publication:
Frankfurt, M.
Year of publication:
1951
Publisher:
Unser Oberschlesien

Physical location:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=010038280
Structure type:
Periodical volume
Collection:
Landsmannschaft der Oberschlesier
Title:
Unser Oberschlesien
Subtitle:
Organ der Landsmannschaft der Oberschlesier e.V., Bundesverband Bonn, Rh.
Volume,Issue,Number:
1967
Place of publication:
Görlitz
Year of publication:
1951
Publisher:
Senfkorn-Verl.

Physical location:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=010038280_1967

Periodical issue

Structure type:
Periodical issue
Title:
August 1967
Volume,Issue,Number:
15

Contents

Table of contents

  • Unser Oberschlesien
  • Unser Oberschlesien (1967)
  • Januar 1967 (1)
  • Januar 1967 (2)
  • Februar 1967 (3)
  • Februar 1967 (4)
  • März 1967 (5)
  • März 1967 (6)
  • April 1967 (7)
  • April 1967 (8)
  • Mai 1967 (9)
  • Mai 1967 (10)
  • Juni 1967 (11)
  • Juni 1967 (12)
  • Juli 1967 (13)
  • Juli 1967 (14)
  • August 1967 (15)
  • August 1967 (16)
  • September 1967 (17)
  • September 1967 (18)
  • Oktober 1967 (19)
  • Oktober 1967 (20)
  • November 1967 (21)
  • November 1967 (22)
  • Dezember 1967 (23)
  • Dezember 1967 (24)

Full text

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N E H Ti 
Bonn/Rhein .-.. 17. Jahrgang - - - Nummer 15 vom 3. August 1967 
Flucht aus der Geschichte? 
Organ der Landsmannschaft der Obersehlesier e. V. - Bundesverband 
SE Sa 
Zum Gespräch de Gaulles mit Bundeskanzler Kiesinger über die. Oder-Neiße-Frage 
Von Dr. h. c. Otto Ulitz, Sprecher der Landsmannschaft der Oberschlesier 
U il 
Kardinal. Bertram bei c’'-rsch'esischen Bargleuten - 
Unter der Überschrift „Oder-Neiße- 
“‚inie anerkennen“, meldete „Die Welt“ 
{m 21. Juli, gestützt auf „unterrichtete 
3DU-Kreise“, das französische Staats- 
»berhaupt, General de Gaulle, habe 
jei seinem - Besuch in Bonn, Bundes- 
sanzler Kiesinger _gesprächsweise 
ıahegelegt, die Oder-Neiße-Linie als 
Istgrenze Deutschlands anzuerkennen, 
jer Bundeskanzler habe jedoch sofort 
„mit eindeutigen CGegenargumenten“ 
widersprochen. 
Es wäre sicher besser, das deutsche 
Volk erführe. von so schicksalschweren 
Gesprächen nicht auf Umwegen, SOon- 
lern vom Bundeskanzler selbst, in einer 
seiner Ansprachen an das Volk. ; 
Für die Anerkennung der Oder- 
Neiße-Linie hat sich General de 
%aulle schon vor Jahren in einer 
seiner berühmten Pressekonferenzen 
ausgesprochen. Das ist nichts 
Neues. Erstmalig aber ist die un- 
mittelbare Erörterung zwischen den 
leitenden Staatsmännern Frankreichs 
and Deutschlands. u 
Die „Verzichtspolitiker“ haben sich 
jeither auf de Gaulle berufen. Nun 
naben sie es. „amtlich“. Deutsche Kreise, 
lie Zweifel an der Bündnistreue de 
Saulles hegen, werden sich vermutlich 
jestätigt fühlen. , ; . . 
Wer als Deutscher auf ein Viertel 
jea. ‚Lebensraumes — das So verab- 
scheüfe "Wort ist hier ‚unentbehrlich » =- 
seines Volkes, mit welcher Begründung 
mmer, zu verzichten bereit ist, Aüchtet 
aus der Geschichte, denkt nicht an die 
Zukunft seines Volkes. Wer der Bünd- 
ıistreue de Gaulles mißtraut und Miß- 
;rauen sät, verkennt diesen Staats- 
nann, dessen Friedensidee im „Europa 
zeiner Vaterländer“, im staatlichen, im 
sationalstaatlichen, echt französischen 
Denken wurzelt. Wir unterscheiden 
Nation und Staat. Der Franzose kennt 
lJiesen Unterschied nicht. 
Kein Geschichtskenner verkennt den 
Anteil der Pariser Vorortverträge des 
Jahres 1919 an dem heutigen Chaos 
‚Zuropas. Jeder Geschichtskundige kennt 
jen aus Rache und Haß gegen 
deutschland geborenen Einfluß 
on George Clemenceau auf das 
zriedensdiktat von Versailles, den 
ırsten. tiefen Eingriff in den deutschen 
Dsten. 
Wir Oberschlesier : sind geschichts- 
sundig, wir waren Objekt dieses Ver- 
irages.‘ Gestützt auf seinen Wortlaut 
ist unser Selbstbestimmungsrecht ver- 
älscht und unsere Heimat 1922 geteilt 
vorden. 
General de Gaulle ist kein Clemen- 
‚eau. Er glaubt, mit seiner Anregung 
Jeutschland und Polen zu dienen: die 
Anerkennung werde . „in ‘Osteuropa 
;icher Sympathie auslösen“ und „die 
3emühungen Bonns, um eiı. besseres 
Yerhältnis. zu den östlichen Staaten 
ıußerordentlich erleichtern. Die An- 
»rkennung ‚müsse eines. Tages doch 
sommen‘.“ ; ; 
Die. östlichen Staaten! Von den 
jstlichen Völkern spricht der General 
icht. » . 
Er strebt den Frieden an, den Frie- 
‚en, den Sowijetrußland zu vertreten 
vorgibt, den alle Völker Europas ohne 
\usnahme ersehnen, zu dem ‚jedes 
"olk seinen Anteil, seinen Beitrag zu 
2isten verpfichtet ist. Auch das deut- 
‚che Volk. Wer aber Deutschland rät, 
lie Oder-Neiße-Linie als seine Ost- 
‚renze anzuerkennen, sichert nicht den 
”rieden, schadet nicht nur Deutsch- 
and: er. liefert das heute 
‚ersklavte polnische Volk 
‚wangsläufig auf unabseh- 
‚are Zeit der Herrschaft 
Aoskaus aus. Denn dieses frei- 
‚eits- und‘ ehrbewußte polnische Volk 
vird nie daran glauben, daß ein ande: 
es Volk mit einem Federstrich ein 
ahrtausend ‘seiner Geschichte "auszu: 
öschen. und ‚zu. vergessen | vermöchte. 
vird nie an: einen Frieden mit. einem 
olchen Deutschland glauben. 
General de Gaulle wird den wegen 
es Krieges in Nahost aufgeschobenen 
Besuch in Poleh.im September . = . ; m 2 
urtermehmen. Er wird in der Zwi- exible Gegenaktion 
schenzeit die vom Bundeskanzler vor- _, a a .as Ve . . . 
retragenen Argumente durchdenken. In Die politische Verteidigungsposition der Bundesrepublik. stärken 
jer Meldung der „Welt“ werden einige . ; 
lieser: Argumente angeführt, „natürlich Der amerikanische: Begriff -der „flexible 
sind und können sie nicht erschöpfend ‚esponse“, der flexiblen Gegenaktion, wird 
sein. Denn es fehlt das -Wich- ‚war ausschließlich auf den Bereich. der 
tigste und Entscheidende: ‘Eine den westlichen Verteidigung angewendet — er 
EST 2 nz . jedeutet, daß jeweils mit‘ den „angemeS- 
jauernden Frieden in Europa sichernde ‚enen Mitteln“ auf eine feindliche Aktion 
Jrdnung setzt die Anerkennung 7eantwortet‘ werden soll —, aber er gilt 
les. Selbstbestimmungs- ‚weifelsohne auch für‘ die Taktik: und 
‘echts seiner Völker voraus. ;trategie in der Außenpolitik.” Es han- 
Jur wenn dem deutschen. und dem telt An nl En jedes ‚Land, das 
: ;_ 2iner starken politischen Pression ausße- 
nn Mh eg a 
jen wird, werden sie in voller Freiheit ‚u verbessern und um dem Gegner, der 
ıach einer beiden Völkern und beiden 2s bedroht, zu zeigen, daß man alles 
staaten gerecht werdenden Lösung taran setzt, den Widerstand zu ver 
streben können, auch in den Fragen stärken. - 
der Grenzen... Das Erfordernis, alle außenpolitischet 
. . . Möglichkeiten wahrzunehmen, die sich 
Zu dieser Lösung durch seine Freund- ıur bieten, ist vornehmlich auch für die 
chaft sowohl zu Deutschland als auch 3undesrepublik‘ Deutschland gegeben. Wie 
u Polen fördernd. beizutragen, ist eine sefährdet der freie Teil Deutschlands ist, 
‚ufgabe - würdig einer - Persönlichkeit denn et. A A nainen et in 
WE : . He werden: . Die, ” sind weitgehend in 
En EEE SE EA ae Staats 7jetnam gebunden, Frankreich verfolgt 
iberhauptes, des Generals de aulle€ ‚ine eigenwillige Politik, die zu einer 
‚ine einmalige Aufgabe vor Annäherung an die Sowjetunion geführt 
dereuropäischen Geschichte nat, Großbritannien hat alle Hände voll 
ın geschichtsträchtiger Zeit. nit sich selbst zu tun, und von den klei- 
N ıeren Partnern -in der Atlantischen. Alli 
inz‘ ist keine derartige: politische Unter: 
;‚tützung zu erwarten, die Moskau be: 
ıindrucken könnte, . 
So‘ i&f :es” wahrlich kein“ Wunder, ‚daf 
sich. die . sowjetische Politik „gegenübei 
jer Bundesrepublik immer mehr verhär 
et hat. Der- kluge ‚Österreichische ‚Publi- 
zist, Dr. Hugo Portisch, hat auf! Grund 
‚ahlreicher Gespräche mit maßgeblichen 
‚owjetischen Politikern, Funktionären und 
Diplomaten eine Analyse der Deutsch 
and-Politik des Kremls vorgenommen — 
je wird im Herbst dieses Jahres in Buch- 
:orm erscheinen —, die zeigt, wie außer 
5>rdentlich ernst -die_ Lage ist. 
Moskau, so lautet nämlich das Ergebnis 
seiner Ermittlungen und Untersuchungen 
nestehe nicht nur auf einer Anerkennung 
jer „existierenden Grenzen“ — der De 
mnarkationslinie in Ostpreußen, der Oder- 
Neiße-Linie und ganz besonders der Elbe- 
Werra-Linie —, sondern auch darauf 
jaß die „DDR“ als „selbständiger, völlig 
souveräner Staat anerkannt werden‘ 
nüsse. Auf die Frage, was denn die 
Sowjetunion als Gegenleistung für das 
ılles bieten würde, hat man dem Ööster- 
‚eichischen Beobachter „sehr heftig“ ge- 
ıntwortet, es gebe „keinen Preis“: Die 
jowjetunion sei der Bundesrepublik 
nichts schuldig“, die Bundesrepublik aber 
nüsse der Sowjetunion. noch denselben 
>reis entrichten, den die „DDR“ bereits 
‚ezahlt habe, . 
Das heißt nichts anderes, als daß die 
Sowjetmacht von der. Bundesrepublik 
letztlich nichts anderes verlangt als einen 
7erzicht auf ihre eigene Existenz als 
reiheitliches Gemeinwesen: Sie soll sich 
-öllig der „DDR“ angleichen und der 
sowjetunion unterordnen. Es wird also 
nicht einmal so etwas wie eine „finnische“ 
oder: „österreichische“ Lösung des Deutsch- 
lands-Problems. angeboten. ..Das aber for- 
dert ‚dazu - heraus, . daß genauestens ge- 
prüft werden muß, auf welche Weise die 
politische. Verteidigungsposition der 
Bundesrepublik verstärkt werden ‚kann. 
Natürlich wäre es am zweckmäßigsten, 
wenn ein Vereintes: Europa zustande 
xäme, dem alle westeuropäischen Länder 
ıngehören. Als der Elysee-Pakt abge- 
schlossen wurde, stand zu hoffen, daß sich 
ım den Kern einer französisch-deutschen 
Kombination herum eine Art europäischer 
<onföderation ‚entwickeln würde. Aber 
nier ist viel verabsäumt worden, und 
etzt erscheinen solche: Erwartungen ge- 
‚adezu als unrealistisch. Die Atlantische 
Allianz bietet nur einen Schutz gegen 
eine direkte militärische Aggression vom 
Isten her, sie kann aber ihrer ganzen 
Anlage und Aufgabe nach keine: Verstär- 
sung der deutschen politischen Position 
zegenüber den sowjetischen Pressionen 
auf rein politischem Felde bieten. 
. So erscheint. es‘ erwägenswert, darüber 
z1achzudenken, ob sich nicht das Ver- 
2ältnis zur dritten Weltmacht, nämlich zu 
China, verbessern ließe. Hier haben 
3zich bereits wirtschaftliche Ansatzpunkte 
zeboten, wichtiger jedoch ist, daß kein 
anderer als. Mao Tse-tung selbst im 
August 1964 in einem Interview mit dem 
„eiter einer Delegation ‚japanischer‘: So 
‚ialisten ‚— es wurde. in‘ der (Japanischen: 
Zeitschrift „Sekai Sjucho“ Veröffentlicht 
— ’unmißverständlich zum’ ‘Ausdruck :ga- 
oracht hat, welch groBen‘ Wert er auf 
sine Koordination der chinesischen Außen- 
oolitik mit der jener Länder legt, die 
in‘ den vergangenen Jahrzehnten von der 
Sowjetunion „geschädigt“ worden sind. 
Er. erwähnte dabei in erster Linie Japan, 
wies auf Rumänien hin, indem er das 
Bessarabien-Problem unterstrich, und _ge- 
dachte sodann insbesondere des deutschen 
Volkes in der Weise, daß er auf die Aus- 
;reibung der Bevölkerung Ostdeutschlands 
aus ihrer Heimat zu sprechen kam. Dies 
‚öste in Moskau lebhafte Empörung aus: 
Die „Prawda“ schrieb, es habe sich um 
‚eine provokatorische Aufforderung zur 
Revision der Grenzen“ gehandelt — Mao 
natte nämlich selbstverständlich die chine- 
zischen Gebietsforderungen an ‚erster 
Stelle genannt —, und Chruschtschew ließ 
aun Peking zum „Hauptfeind der kom- 
munistischen Weltbewegung“ erklären. 
Die Spannung zwischen‘ Moskau. und 
Peking hat sich seither nicht nur nicht 
vermindert, sondern außerordentlich ver- 
schärft, ja sie-hat sich auch auf das Ver- 
hältnis zwischen Peking ‚einerseits und 
Warschau sowie Ost-Berlin andererseits 
ausgeweitet, und eine .der Hauptforde- 
rungen der „Großen Proletarischen Kul- 
turrevolution“ in China ist, daß sich die 
3evölkerung nicht nur der Sowjetunion, 
jondern auch. die der ostmitteleuropä- 
ıschen Länder gegen die „verräterischen 
nodernen Revisionisten im Kreml und 
hre Lakaien“ erheben sollen. In außen- 
»olitischer. Hinsicht aber verkündete Mao 
Fse-tung wörtlich: „Alles, wogegen der 
Feind kämpft, müssen wir unterstützen, 
ınd- gegen alles, was. der Feind unter- 
stützt, müssen wir kämpfen.“ .In Moskau 
nat man. sehr wohl ‚erkannt, was damit 
zemeint ist, und nicht zuletzt deshalb 
xonzentriert es seine Agitation auf die 
3Zundesrepublik Deutschland. 
Das alles. soll natürlich. nicht bedeuten, 
daß es nun eine. zweckmäßige Politik 
wäre, wenn Bonn gewissermaßen über- 
stürzt für Peking. „optieren“ würde: All- 
zu viele Bedenken stehen dem entgegen 
ınd allzu große Gefahren könnten in 
Anbetracht der Brisanz der chinesischen 
Außenpolitik heraufbeschworen werden. 
\ber nichtsdestoweniger. wäre es- von 
‚esonderer Bedeutung, wenn ')in aller 
ffentlichkeit erörtert werden würde, ob 
ıicht die unversöhnliche und aggressive 
Aaltung der Sowjetunion gegenüber der 
3undesrepublik und überhaupt zum 
Deutschland-Problem geradezu zwangs- 
äufig dazu führen muß, daß auf deut- 
cher Seite‘ wenigstens von ferne poli- 
ische Schritte ins Auge gefaßt werden, 
lie beweisen, daß auch die deutsche 
Außenpolitik über gewisse Alternativen 
verfügen könnte. - Dr. Erich Janke 
Das soll Deutschland sein? 
as so Jeuts and sein. 
Sommerschlußverkauf inveiner Sendung. des Westdeutschen Rundfunks _ 
‘m Sommer wird nicht nur die Garde- Dann "gibt es noch ein zweites Deutsch- 
be, sondern auch die Fernsehkost leich- land, das reicht von Rostock bis Sonnen- 
er. Nichts dagegen‘ einzuwenden. Warum berg, von Görlitz bis Wernigerode! In den 
nuß aber dann auch gleich Deutschland Schattierungen wurden diese beiden Teile 
) leichtgewichtig werden, daß nur noch von Deutschland verdeutlicht. Deutschland 
7est- und Mitteldeutschland von ihm jenseits von Oder und Görlitzer Neiße, 
brig bleibt, nur noch die Bundesrepublik jas ist abgeschrieben, aufgegeben, ver- 
eutschland und die. „Deutsche Demo- schenkt, Poststempel der Lieferung: Köln 
ratische Republik“? Ostdeutschland ist am Rhein. 
fifenbar für den Westdeutschen Rund- Alle Deutschen litten mit den Rhein- 
ınk im Winde verweht. ändern während der Besatzungszeit nach 
£ine : Sendereihe sommerlichen Zu- Jem Ersten Weltkrieg. Heute gehört Mit- 
«hnitts nennt sich im Deutschen Fern- 'eiden nicht mehr zum Grundgefühl, wenn 
ehen „Reisen in Deutschland“. Sie be- $ einmal umgekehrt ausschaut, wenn 
innt mit einer Karte von Deutschland, °tzt nicht das Rheinland. sondern Ost- 
loch man sucht in dieser Karte verge- 
jers: nach Deutschland, denn was sich 
mer präsentiert, hat mit dem Deutschland 
n den Grenzen von 1937 nichts mehr ge- 
neinsam. Der Westdeutsche Rundfunk 
erschenkt ein Viertel von Deutschland zu 
sunsten des besseren Eindrucks bei Ost- 
rerlin und Warschau, auf Kosten der poli- 
‚schen Ehrlichkeit und der nationalen 
Yberzeugung der Mehrheit unseres Vol- 
‚es diesseits und jenseits der Elbe-Werra- 
-ulda-Linie. 
Was mag in den Westdeutschen Rund- 
'unk gefahren sein, daß er seinen Zu- 
chauern diese verstümmelte Deutschland- 
:arte vorzusetzen wagte, so als hätte es 
Jie ein Breslau oder Hirschberg, ein Stet- 
in oder Kolberg, ein Königsberg oder 
\llenstein gegeben? Wir in Köln dekretie- 
‚en das neue Deutschland von Sylt bis 
2Zerchtesgaden, von Helmstedt bis Aachen! 
J)der-Neiße niemals Grenze! 
‚eutschland gefährdet ist. Kurzer Prozeß 
‚ommerschlußverkauf zu stark herabge- 
‚etzten Preisen, am besten gleich ganz 
rerschleudert dieses Ostpreußen, Pom-: 
nern, Ober- und Niederschlesien. 
Nein, das war nicht Deutschland, auch 
venn der Westdeutsche Rundfunk so tat, 
ıls spräche er von Deutschland, als zeige 
ır Deutschland. Deutschland ist. größer als 
liese Taschenausgabe auf dem Fernseh- 
ıchirm. Liegt Köln wirklich so weit ent- 
ernt von Bonn, wo Politik für ganz 
jeutschland gemacht wird? Offenbar liegt 
ler Westdeutsche Rundfunk neuerding: 
zanz nahe bei Ost-Berlin. r. u. I 
Gberschlesiens Ende dräh Ahönlich 
grshlesiens xöhnt unarlhörli 
Y 
Folgen polnischer Miß wirtschaft beim Abbau der Sicherheitspfeiler — Vor unlösbaren Problemen 
jon — Innerhalb des vergangenen Jah- durchgeführten Bestandsaufnahme (der metern Oberfläche und vier‘Gruben, Seil 
es (1966) haben Kommissionen für Berg- 3ergbauschäden) hervorgeht, wird in den lem Beschluß, die Sicherheitspfeiler un- 
‚auschäg x Oberschlesisch Kohlen- Jahren 1945 bis 1970 die Verringerung erhalb der Stadt. abzubauen, gibt es-.in 
auschäden im SPROÄENASE SON en- jer Wohnungssubstanz rund 21000 Wohn- zanz Königshütte kein ruhiges Fleckchen 
evier rund 400 Gebäude zum Abbruch .äume betragen. Bis Ende 1966 sind im Zrde: Unaufhörlich senkt. und faltet sick 
‚estimmt und an weiteren 3000 Gebäuden Zuge des Ersatzwohnungsbaus 12465 ier Boden, mal durch unwahrnehmbares 
‚eträchtliche Schäden, die jedoch ‚repa- Wohnräume, erstellt . worden. Die Pla- Rutschen, mal durch gewaltiges Beben.“ 
iert werden können, festgestellt. Auf ıungskommission beim Ministerrat hat << 
) , & m laufenden Fünfjahresplan 150 Millio- “ Die Plesser Wisente : 
ler Liste der „zu rettenden Objekte“ ‚en Zloty für Ersatzbauten, davon 125 x 
tehen unter anderem 52 Schulen, 12 Kir- Aillionen Zloty für den Wohnungsbau Wie die „Trybuna Opolska“ vom 8./9. 
hen, 23 Krankenhäuser und 17 Sport- ‚orgesehen. Davon können. rund 2500 -uli 1967 berichtete, leben im Wisent- 
nlagen, schreibt in einem Artikel die Wohnräume jährlich gebaut werden.. eservoir in den Wäldern um Pleß 31 von 
(attowitzer Zeitung „Dziennik Zachodni“. ;S Scheint, daß dies den ständig wach- iiesen Tieren, von denen jetzt 6 Stück die 
zisenbahn- und Straßenbahnstrecken wei- enden Bedarf nicht decken wird.“ Die Reise ins Ausland antreten werden, und 
iM = zeitung schreibt dazu: „Sollte den Be- :war nach England und in die BRD. 
en ständig irgendwo Schäden auf. 118 „opnern von Königshütte, Beu- . ; WE Ä. 
im Straßen, 113 km des Wasserleitungs- hen und anderen Orten nichts anderes Aus dem Plesser Reservat wurden be- 
etzes sowie 40 km Gasleitungen wurden iibrig bleiben, als sich mit dem: Gedan- its 40 dieser seltenen Tiere nach der 
m vergangegenen Jahr von Bergbau- ‚en abzufinden, daß die Zeit gegen Sie ausland : exportiert. Trotzdem ‚verringert 
<häden betroffen, Irbeitet, daß die Zerstörungen jedes Jahr ich ihr Bestand nicht, er wird im. Gegen- 
Indust die Landwirtschaft. und ınaufhaltsam weiter wachsen werden?“ a one Meboren The wurde „chun 
ie Industrie, die Landwirtschaft un a 5 N, : ; ner- 
rer Wirtschaft haben ebenfalls: fühl- „Über den Grund, warum die Bergbau- ende sind vier weitere zu erwarten. 
)are Verluste zu verzichnen.. Für die chäden in Oberschlesien ein derart fata- . N . 
3Zeseitigung all dieser Schäden gebe man TS An Hr A den Nervenheilanstalt im. Schloß 
na Oberschlesischen Industriegebiet jähr- „un le Hällte der In ErSCHESIBN. e . G : 
x z AT 7 1 zeförderten Kohle entstammt den Sicher- jon. Eine. Nervenheilanstalt wird zur 
ich rund eine Milliarde Zlöty aus! Doch z . x % * 
liese Summe sei immer noch‘ zu klein. neitspfeilern,: auf denen die Städte ste- Zeit im Schloß „von Moschen, Kreis 
nen.“ Königshütte sei ein gutes Beispiel Neustadt, eingerichtet, meldet „Glos Wy- 
In einer vom polnischen Bergbaumini- :ür die Folgen des Abbaues der brzeza“. Der Umbau wird 18 Millionen 
ıterium ausgearbeiteten Analyse heißt es Sicherheitspfeiler. „Eine Stadt Zloty (3,6 Millionen Mark) kosten und 
örtlich: „Wie aus einer im Jahre 1965 mit 160 000 Einwohnern, 33 Quadratkilo- 1969 beendet sein, 
Unsichere Kantonisten 
Sorgen um KP-Funktionäre in 
Beuthen O0/S 
(mid) Auf einer KP-Veranstaltung in 
3Zeuthen O/S sind nach einem Bericht 
jer „Trybuna Roboinicza“ einzelne Par- 
eiorganisationen wegen ihrer Indifferenz 
gegenüber „Genossen“ gerügt worden, die 
‚erantwortliche : Posten in Industrie und 
Staatsverwaltung bekleiden, aber trotz- 
jem eine „schwankende oder zweigesich- 
ige weltanschauliche Haltung“ an den 
/ag legen würden. Diese Menschen wür- 
len sich in. ihrem Privatleben völlig an- 
jers verhalten als im’ Dienst. Es geht nicht 
ın, Leute auf ihren Posten zu belassen, 
lie erwiesenermaßen einen unsittlichen 
„‚ebenswandel führten und die in ihrer 
"reizeit Ansichten verkündeten, die den 
‚ideologischen Grundsätzen“ der Partei 
‚uwiderliefen. Die Beuthener Versamm- 
ungsteilnehmer forderten ein rigoroses 
Jurchgreifen und eine Absetzung der 
‘ınktionäre, die durch ihr Verhalten die 
v‚utorität der Partei untergraben hätten. 
nn zahlreichen Fällen hätten führende 
"unktionäre' sogar an die Bezahlung der 
>arteibeiträge erinnert werden müssen. 
Beil - einer derartigen : Verhaltensweise 
‚ührender Funktionäre könne auch die 
neste politische Erziehungsarbeit unter 
len Parteimitglie rn. keinen Nutzen bri9- 
fen. 
EEE 
Eine Ostpreußenkaserne für die Bundes- 
wehr. An Deutschlands nordöstlichste Pro- 
zinz erinnert. die neue Unterkunft des 
Versorgungsbataillons. 566 in Homberg 
Oberhessen), die Anfang Juli feierlich 
eingeweiht wurde, In großen Letterr 
‚euchten der Name „Ostpreußen-Kaserne“ 
ınd daneben die Elchschaufel am Tor der 
neuen Bundeswehrkaserne,
	        

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