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Unser Oberschlesien (1967)

Bibliografische Daten

fullscreen: Unser Oberschlesien (1967)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Landsmannschaft der Oberschlesier
Titel:
Unser Oberschlesien
Untertitel:
Organ der Landsmannschaft der Oberschlesier e.V., Bundesverband Bonn, Rh.
Publikationsort:
Frankfurt, M.
Veröffentlichungsjahr:
1951
Verlag:
Unser Oberschlesien

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=010038280
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Landsmannschaft der Oberschlesier
Titel:
Unser Oberschlesien
Untertitel:
Organ der Landsmannschaft der Oberschlesier e.V., Bundesverband Bonn, Rh.
Band, Heft, Nummer:
1967
Publikationsort:
Görlitz
Veröffentlichungsjahr:
1951
Verlag:
Senfkorn-Verl.

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=010038280_1967

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
Januar 1967
Band, Heft, Nummer:
1

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Unser Oberschlesien
  • Unser Oberschlesien (1967)
  • Januar 1967 (1)
  • Januar 1967 (2)
  • Februar 1967 (3)
  • Februar 1967 (4)
  • März 1967 (5)
  • März 1967 (6)
  • April 1967 (7)
  • April 1967 (8)
  • Mai 1967 (9)
  • Mai 1967 (10)
  • Juni 1967 (11)
  • Juni 1967 (12)
  • Juli 1967 (13)
  • Juli 1967 (14)
  • August 1967 (15)
  • August 1967 (16)
  • September 1967 (17)
  • September 1967 (18)
  • Oktober 1967 (19)
  • Oktober 1967 (20)
  • November 1967 (21)
  • November 1967 (22)
  • Dezember 1967 (23)
  • Dezember 1967 (24)

Volltext

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Verlagsort Wiesbaden 
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gen der Landemennscheft der Obenschletr e.V. Bundewverbana s 
Situationsbericht über Polen 
Bonn/Rhein - 17. Jahrgang - Nummer 1 vom 5. Januar 1967 
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kan. 
Der Fall Georg Flemming beschäftigt den Warschauer Sicherheitsdienst — Enthüllungen 
über das Gomulka-Regime — Die „Autochthonen” wollen nichts mehr von Polen wissen 
Das ehem. Mädchengymnasium Königshütte 
Der Sicherheitsdienst in Warschau sucht 
äeberhaft und bisher vergeblich nach 
»inem unter dem Pseudonym Georg Flem- 
.ning schreibenden volkspolnischen Jour- 
aalisten. Flemming ist illegaler Mitarbei- 
‚er der Pariser „Kultura“ und veröffent- 
üichte erst im Sommer des vergangenen 
jahres im „Kultura“-Verlag sein Buch 
‚Polen, wie man es kaum 
zennt“. In diesem Buch setzte er sich 
mit der innenpolitischen und wirtschaftli- 
:hen Situation Polens auseinander und 
machte auf interne Vorgänge im Partei- 
ınd Regierungsapparat Polens aufmerk- 
jaam, Nun gelangte auf Umwegen sein 
‚weites Manuskript nach Paris, wo es 
jemnächst im „Kultura“-Vierlag veröffent- 
icht wird. Es irägt den vrelsagenden 
Fitel „Wie soll man’s anpacken? oder gute 
Zatschläge für Rückkehrer und Touristen“, 
Im ersten Kapitel befaßt sich der Ver- 
lasser- mit den Wohnungsschwierigkeiten 
n Polen und gibt Ratschläge, wie man 
jurch allerlei Tricks und Bestechung dort 
‚u einer Wohnung kommen kann. In Po- 
en darf eine arbeitende Person nur 7-9 
Quadratmeter Wohnraum für sich bean- 
;pruchen, Kinder und Rentner werden 
jberhaupt nicht gezählt. Um aber mehr 
Quadratmeter bewohnen zu dürfen, be- 
;jorgt man sich allerlei Dokumente: ärzt- 
iche Atteste, Bescheinigung eines Künst- 
erverbandes usw, Natürlich muß man 
ıuer und da-dafür einige Zlotys springen 
assen, aber. schließlich kann man seine 
Wohnung behaupten. Es. gebe nur wenige 
3Mücksplize, die in Polen durch die Woh- 
ıungsämter zu einer Wohnung kommen. 
„In ‚einem weiterem. .Kapitel berichtet 
FMemming,' wie man im heutigen Polen 
ıu Geld kommen kann. Unter anderem 
:;rfährt der Leser, daß noch heute auf 
jen Märkten Möbel, Bücher und. Porzellan 
zus deutschem Besitz und aus geplünder- 
ien Gutshöfen und Museen angeboten 
erden, Die polnische Intelligenz arbeitet 
nanchmal fiktiv auf vier Stellen, um 
‚eben zu können. Die Beamten der pol- 
ı1ischen Entwicklungshilfe „Polservice“ 
s1aehmen Schmiergelder entgegen, wenn es 
ım die Vermittlung als technische Ent- 
yicklungshelfer geht. Die ins Ausland 
eisenden polnischen Sportler, Künstler 
ınd vor allen Dingen die Diplomaten 
eben hauptsächlich vom Schmuggel west. 
'cher Waren. Ein Kandidat für den Po- 
ten eines Laden- oder Gaststättenleiters 
ragt nicht nach der Höhe seines zukünf- 
gen Gehalts, sondern „welches Manko 
ulässig ist.“ Noch vor nicht allzu langer 
‚eig habe man die Gebiete jenseits von 
)der und Neiße als „ausgebeutete Ge- 
jete“ im Volksmund bezeichnet, Es habe 
‚eute gegeben, die in Niederschlesien 
‚anze Städte auseinandergenommen und 
ljeren Ziegel nach Warschau verkauft 
‚ätten. Sie hätten dadurch nicht nur 
keichtum, sondern Bewunderung erlangt 
uf Umwegen werden trotz schärfster 
Zestimmungen Kunstschätze aus Polen 
erausgeschmuggelt, und Sowjetmarschall 
Talinowski habe erst unlängst einen 
ollen Güterwaggon amerikanischer Ziga- 
etten, die in Warschau auf Lizenz her- 
estellt werden, in die Sowjetunion ge- 
:hmuggelt. Flemming überlegt nun, mit 
as denn eigentlich Gomulka handle und 
tellt dann dest: „Mit einer falschen 
Jeologie“, 
In einem anderen Kapitel befaßt sich 
lemming mit internen Vorgängen im 
)artei- und Regierungsapparat. Er be- 
ichtigt den heutigen Finanzminister 
‚lbrecht, an der Ermordung des 
'hefs der Polnischen KP, Marceli Nowot- 
:o, un... des Führers der kommunistischen 
ugend, Janek Krasicki, beteiligt gewe- 
en zu sein, Albrecht sei währenqg des 
£rieges Verbindungsmann der Moskau 
‚örigen KP-Gruppe zur Warschauer Ge- 
tapo gewesen und man habe diese bei- 
en ‘Kommunisten auf Befehl Moskaus 
na Zusammenarbeit mit der Gestapo 
iquidieren lassen. ZK-Mitglied General 
Nitaszewski sei von Beruf Schlos- 
er gewesen und habe nach der vierten 
<lasse Volksschule einen Kurzkursus für 
>olitoffiziere der Roten Armee besucht 
Ieute ist er Verwaltungschef des Zen- 
ralkomitees und „könne sich bereits 
ınterschreiben“. Der Bergwerksminister 
L„esz, der auch kaum die Volksschule 
jesucht habe, wäre während des „Polni- 
‚chen Oktobers“ 1956 fast von Bergleuten 
zelyncht worden. Doch ein Bergmann, 
jer ihn kannte, rief seinerzeit: „Laßt 
hn, er ist gar nicht so schlecht, er ist 
>her dumm!“ 
Nur vier Regierungsmitglieder haben 
in akademisches Studium absolviert. Für 
lie Partei- und Regierungsbonzen gibt es 
gene Läden und man fährt mit Vorliebe 
:#inen Mercedes. Manche tragen sogar 
hren Adelsring, Die Frauen besorgen 
;ich ihre Garderobe aus dem Westen, 
ngagieren für die Erziehung ihrer Kin- 
ler adelige Gouvernannten, Skandale 
ınd Orgien gehören in diesen Kreisen 
:um täglichen Leben, Gefürchtet ist je- 
ı1och die puritanische Frau Gomulka 
Seitdem eine stark .dekolletierte Schau- 
pielerin auf Intervention von Frau Go- 
aulka, die Fernsehkritikerin ist, vom 
3ildschirm verschwunden ist, wagen sich 
Me anderen Frauen der Minister und 
‘unktionäre nicht mit offenherzigen De- 
;olletees in ihre Nähe. 
In Stettin, Breslau, Kolberg und Glo 
‚au werde kaum noch deutsch gespro- 
hen, dafür aber desto mehr in Beuthen 
ınd Königshütte (das bereits vor 1939 zu 
»glen gehörte). Die Autochthonen woll- 
en nichts mehr von Polen wissen. 
Interessant ist der Hinweis, daß 75% 
ar heutigen Einwohner Breslaus länd- 
cher Herkunft sing, und zwar stammen 
je hauptsächlich aus den Gebieten der 
‚eutigen Ukraine ‘und. Weißrutheniens. 
leben dem Lemberger Ossolineum gebe 
ıs@ noch heute in Breslau. „zweifelsohne 
'eutsche. Kulturdenkmäler“. In Schle- 
ijen’ gebe es ganze „kanäadische‘ 
)örfer, d.h, Ortschaften; in denen 
ıer größte Teil der Einwohner polnische 
‚ückkehrer aus Kanada sind, sowie „fran- 
ösische Bergarbeiterstädtchen‘“, also mit 
‚olnischen Kumpeln aus Frankreich, Na- 
ürlich ist hier Französisch die Umgangs- 
prache, Polen sei ein Land vieler Wider- 
;prüche, stellt abschließend der volks- 
)olnische Journalist fest, und man kann 
liesem WUrteil nach Analyse seine! 
Manuskriptes nur zustimmen. 
Neue Akzente gesetzt! 
Einige Bemerkungen zur Regierungserklärung Dr. Kiesingers 
Die vom Bundeskanzler Dr, Kiesinger 
m Deutschen Bundestag verlesene Regie- 
ungserklärung hat nicht nur hinsichtlich 
ler Finanz- und Wirtschaftspolitik, son- 
lern auch in der Außenpolitik neue Ak- 
‚ente gesetzt, Aus den vorliegenden Kom- 
nentaren der in- und ausländischen Pub- 
izistik geht nun allerdings hervor, dal 
nan zwar die Ankündigung einer gewis- 
‚en Kursveränderung in der „Westpolitik‘ 
jemerkt hat — schließlich widmete de! 
Zanzler „der Entwicklung des deutsch: 
ranzösischen Verhältnisses“ besonder« 
Aufmerksamkeit und verkündete hierzı 
in Sechs-Punkte-Programm -—, kauin, 
ıber die zwar etwas. weniger ausführlich 
jehandelte, doch an sich unmißverständ: 
ich zum Ausdruck gebrachte Verlagerung 
der Betonung in der Ostpolitik. Die Tat- 
‚sache, daß der außenpolitische Teil der 
RAegierungserklärung mit Ausführungel 
iber das deutsch-sowjetische Verhältnis 
jegann, während die Erklärungen über 
lie Bereitschaft zur Verbesserung der Be- 
iehungen zu den ostmitteleuropäischen 
Ändern erst nachfolgten, ist offensicht- 
ich in ihrer politischen Bedeutung nich! 
‚;rkannt worden. Dabei hatte Dr. Kiesin- 
‚er bereits in vorangegangenen Presse- 
nterviews betont, er betrachte die Posi- 
ion der Sowjetmacht im Raume ostwärts 
ter Elbe-Werra-Linie als ausschlaggebend 
ınd} entscheidend (und diese: Beurteilung 
‚er Situation als. ‚Binsenwahrheif): 7 
Es \war wirklich nicht nur ‚eine - bei- 
äufige Rückerinnerung, daß.der Bundes- 
zanzler auf seine Beteiligung an der Auf. 
yahme.: diplomatischer Beziehungen. zwi- 
ıchen Bonn und Moskau zu sprechen kam 
‚iondern hier wurde Moskau direkt ange- 
sprochen mit den Worten: „Sicherlich hat 
lie Entwicklung dieser Beziehungen die 
Irwartungen auf beiden Seiter 
ınttäuscht.“ Damit wurde eingeräumt, 
Jaß durchaus nicht allein der Kreml ein 
serütteltes Maß an Verantwortung für 
lie Verschlechterung des deutsch-sowjeti- 
ıchen - Verhältnisses trägt, sondern daß 
ıuch auf deutscher Seite Versäumnisse 
ınd verfehlte Aktionen zu verzeichner 
;ind. Gemeint wurde zweifelsohne die 
»isherige Überbewertung der Kontakte 
u den Ländern des Sowjetblocks, die — 
vie allzu oft und viel zu laut betoni 
vorden ist — dazu dienen sollten, da: 
‚u fördern, was man „Prozeß der Auf- 
ockerung“ genannt hat: Dr. Kiesinger ha! 
s denn auch peinlich vermieden, eine 
dlche fragwürdige These aufzustellen: Eı 
;t mit keinem einzigen Worte auf ‚jene 
”rige „Konzeption“ eingegangen, die au: 
ler Vorstellung beruhte, es sei möglich 
;gendeine aussichtsreiche Ost- Oodeı 
Jeutschland-Politik zu betreiben, in deı 
lie Sowjetführung so etwas wie einer. 
.nti-sowjetischen Akzent erblicken könn- 
‚je, In der Regierungserklärung wurde 
elmehr deutlich gemacht, daß gerade im 
Tinblick auf die deutsche Frage in erster 
„inie in Moskau um Verständnis und Ver- 
rauen geworben werden soll 
Demgegenüber erschien die Bekundung 
‚es Wunsches nach einer Verbesserung 
les Verhältnisses zu den sonstigen Öst- 
ichen Nachbarn an zweiter Stelle, wobei 
außerdem noch auschließlich von War- 
schau und Prag die Rede war, nicht aber 
von Budapest, Sofia und Bukarest. Auch 
las kann im Kreml sehr wohl dahinge- 
ı1end aufgefaßt werden, daß Bonn keines 
vegs darauf bedacht ist, die Position der 
jowjetmacht in Ostmitteleuropa in Frage 
m stellen, sondern daß jedwede Normali- 
jerung vielmehr eingeordnet werden soll 
n die Bereinigung der hauptsächlichen 
?roblematik: eben der deutsch-sowjeti- 
‚chen Beziehungen. Dadurch wurde auch 
er erneuten Feststellung, daß Polen nicht 
iber eine anerkannte Westgrenze ver- 
'ügt (in der Version, man könne das pol- 
ische Verlangen begreifen, „endlich in 
jinem Staatsgebiet mit gesicherten Gren- 
„en zu leben“) jedwede politische Schärfe 
zjenommen, ohne daß KRechtsansprüche 
»reisgeben worden sind. Hinsichtlich 
Prags ging man in der Frage des Münche- 
ner Abkommens über bisherige amtliche 
zz 
Oder-Neiße niemals Grenze! 
— 
Srklärungen hinaus, indem‘ betont wurde, 
liese Übereinkunft Sei „Nicht mehr gül- 
ig“, Diese Feststellung bleibt allerdings 
ınbegründet, ‘Denn die „Androhung ‚von 
zewalt“ bei Abschluß des Abkommens 
ann schwerlich zu dessen, späterer Un- 
‚ültigkeit führen. Auch hier wurde aber 
betont, daß es noch Probleme wie das der 
Staatsangehörigkeit der Sudetendeutschen 
zebe, die noch der Lösung bedürften. 
Dies kann dahingehend verstanden wer- 
den, daß auch die Rechtsansprüche der 
Sudetendeutschen voll aufrecht erhalten 
zerden. 
Mißverständlich und demgemäß einer 
‚ngehenden Erläuterung dringend be- 
lürftig ist hingegen jener Passus der Re- 
ijerungserklärung, in dem es heißt: „Wir 
ind uns unserer Obhutspflicht gegenüber 
ien sudetendeutschen Landsleuten wie 
zegenüber allen Vertriebenen und Flücht. 
äingen bewußt und nehmen sie ernst.“ 
Was heißt hier „Obhuts- 
oflicht“ im allgemeinen — und im 
Jesonderen gegenüber den deutschen 
3taatsbürgern aus Ost- und Mitteldeutsch- 
‚and? Es erscheint als erforderlich, daß 
Jer Bundeskanzler alsbald die gewähl- 
‚en Sprecher der deutschen Ostvertriebe- 
ıen und der Flüchtlinge aus der Sowje- 
:jischen ‘ Besatzungszone empfängt, um 
klarzustellen, was er hier gemeint hat. 
Vor allem muß der möglichen irrigen In- 
terpretation entgegengetreten werden, 
3iese Vertriebenen und Flüchtlinge stell- 
lien so etwas wie eine „besondere Kate- 
zorie“ von Staatsbürgern dar, die zwar 
‚pflichtgemäß“ vertreten würden, deren 
Zechte sich aber von denen aller Staats- 
)jürger unterschieden oder gar gering- 
‚ügiger seien, während sie tatsächlich 
denen aller Mitbürger gleichstehen, nur 
in besonderer Weise und auf das Schwer- 
ite verletzt wurden. Doch angesichts der 
‚diplomatischen Sprache“ der Regierungs- 
arklärung kann wohl angenommen wer- 
jen, daß hier eine Umschreibung des 
Selbstbestimmungsprinzips erfolgt ist, 
zerbunden mit dem Hinweis darauf, daß 
as Pflicht der Bundesrepublik Deutschland 
st, für dessen Anerkennung zusorgen. 
Diese begründete Vermutung wäre zur 
Sewißheit geworden, wenn Deutschlands 
‚»echtsmäßiges Territorium genannt wor- 
lien wäre, 
Nichtsdestoweniger besagt der außen- 
olitische Teil der Regierungserklärung, 
aß besonders auch hier ein neuer An- 
'ang gemacht werden Soll. Was das 
ljeutsch-französische Verhältnis anbetrifft, 
‚jo wird das für den Januar anberaumte 
zespräch des Kanzlers mit Staatspräsi- 
dent de Gaulle bereits zeigen, ob es außer 
den „verpaßten“ noch weitere „Gelegen- 
heiten“ gibt, die wahrgenommen werden 
können, damit der Weg zu einem „Euro- 
da der Vaterländer“ beschritten werden 
kann. Das wäre zugleich die Vorausset- 
‚ung dafür, daß auch die Bemühungen 
ım eine Verbesserung der Beziehungen 
zu Moskau größere Aussicht auf Erfolg 
aaben könnten, 
Dr. Erich Janxe 
Wohnungsnot und Bergbauschäden 
jon — Rund 1000- Wohnhäuser in Beu- 
hen O0/S müßten dringend repariert 
serden, schreibt in einem Bericht die 
‚eitung „Dziennik Zachodni“. Ab 1967 
verde die jährliche Summe für Repara- 
uren an den vielfach durch Bodensen- 
xungen verursachten Hausschäden 10 
AMilKonen Zloty betragen und damit vier- 
ach höher sein als in den vergangenen 
‚ahren. Um die „akute Wohnungsnot ir 
jer 200000 Einwohner zählenden Stadt‘ 
‚eheben zu können, müßten allerding! 
2000 neue Wohnungen gebaut werden 
diese Wohnungszahl könnte jedoch -—- 
ach dem gegenwärtigen Wohnungsbau: 
empo — erst in zehn Jahren erstellt wer. 
jen. Man hoffe. im kommenden Jahı 
nehr Bautrupps für die Reparaturarbei: 
»n an den beschädigten Häusern, deren 
‚ahl von Jahr zu Jahr steigt, einsetzen 
u können, damit die bereitgestellte Sum. 
ne von 100 Millionen Zloty auch wirklich 
rerbraucht wird. 
Polnischer Publizist über die USA und China 
„Mao tse-Tung betrachtet Breslau als eine deutsche Stadt“ 
(hvp) Der exilpolnische Publizist Juliusz 
MieroszewSski behandelte in einem 
Kommentar die weltpolitischen Spannun- 
zen, die sich zwischen Peking, Moskau 
ınd Washington entwickelt haben, und 
vertrat dabei die Ansicht, daß es im In- 
‚eresse Polens liegen würde, wenn es zu 
äiner Verständigung zwischen den Ver- 
änigten Staaten von Amerika und der 
/olksrepublik China kommen würde. 
Diese amerikanisch-chinesische Verständi- 
‚ung bezeichnet er als wahrscheinlicher 
lenn eine erneute Annäherung zwischen 
’hina und der Sowjetunion, da es dafür 
jur einer Abgrenzung der Einfluß- und 
nteressensphären bedürfe, wohingegen 
jer ‚chinesisch-russische Gegensatz histo- 
isch tief verwurzelt sei. Auch Peking 
verde nicht umhin können, eine Entschei- 
jung über eine Annäherung an Washing- 
‚on zu treffen, zumal Moskau sich be- 
nühe, den chinesischen Einfluß in Asien 
‚urückzudrängen. ) 
In diesem Zusammenhange befaßte sich 
Mieroszewski, der als einer der am be- 
sten unterrichteten Beobachter der inter- 
nationalen Scene gilt, speziell mit der 
Nder-Neiße-Frage. Hierzu stellt er fest, 
laß Mao tse-Tung „Deutschland unter- 
tützt“, indem er die Auffassung vertrete, 
"aß „Breslau den Deutschen gehört, Wilna 
ınd Lemberg hingegen Polen“, Kein pro- 
hinesischer Kommunist könne also die 
I)der-Neiße-Linie verteidigen. Wenn der 
‘ührer der pro-chinesischen „Polnischen 
fommunistischen Partei“, Mijal, gegen- 
ber Gomulka den Vorwurf erhoben 
‚abe, daß letzterer gemeinsam mit seinem 
"reund Chruschtschew habe sowohl die 
DDR“ wie auch die „polnischen Westge- 
iete“ an Oder und Neiße „verschachern“ 
wollen, so könne dies nur daraus erklärt 
verden, daß Mijal über die Einstellung 
Tao tse-Tungs zur Oder-Neiße-Frage 
.icht informiert gewesen sel. 
Stark verbilligte Preise für ostdeutsche Höfe 
Polnische Bauern und Siedler scheuen immer noch Bodenerwerb in den Oder-Neiße-Gebieten 
{hvp) In den polnisch verwalteten deut- Boden erwerben wollen, weitere erheb- Neiße-Gebieten Gebäude auf dem zu er: 
schen Ostgebieten — in der polnischen liche Vergünstigungen, So müssen an verbenden Grundstück, so kann die da: 
Dresse „westliche und nördliche Woije- sich beim Bodenerwerb sogleich 10 v.H. .‚ür zu entrichtende Summe auf die Hälfte 
vodschaften“ genannt — sind die Preise der gesamten Kaufsumme an die Agrar- les Schätzwertes herabgesetzt werden 
ür landwirtschaftliche Grundstücke im- bank entrichtet werden: In den Oder- a, die Präsidien der örtlichen polnischer 
ner noch viel niedriger als in Zentral- Neiße-Gebieten wird auf Antrag jedoch Volksräte können noch eine weitere Her 
olen, was darauf schließen läßt, daß es die Befreiung von dieser Verpflichtung absetzung um 15 v.H. verfügen: Die ir 
ach wie vor große Mühe bereitet, hier gewährt, was heißt, daß also in Ost- Jen Oder-Neiße-Gebieten von der Agrar. 
‚ändereien abzustoßen, während in den deutschland ein polnischer Siedler Grund vank zum Verkauf gestellten Gebäude 
Vojewodschaften ostwärts und südlich ung Boden erhält, ohne daß er vorerst sind also in der Regel um nicht weniger 
‚er deutsch-polnischen Grenze von 1937 auch nur einen einzigen Zloty aufzuwen- als 65 v.H. billiger zu haben als anders 
in lebhafteres Interesse am MBoden- den braucht. Befinden sich in den Oder- wo. Doch auch damit nicht genug: Wäh- 
rwerb besteht. Dies geht aus einem - ” rend in Polen der Kaufpreis für einer 
ıngehenden Bericht des Zentralorgans 40 Bayernhof binnen zwanzig Jahren in Ra- 
‚er polnischen Bauernpartei (Volkspar- a a ;jen bezahlt werden. muß, kann die Agrar- 
ü „Dielen Sztandar” (Grünes BONN Wir danken herzlich dank in den Oder-Neiße-Gebieten sine 
r den Verlauf der Landverkäufe dur: Verlängerung der Abzahlungsfrist au 
ie „Agrarbank“ hervor. len Lesern und Freunden unserer Zei- lreißig Tahre verfügen, und die erste 
Diese zentrale Landwirtschaftsbank hai "98 tür die zahlreichen guten Wünsche tate braucht dort erst nach drei Jahrer 
on staatlicher Seite den Auftrag erhal- nd Grüße zum Weihnachtsfest und zum :ntrichtet zu werden, 
an, insgesamt rd. 300000 Hektar ae lahreswechsel, die uns von fern und nah, Diese Vergünstigungen lassen erkennen 
rirtschaftliche Nutzfläche zu verkaufen, ;e] ber i mfang er- ıa er Polnische Bauer sich noch rd 
:achdem sie in den letzten sieben Jahren a han © ern 3m die en i 5 ibt 2 Jahre nach der Übernahme der deut- 
‚ereits 254 000 Hektar verkauft hat. Nach © aben, der uns die Gewißheit z chen Ostgebiete in polnische Verwaltung 
‚em „Zielony Sztandar“ belaufen sich die laß unsere Arbeit von allen Oberschle: jeber zum Bodenerwerb außerhalb die- 
‚eforderten Preise für den Hektar 0 jern anerkannt wird. Wir versprechen en Ka SL an die fü 
len Oder-Neiße-Gebieten auf rd. 8 : . ’ . en Verkauf landwi aftlicher Nutz- 
Toty (etwa 1300,— DM), im polnischen !*® wir auch 1967 ein getreuer Wegbe: on zuständigen Stellen sich gezwun 
jebiet jenseits der Grenzen von 1937 je- leiter und Verfechter für unser Heimat pn sahen, durch Gewährung besondere 
och — wie angegeben wird — auf „über echt bleiben wollen, Jreisnachlässe und sonstiger Vergünsti 
0000 Zloty“. Doch erhalten diejenigen x ;4 jungen den Widerwillen gegen den Er 
nteressenten, die in den Oder-Neiße- In alter Verbundenheit werb von Grund und Boden in den Oder 
‚ebieten. landwirtschaftlichen Grund und Die Redaktior j7eiße-Gebieten zu überwinden, 
Das Massaker von Katyn 
Russel auf dem linken Auge blind 
Der Vorsitzende der derzeitigen Sit- 
‚ungsperiode der „ACEN“, Korbonski, 
ıat einen offenen Brief an Bertrand 
Russel, den englischen Philosophen 
ınd Historiker, geschrieben, in dem er 
hn auffordert, sofort Ermittlungen über 
jie Verbrechen von Katyn auf- 
‚unehmen, anstatt das von ihm über 
>räsident‘ Johnson organisierte „Gericht“ 
abzuhalten, In seinem Brief erinnert Kor. 
oonski daran, daß Russel immer dann 
zeschwiegen habe, wenn es sich um Ver- 
örechen der Kommunisten handele: 
‚Wenn Ihr Gesicht wirklich daran interes- 
‚jert ist, Ermittlungen über Kriegsver- 
orecher anzustellen, so sollte es sich für 
lie Ermordung von 4259 polnischen Offi- 
jeren interessieren... Das Massaker von 
<atyn ist zweifellos ein klassisches Bei- 
;piel eines Verbrechens gegen die Mensch- 
ichkeit, Da Sie sich dessen rühmen, daß 
3ie für das Menschenrecht kämpfen, und 
Ve Wahrheit suchen, hoffe ich, daß Sie 
ınd Ihr Gericht Ihre Aufmerksamkeit 
ıuf dieses fruchtbare Verbrechen an der 
Menschheig richten“, schreibt Korbonski
	        

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