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Unsere Kolonialwirtschaft in ihrer Bedeutung für Industrie, Handel und Landwirtschaft

Bibliographic data

fullscreen: Unsere Kolonialwirtschaft in ihrer Bedeutung für Industrie, Handel und Landwirtschaft

Structure type:
Monograph
Collection:
Kolonialismus
Title:
Unsere Kolonialwirtschaft in ihrer Bedeutung für Industrie, Handel und Landwirtschaft
Place of publication:
Berlin
Year of publication:
1910
Publisher:
Kolonial-Wirtschaftliches Komitee
Scope:
132 S.

Shelfmark:
Kw D l 6
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=1782562710

Chapter

Structure type:
Chapter
Title:
A. Industrie

Chapter

Structure type:
Chapter
Title:
III. Kautschuk, Guttapercha und Balata

Contents

Table of contents

  • Unsere Kolonialwirtschaft in ihrer Bedeutung für Industrie, Handel und Landwirtschaft
  • Die Entwicklung des Handels der deutschen Kolonien
  • Title page
  • Inhaltsverzeichnis
  • Vorwort
  • A. Industrie
  • I. Allgemeines
  • II. Baumwolle
  • III. Kautschuk, Guttapercha und Balata
  • IV. Faser- (Hanf-) und Ölrohstoffe
  • V. Tropische Hölzer und Gerbstoffe
  • VI. Mineralische Rohstoffe
  • VII. Tierische Produkte
  • VIII. Nahrungs- und Genußmittel (Kolonialwaren)
  • B. Handel
  • C. Landwirtschaft
  • Schluß. Ausblicke für unsere Volkswirtschaft
  • Der Stand des Eisenbahnbaues in den englischen, französischen und deutschen Kolonien in Afrika

Full text

Kautschuk, Guttapercha und Balata. 
m 27 CE 
Weise, daß in vielen Gebieten nach einigen Jahren steigender Aus- 
beute die natürlichen Bestände so gut wie vernichtet waren. Das 
Ergebnis dieses Raubbaues war, daß die Kautschukproduktion der 
Urwälder Amerikas, Asiens und Afrikas wesentlich gesunken ist. 
Britisch-Indien, das: vor einem Jahrzehnt noch rund ı Million engl. 
Pfund!) Kautschuk ausführte, lieferte 1903/04 nur noch 204 704 Pfund. 
Die »Anglo-Belgian Indian-Rubber-Cy.« im Kongostaat, die ungefähr 
20 vH. der ganzen Kautschukproduktion desselben ‚erbrachte, hatte 
1904 eine Ausfuhrverminderung um 50 vH. zu verzeichnen. Die 
Kautschukausfuhr der Goldküste betrug 1899. noch 5,6 Millionen, 
1903 dagegen nur noch 2,3 Millionen engl. Pfund. Ebenso hat der 
Kautschukexport Zentralamerikas außerordentlich abgenommen; 1885 
betrug er noch 1159, 1893 nur noch 657 Tonnen. Süd-Nigeria hatte 
1901 eine Ausfuhr von 783 Tonnen, 1903 betrug sie nur noch 530 
Tonnen. Der Export. an Kautschuk aus Britisch-Zentralafrika sank 
von 6,5 Tonnen im Jahre 1901/02 auf 2 Tonnen im Jahre 1904. 
Nur der Kongostaat und seine Nachbargebiete zeigen demgegen- 
über ein bedeutendes Wachstum: des Exports, welches in der noch 
vorhandenen großen Anzahl unberührter wilder Bestände seinen 
hauptsächlichen Grund hat. Auch aus Brasilien hat der Export in 
den letzten Jahren immer noch zugenommen, wenn auch nur durch- 
schnittlich um 5 vH. 
Das Versiegen der vorhandenen Bestände führte zur Erkenntnis 
der Notwendigkeit, die Kautschukproduktion und damit die Kautschuk 
verarbeitende Industrie auf eine sicherere Grundlage zu stellen, und 
so ging man allmählich daran, den Kautschuk plantagenmäßig 
anzubauen. Der erste Schritt dazu geschah im Jahre 1861 auf der 
Insel Java. Anlagen in größerem Maße wurden im Jahre 1864 in 
Westjava eingerichtet. 1873 wurde die Kautschukkultur in Assam 
eingeführt. Seitdem hat die Plantagenkultur von Kautschuk liefernden 
Pflanzen erhebliche Fortschritte gemacht, die ganz besonders in den 
letzten Jahren in größerem Umfang in die Erscheinung getreten 
sind. Nach einer englischen Berechnung waren im Jahre 1905 
bereits 60 000 ha mit Kautschuk angebaut, davon 16000 ha in Ceylon 
und 15000 ha auf den malaiischen Halbinseln. Neuerdings haben 
sich diese Kulturflächen noch bedeutend vermehrt. Nach fach- 
männischer Schätzung sind z. Zt. auf der malaiischen Halbinsel 
allein etwa 180000 Acres?) mit Hevea, dem besten aller Kautschuk- 
Nr engl. Pfund == 0,454 kg. 
?) r!Acre— 0,405 ha.
	        

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Unsere Kolonialwirtschaft in Ihrer Bedeutung Für Industrie, Handel Und Landwirtschaft. Kolonial-Wirtschaftliches Komitee, 1910.
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